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Leichtathlet

Surfen mit dem Webbrowser Dillo

06.10.2009 Der leichtgewichtige Webbrowser Dillo ergänzt ideal schlanke Oberflächen und bringt alle wichtigen Funktionen zum Surfen mit.

Dieses Jahr feiert das Dillo-Projekt [1] seinen zehnten Geburtstag. Im Dezember 1999 erblickte der Browser mit der Versionsnummer 0.0.0 das Licht der Welt. Inzwischen steht er bei der Versionsnummer 2.1, und seit der ersten Release hat sich bei der Software eine Menge getan. Das Jubiläum gibt Anlass, den flinken Webbrowser aus dem Schatten der Platzhirsche Firefox [2] und Opera hervorzuholen und ins Rampenlicht zu stellen.

Individualistisch

Bevor wir uns anschauen, was Dillo zu etwas Besonderem macht, werfen wir einen Blick darauf, welche Details er nicht beherrscht. An erster Stelle steht hier das Thema Frames: Obwohl Websites mit einzelnen Rahmen bereits seit langem nicht mehr zum Standard gehören und daher mehr und mehr verschwinden, gehört deren Anzeige doch zum Repertoire jedes modernen Browsers. Zwar stellt Dillo Frames dar, jedoch ähnlich wie der Textbrowser Lynx [3] als Liste der einzelnen Elemente, die Sie jedes für sich ansteuern (Abbildung 1). Eine gerenderte Ansicht bietet der Browser nicht.

Abbildung 1: Dillo stellt die einzelnen Elemente eines Frames nach Lynx-Art als Liste dar.

Die nächste Eigenart von Dillo betrifft den Umgang mit Javascript und Flash. Wenn Sie Dillo benutzen, dann müssen Sie auf Videofilmchen, aufdringliche Werbe-Layer, Datenschnüffeleien und Sicherheitslücken wie Javascript-Exploits und Flash-Cookies [4] verzichten: Der Browser unterstützt weder die Skriptsprache noch das Adobe-Plugin. Allerdings existiert für experimentierfreudige, mutige Anwender ein erster Javascript-Patch [5].

Als letzter Punkt sei die Sprache angeführt: Sowohl die Oberfläche des Programms als auch die Dokumentation, die Manpages und die ausführlich kommentierten Konfigurationsdateien stehen nur in englischer Sprache bereit. Dank allgemein eingängigen Beschriftungen wie Exit Dillo oder Open URL, einer gelungenen Benutzerführung und reichlich Beispielen in den Konfigurationsdateien fällt dieses Manko jedoch kaum ins Gewicht. Dem Aufspielen auf die Festplatte steht also nichts mehr im Weg (siehe Kasten "Download und Installation").

Download und Installation

Wenn Sie Dillo nur als ältere Version wie 0.8.6 oder gar nicht im Software-Repository Ihrer Distribution entdecken, dann finden Sie im Download-Bereich [6] der Projektseite eventuell etwas passendes: Hier liegen Pakete, um den flinken Webbrowser unter Ubuntu, Fedora und anderen Linux-Varianten zu installieren.

Sollte Sie das Angebot an vorgefertigten Paketen nicht zufriedenstellen, steht der Quellcode samt einer detaillierten Anleitung zum Kompilieren und Installieren für Sie bereit. Beachten Sie in diesem Fall bitte, dass Dillo seit Version 2.0 zum Erstellen der grafischen Benutzeroberfläche nicht mehr die Bibliotheken von GTK1 nutzt, sondern jene von FLTK2 [7] (Abbildung 2).

Abbildung 2: Nicht nur die Dillo-Homepage zeigt sich im neuen Gewand: Der Browser nutzt für seine Oberfläche nun die Bibliothek FLTK2.

Erste Ansichten

Nach dem Start mit dem Kommando dillo in einer Shell präsentiert sich der Browser mit seinem Einführungsbildschirm about:splash, der Sie willkommen heißt (Abbildung 3). Seine Menüleiste zeigt sich aufgeräumt und entspricht dem von anderen Webbrowsern gewohnten Aufbau: Den Kopf des Programms nimmt das Eingabefeld für den URI ein. Davor sehen Sie den Button File. Hinter ihm verbergen sich die Funktionen für neue Fenster, neue Tabs oder das Beenden des Browsers. Sobald Sie übrigens einen Tab öffnen, steht dessen Karteireiter über dem Eingabefeld der URL und nicht darunter.

Abbildung 3: Dillo begrüßt Sie mit seinem Splashscreen, der auf die Homepage und die Dokumentation verweist.

Neben dem Eingabefeld finden Sie Schaltflächen, mit denen Sie in der History zurück und vorwärts navigieren, die Startseite öffnen, ein Dokument neu laden oder speichern, den Seitenaufbau stoppen, die Bookmarks aufrufen und schlussendlich unter Tools Grafiken oder CSS ein- und ausschalten. Außerdem öffnet sich mit der Lupe am Ende der Adresszeile ein Fenster, um Anfragen an eine Suchmaschine zu starten – Google ist hier voreingestellt.

Mit dem Klick auf die rechte Maustaste starten Sie das Kontextmenü des Browsers. Dort finden Sie unterschiedliche Listen, je nach aktiver Umgebung. Klicken sie beispielsweise in ein Dokument, öffnen sich die Page Options, um den Quelltext des Dokuments darzustellen (View page Source) oder ein Lesezeichen auf die Seite zu setzen (Bookmark this Page).

Der Rechtsklick auf einen Link öffnet entsprechend die Link Options, und bei einer Grafik bekommen Sie die Image Options. Ein Druck auf die mittlere Maustaste öffnet einen angewählten Link in einem neuen Reiter. Möchten Sie den Tab schließen, drücken Sie [Strg]+[Q] oder wählen im Menü File den Punkt Close aus.

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LinuxUser 06/2012

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