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Datensilo

Zentraler Datenspeicher FreeNAS

03.11.2009 Einen Datenserver fürs heimische LAN aufzusetzen, ist keine Hexerei: Mit FreeNAS rüsten Sie einen ausgedienten Rechner im Handumdrehen zum Netzwerkspeicher um.

Was in Firmen seit der Einführung von IT-Netzen zum Standard gehört, setzt sich langsam auch in privaten Haushalten durch: Der Zentralspeicher für Daten. Erledigte das früher der Fileserver, übernimmt heute ein Network-attached Storage Device, kurz NAS, diese Aufgabe. In vielen Fällen kommt dafür eine Hardware-Appliance von Herstellern wie Qnap [1] oder Netgear [2] zum Einsatz, die es zwischenzeitlich für wenige hundert Euro zu kaufen gibt.

Aber auch Softwarelösungen, mit denen Sie ausgemusterte PCs zum NAS umfunktionieren, bieten sich an. Eine der bekanntesten Vertreter ist die auf FreeBSD [3] basierende Distribution FreeNAS [4]. Das rein zum Datentausch spezialisierte System arbeitet sowohl im Live-Betrieb als auch installiert auf den unterschiedlichsten Datenträgern. Zur Konfiguration bietet es eine übersichtlich gestaltete Weboberfläche. FreeNAS unterstützt unter anderem die Protokolle SMB/CIFS, FTP, SFTP, SSH, iSCSI, Rsync, Bittorrent, UPnP und HTTP. Einen schnellen Überblick über das System gewährt den Lesern der DVD-Ausgabe die auf der Heft-DVD enthaltene Virtual Appliance (siehe Kasten "Auf der Heft-DVD").

Auf der Heft-DVD

Neben dem ISO-Image FreeNAS 0.7 RC1 enthält die Heft-DVD auch eine fertig installierte virtuelle Maschine, die es Ihnen erlaubt, sämtliche im Artikel beschriebenen Konfigurationsschritte "am lebenden Objekt" nachzuvollziehen. Unter anderem enthält die VM ein RAID-1-System, die deutsche Lokalisierung, eine Reihe von Nutzern, SMB-Freigaben und einen fertig eingerichteten FTP-Server.

Um die virtuelle Appliance zu nutzen, benötigen Sie von VMware entweder den kostenfreien Server, den Player oder die Workstation. Kopieren Sie von der DVD das Verzeichnis /LinuxUser/freenasvm/vm/ an einen beliebigen Ort auf der Platte und binden Sie es über Open a virtual machine in VMware ein.

Hardwarevoraussetzungen

Welche Hardware der Rechner benötigt, um FreeNAS darauf zu betreiben, hängt von mehreren Faktoren ab. Als Basis für kleine Netze mit wenig Datenverkehr und nur einer Festplatte genügt als CPU ein Ur-Pentium mit 133 MHz und 128 MByte RAM. Setzen Sie mehrere Platten im Software-RAID-Verbund ein, verwenden Sie besser mindestens eine Pentium-3-CPU und 256 MByte Hauptspeicher.

Da die meisten NAS-Systeme im 24/7-Betrieb laufen, empfiehlt sich der Einsatz eines RAID-Verbunds in jedem Fall, um mögliche Datenverluste durch defekte Festplatten zu vermeiden. Speziell beim Verwenden älterer Rechner gilt es beim Kauf der Platten darauf zu achten, dass der PC sie unterstützt. Externe Controller-Karten, etwa für SATA, sorgen im Zweifelsfall für Abhilfe. Auf jeden Fall sollten Sie beim Aufbau eines RAID-Systems darauf achten, baugleiche Festplatten zu verwenden, da es anderenfalls zu Kapazitätseinbußen kommt. Da es sich bei Festplatten um Verschleißteile handelt, sollten Sie auch davon absehen, gebrauchte, womöglich mehrere Jahre alte Platten zu verbauen. Obligatorisch benötigt der Rechner einen Netzwerkanschluss. Infrage kommen dabei sowohl WLAN- als auch LAN-Karten. Eine Liste aller von FreeBSD unterstützten Hardwarekomponenten finden Sie unter [5].

Sofern Sie FreeNAS nicht über einen USB-Stick betreiben, benötigen Sie zur Installation ein CD-Laufwerk sowie einen Bildschirm und eine Tastatur, die Sie nach der Einrichtung des Systems wieder abstecken können.

NAS – Pro und Contra

Bevor Sie in Erwägung ziehen, NAS einzusetzen, sollten Sie jedoch zunächst abwägen, ob sich das zentrale Speichern von Daten im Allgemeinen für Sie lohnt, und wenn ja, ob FreeNAS im Speziellen für Sie das Richtige ist.

Der Hauptvorteil des zentralen Datenspeichers liegt darin, dass viele Teilnehmer permanent auf einen gemeinsamen Pool von Daten zugreifen können – was gleichzeitig einen der Hauptnachteile ausmacht: Das erfordert, dass das NAS ständig in Betrieb bleibt, was speziell bei umfunktionierten PCs durch den Stromverbrauch schnell ins Geld gehen kann. Während Hardware-Appliances für den privaten Gebrauch selten mehr als 20 Watt benötigen, fallen bei normalen PCs durchaus auch 100 Watt und mehr an. Prüfen Sie deshalb vor einem Umbau die Stromaufnahme des vorgesehenen Rechners und rüsten Sie ihn gegebenenfalls mit einer schwächeren CPU aus, die ohne aktiven Kühlung auskommt, sowie gegebenenfalls einem schwächeren Netzteil, das weniger Leistung aufnimmt.

Als besonderen Vorteil verbucht ein NAS für sich, dass es durch den Einsatz mehrerer Protokolle keine Kompatibilitätsprobleme beim Datentausch von Rechnern mit verschiedenen Betriebssystemen gibt. Darüber hinaus unterstützen die meisten NAS-Server den Einsatz von RAID, was die Ausfallsicherheit deutlich erhöht. Auch vereinfacht der zentrale Datenspeicher das Erstellen regelmäßiger Datensicherungen deutlich. Einige NAS-Systeme – so auch FreeNAS – erlauben darüber hinaus den Einsatz als Backupserver via Rsync oder Unison.

Ouvertüre

Um die Live-CD zu verwenden, brennen Sie zunächst das auf der Heft-DVD enthaltene ISO-Image auf einen CD-Rohling. Leser der No-Media-Ausgabe laden die Abbilddatei von [6] herunter. Legen Sie die CD danach in den Rechner und booten Sie ihn damit. Nach dem Hochfahren zeigt FreeNAS ein Auswahlmenü, in dem Sie die ersten Konfigurationsschritte vornehmen (Abbildung 1). Ist eine Floppy eingelegt oder ein USB-Stick am Rechner angeschlossen, speichert FreeNAS automatisch die Konfigurationsdatei config.xml im Verzeichnis /conf darauf und liest sie beim Reboot wieder ein.

Abbildung 1: Nach dem Start zeigt FreeNAS ein Auswahlmenü, über das Sie die Grundkonfiguration steuern oder das System installieren.

Um das System übers Netz zu erreichen, wählen Sie zunächst 2) Set LAN IP Adress. Danach erscheint eine Abfrage, ob das System die IP-Adresse vom DHCP-Server beziehen soll. Gibt es einen solchen im Netz und bejahen Sie die Frage, ist die Netzwerkkonfiguration damit abgeschlossen. Diese Vorgabe sollten Sie jedoch nur im Testbetrieb verwenden. Möchten Sie FreeNAS seinem angedachten Zweck zuführen, braucht der Server eine statische IP-Adresse, da er andernfalls für Sie nicht mehr erreichbar ist, sobald der DHCP-Server ihm nach einem Reboot einen neue Adresse zuweist.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 03/2012

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