Installation unter Ubuntu

Unter Ubuntu 8.10 und 9.04 fügen Sie den Installationsquellen das TuxOnIce- [6] und das Sn0ball-PPA[7] hinzu und ergänzen die zugehörigen Signierschlüssel über den Ubuntu-Keyserver. Die dazu notwendigen Befehle zeigt Listing 2. Die Version ersetzen Sie durch die von Ihnen verwendete, also entweder intrepid oder jaunty. Ein anschließendes

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get upgrade

richtet den Modul-kompatiblen TuxOnIce-Kernel ein, da Aptitude diesen aufgrund des Version-Anhängsels +tuxonice1 als neuer einstuft. User-Interface und Hibernate-Skript installieren Sie anschließend über den Befehl sudo apt-get install tuxonice-userui.

Listing 2
$ sudo echo 'deb http://ppa.launchpad.net/tuxonice/ppa/ubuntu Version main' >> /etc/apt/sources.list
$ sudo echo 'deb http://ppa.launchpad.net/sn0ball/ppa/ubuntu Version main' >> /etc/apt/sources.list
$ sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 4BAF9666
$ sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys DEC8FAAC

Nun fügen Sie in der Datei /boot/grub/menu.lst in der Zeile mit # defoptions= die Option resume=/dev/sda2 hinzu, wobei Sie /dev/sda2 durch den Bezeichner für die Swap-Partition Ihres Rechners ersetzen. Lassen Sie das Kommentarzeichen dabei unverändert. Die Zeile # altoptions=(recovery mode) ergänzen Sie ebenfalls mit der genannten Option sowie zusätzlich mit noresume. Aktualisieren Sie mittels update-grub das Grub-Menü. Starten Sie neu, und prüfen Sie dann wie für Fedora beschrieben, ob der TuxOnIce-Kernel läuft.

Die initramfs-tools von Ubuntu unterstützen ausschließlich das Userspace-Software-Suspend. Fügen Sie am Ende der Datei /etc/initramfs-tools/modules eine Zeile mit dem Inhalt lzo hinzu, damit die Initrd das Modul für die LZO-Kompression lädt. Erstellen Sie außerdem eine Datei /etc/initramfs-tools/scripts/local-premount/tuxonice_do_resume mit dem Inhalt aus Listing 3. Machen Sie das Skript über sudo chmod +x /etc/initramfs-tools/scripts/local-premount/tuxonice_do_resume ausführbar und aktualisieren Sie dann mittels update-initramfs -k $(uname -r) -u die Initrd. Nun testen Sie das Tiefschlafen wie für Fedora beschrieben. Weitere Hinweise finden Sie im Netz unter [8] und [9].

Listing 3
#!/bin/sh
PREREQ=""
prereqs()
{
  echo "$PREREQ"
}
case $1 in
  # get pre-requisites
  prereqs)
    prereqs
    exit 0
    ;;
esac
if [ -d /sys/power/tuxonice ]; then
 echo 1 > /sys/power/tuxonice/do_resume
fi

Andere Distributionen

Nutzen Sie weder Fedora noch Ubuntu, kommen sie nicht umhin, einen eigenen Kernel zu kompilieren. Dieses Vorgang detailliert zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Einige Hinweise liefert der Kasten "Kernel kompilieren", eine ausführliche Anleitung liefert ein älterer LinuxUser-Artikel ([10], auch auf Heft-DVD unter Know-how).

Die Initrd für Debian passen Sie an, wie für Ubuntu beschrieben. Für die aktuelle OpenSuse-Version 11.1 existiert bislang keine Anleitung, inwiefern die Initrd anzupassen ist. Auf Nummer sicher geht, wer einen Kernel kompiliert, der ohne Initial RAM-Disk auskommt.

Kernel kompilieren

Es gibt eine Reihe von Varianten, um einen eigenen Kernel zu konfigurieren. Entweder holen Sie die Kernel-Quellen von http://kernel.org und wenden im Verzeichnis mit den ausgepackten Archiv mit

$ bzcat tuxonice-Version-for-Kernel-Version.patch.bz2 | patch -p1

den passenden TuxOnIce-Patch an. Alternativ verwenden Sie gleich das passende GIT-Repository des TuxOnIce-Entwicklers ([12],[13]). So befördert der Befehl

$ git clone git://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/nigelc/tuxonice-2.6.31.git

den Quelltext des aktuellen 2.6.31er-TuxOnIce-Kernels auf die Platte. Mit git pull aktualisieren Sie einen bestehendes Quelltext-Verzeichnis, wenn beispielsweise eine neue Minor-Version wie 2.6.31.1 herauskommt.

Für Debian und Ubuntu verwenden Sie make-kpkg aus dem Paket kernel-package, um den Kernel zu bauen. Als Ausgangsbasis für eine eigene Konfiguration eignet sich die Konfiguration für den laufenden Kernel. Für einen Kernel, der ohne Initrd auskommt, kompilieren Sie den Treiber für den Festplatten-Controller und das Root-Dateisystem fest in den Kernel. Der Befehl lsmod zeigt die hierfür geladenen Module am Ende der Liste an.

Die Konfigurationsoptionen befinden sich unter Power management and ACPI options | Enhanced Hibernation (TuxOnIce). Lassen Sie make oldconfig laufen, um die neu hinzugekommenen Optionen zu setzen. Aktivieren Sie zumindest eine Variante für das Speichern des Images, wie den Swap Allocator (CONFIG_TOI_SWAP). Die Optionen Compression support (CONFIG_TOI_CRYPTO), Userspace User Interface support sowie Replace swsusp by default (CONFIG_TOI_REPLACE_SWSUSP) sind ebenfalls empfehlenswert.

Die Option Default userui program location (CONFIG_TOI_USERUI_DEFAULT_PATH) setzt das Standard-Programm für die User-UI. Modulare Kernel brauchen Wait for initrd/ramfs to run, by default (CONFIG_TOI_IGNORE_LATE_INITCALL). Aktivieren Sie auch LZO-Kompression LZO compression algorithm (CONFIG_CRYPTO_LZO) unter Cryptographic API. Abbildung 1 zeigt eine Konfiguration, die auch ohne Initrd funktioniert.

Abbildung 1: Die Kernel-Konfiguration für das Nutzen von TuxOnIce ohne Initrd.

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