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Datensilo

Zentraler Datenspeicher FreeNAS

Datenträgermanagement

Um einen Massenspeicher unter FreeNAS zu nutzen, gilt es einige Schritte nacheinander abzuarbeiten. Zuerst fügen Sie den Datenträger über Festplatten | Management dem System hinzu. Nach dem Klick auf das Plus-Symbol öffnet sich die Konfigurationsoberfläche (Abbildung 4), in der Sie den Datenträger auswählen.

Abbildung 4: Auf den ersten Blick erscheint das Festplattenmanagement von FreeNAS kompliziert. Die durchaus sinnvolle Logik dahinter erschließt sich aber nach einer kurzen Einarbeitungszeit.

Enthält er bereits Daten, die Sie noch verwenden möchten, wählen Sie unter Vorformatiertes Filesystem aus, welches Dateisystem er verwendet. Es gilt, zu beachten, dass die Datenträger jeweils nur eine Partition enthalten dürfen, um sie mit FreeNAS zu verwalten. Verwenden Sie einen neuen Datenträger, formatieren Sie ihn anschließend über Festplatten | Formatieren. Wollen Sie den Datenträger ausschließlich mit FreeNAS nutzen, wählen Sie dazu das native UFS-Dateisystem.

Den initialisierten und formatierten Datenträger hängen Sie über Festplatten | Einhängepunkt ins Dateisystem ein. Den Erfolg Ihres Handelns überprüfen Sie mit dem integrierten Datei-Explorer, den Sie über Erweitert | Dateimanager aufrufen. Die abgefragten Login-Daten entsprechen denen der grafischen Weboberfläche. Der Dateimanager erlaubt nicht nur das Betrachten von Dateien und Verzeichnissen, sondern auch bestehende zu löschen oder neue zu erstellen.

Etwas komplizierter gestaltet sich das Einrichten eines Soft-RAIDs. Fügen Sie zunächst die Festplatten wie beschrieben dem System hinzu und wählen Sie dann bei Formatieren unter Dateisystem den Punkt Software RAID. Wechseln Sie anschließend in der Rubrik Festplatten in den Abschnitt Software RAID. In den oberen Reitern wählen Sie, welche Art von RAID Sie erstellen möchten. Für den Hausgebrauch reicht in der Regel Mirroring (RAID 1). Nach einem Klick auf das Plus-Symbol öffnet sich die Eingabemaske, in der Sie dem Plattenverbund einen Namen geben und die Festplatten auswählen, die Sie einbinden möchten.

Handelt es sich um einen neuen Verbund, so aktivieren Sie die Checkbox neben Initialisierung und bestätigen die Eingabe zuerst mit einem Klick auf Hinzufügen und anschließend im neuen Fenster mit dem Bestätigen von Änderungen übernehmen. Um mit dem Verbund zu arbeiten, müssen Sie ihn nochmals formatieren, diesmal mit dem Dateisystem UFS. Hängen Sie ihn danach wie beschrieben ins Dateisystem ein. Neben dem Einbinden von Speichermedien bietet FreeNAS auch die Option, ISO-Images zu mounten und im Netz zur Verfügung zu stellen.

Für vorsichtige Zeitgenossen stellt FreeNAS unter Festplatten | Verschlüsseln einen Verschlüsselungsmechanismus bereit, der es ermöglicht, sowohl einzelne Platten als auch RAID-Verbünde mit wenigen Mausklicks zu chiffrieren. Beachten Sie, dass das System nach einem Reboot den Datenträger erst nach der Eingabe des festgelegten Passworts wieder ins System einhängt.

Dienste verwalten

Vor dem Konfigurieren der Dienste richten Sie zunächst die Benutzer ein, die auf das System zugreifen dürfen. Die Konfigurationsoberfläche dafür erreichen Sie unter Zugriff. Soll der Nutzer später via FTP Zugang zum System erhalten, achten Sie darauf, ihn der Gruppe FTP hinzuzufügen. Möchten Sie dem User ein eigenes Heimatverzeichnis zuweisen, legen Sie den Pfad zu diesem im Abschnitt Home-Verzeichnis fest. Existiert das Verzeichnis nicht, legt FreeNAS es selbständig an. Das ist vor allem dann wichtig, wenn der Nutzer FTP-Zugriff auf die Maschine erhalten soll und Sie ihm eine Chroot-Umgebung zuweisen möchten. Besitzt der User nämlich kein eigenes Heimatverzeichnis, verwendet FreeNAS /mnt/, womit der Anwender Zugriff auf sämtliche darin enthaltenen Unterordner erhält. Damit sich der neue Nutzer per SSH auf dem Rechner einloggen darf, aktivieren Sie die Checkbox neben Kommandozeilenzugang.

Die Konfiguration der Dienste erreichen Sie unter der gleichnamigen Rubrik, in der für jeden Service eine eigene eigene Einstellungsoberfläche bereit steht. Speziell in Netzen mit einem oder mehreren Windows-Rechnern kommt zum Datentausch häufig CIFS/SMB zum Einsatz (Abbildung 5).

Abbildung 5: Zwar bietet die Verwaltungsoberfläche für SMB eine Vielzahl von Einstellungen, jedoch genügt bereits eine rudimentäre Konfiguration, um den Server in Betrieb zu nehmen.

Um die zunächst ausgegrauten Konfigurationseinstellungen zu aktivieren, setzten Sie als ersten Schritt ein Häkchen in die Checkbox neben Freigeben. Je nachdem, ob Sie unautorisierten oder nur angemeldeten Nutzern Zugriff auf die Daten gewähren wollen, Wählen Sie neben Authorisierung zwischen Anonym und Lokaler Benutzer. Hier gilt es zu beachten, dass es nicht möglich ist, einem anonymen Nutzer Schreib- oder Änderungsrechte einzuräumen.

In der Rubrik Freigaben legen Sie die Shares fest. Eine Differenzierung, welcher Anwender auf welche Freigaben zugreifen darf, kennt FreeNAS allerdings nicht. Eine eingeschränkte Möglichkeit, den Zugriff dennoch zu reglementieren, bieten in der Freigabenverwaltung die Felder zuzulassende Hosts und abzuweisende Hosts. Hier tragen Sie die IP-Adressen der Rechner ein, denen Sie Zugriff auf die Shares gewähren beziehungsweise für die Sie ihn unterbinden möchten.

Die Einstellungen des ebenfalls häufig verwendeten FTP erreichen Sie im gleichnamigen Reiter. Ähnlich wie bei SMB genügt eine rudimentäre Konfiguration, um den Dienst in Betrieb zu nehmen. Allerdings setzt der Start zwingend voraus, dass dem Rechner eine statische IP-Adresse zugewiesen wurde.

Damit angemeldete Nutzer beim Login nur auf ihr Heimatverzeichnis zugreifen dürfen, aktivieren Sie die Checkbox neben Standard root. In der Rubrik Module stellt FreeNAS eine Vielzahl von Filtern bereit, um Zugriffe auf den Server zu reglementieren. So legt das Modul MaxLoginAttempts fest, nach wie vielen fehlgeschlagenen Anmeldungen das System den Anwender für eine gewählte Zeit sperrt.

Vor allem für große Dateien (etwa ISO-Images von Distributionen) setzt sich immer mehr Bittorrent als Transportmedium durch, für das FreeNAS ebenfalls einen Server bereitstellt. Während Sie in der gleichnamigen Maske grundlegende Einstellungen wie das Downloadverzeichnis und die maximale Bandbreite einstellen, erreichen Sie über die URL http://Server-IP-Adresse :9091 die Oberfläche zum Verwalten der Up- und Downloads (Abbildung 6).

Abbildung 6: Zum Verwalten der Up- und Downloads via Bittorrent stellt FreeNAS eine von der Konfigurationsseite unabhängige Weboberfläche zur Verfügung.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

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LinuxUser 06/2012

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