Elektronische Bücher, so genannte E-Books, kommen langsam in Mode. Zahlreiche Anbieter, darunter Branchengrößen wie Sony, Amazon oder die Philips-Tochter iRex, vertreiben handliche Reader und in einigen Fällen auch das entsprechende Futter dazu in Gestalt von digitalisierten Büchern. Dabei reicht das Portfolio von aktueller Belletristik über wissenschaftliche Publikationen bis hin zu klassischer Literatur. Die Bücher liegen meist in Format vor, das die Hersteller eigens für den entsprechenden Reader konzipiert haben.
Darüber hinaus existieren im Internet verschiedene Projekte, die meist ältere, urheberrechtsfreie E-Books in den gängigen Formaten zum kostenlosen Download anbieten. Dabei erreicht der Umfang der angebotenen Titel teils bereits Ausmaße einer größeren Bibliothek: So hat das seit vielen Jahren bestehende freie Projekt Gutenberg [1] aus den USA (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen kommerziellen deutschen Vertrieb) inzwischen mehrere zehntausend Bücher vor allem der klassischen Weltliteratur in verschiedenen Sprachen digitalisiert, die jeder Interessierte herunterladen kann.
Für den Literaturfreund ergibt sich aus den digitalen Büchern der Vorteil, unterwegs eine Vielzahl von Werken zur Hand zu haben, ohne mehrere schwere Publikationen in Papierform mit schleppen zu müssen. Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Die Lesegeräte sind kostspielig und können meist nicht alle Formate laden. Das schränkt ihren Nutzen erheblich ein.
Freie Entwickler haben deshalb für herkömmliche PCs – vorzugsweise für Note- oder Netbooks – mehrere Anwendungen zum Lesen der E-Books geschrieben. Aus diesen sticht Fbreader aufgrund seiner Funktionalität besonders hervor (Abbildung 1).
Fbreader installieren
Fbreader findet sich bei allen aktuellen Debian- und Ubuntu-basierten Linux-Distributionen bereits in den Repositories. Die Installation gelingt daher per Mausklick über das Frontend Synaptic oder mittels Aptitude auf der Kommandozeile. Die Konfigurationsroutine legt dabei unter Gnome im Menü Büro einen Eintrag E-book reader an.
Für einige Versionen von OpenSuse und AltLinux finden sich Links zu entsprechenden Binärpaketen im Web [2]. Auch für Red Hat Enterprise Linux, Fedora und die gängigen Versionen von Mandriva gibt es solche Binaries [3]. Sollten Sie eine Distribution nutzen, für die noch keine fertig kompilierten Pakete vorliegen, dann laden Sie das Programm im Quelltext von der Website des Projekts herunterladen und kompilieren es selbst.
Leseratte
Nach der Installation rufen Sie das Programm durch einen Mausklick auf den entsprechenden Menüeintrag auf. Die Software startet in einem rasanten Tempo, was sich unter anderem dadurch erklärt, dass die Entwickler auf jeden unnötigen Schnick-Schnack verzichtet haben: Neben der eigentlichen Anzeigefläche befindet sich – im Programmfenster oben horizontal angeordnet – lediglich noch eine Schalterleiste mit insgesamt 13 Symbolen zur Steuerung der Software. Eine Menüleiste fehlt. Am unteren Rand des Programmfensters gibt es eine Statusleiste sowie eine Seitenanzeige, die die Navigation in den Büchern erleichtern.
Die obere Schalterleiste haben die Entwickler nach Funktionen gruppiert: Alle mit der lokal gespeicherten E-Book-Bibliothek verbundenen Aktionen stecken in den ersten drei Buttons. Mit den nächsten drei Schaltflächen springen Sie innerhalb eines Textes hin und her. Außerdem haben Sie Zugriff auf diverse Suchfunktionen, während sich die vier Symbole ganz rechts mit Einstellungsoptionen beschäftigen. Hier ist insbesondere der Werkzeugbutton relevant, mit dem Sie alle Einstellungen wie beispielsweise Sprache, Schriftgrößen, Schriftfarben, Pfade zu den Bibliotheken oder den verwendeten Zeichensatz festlegen.
Für Nutzer eines so genannten Tablet-PCs mit drehbarem Bildschirm hält Fbreader etwas besonders Nützliches parat: Durch einen Klick auf den zweiten Button von rechts drehen Sie den geladenen Text in den Standardeinstellungen um 90 Grad, so dass das Anzeigeformat dem eines Buches im Hochformat entspricht.



