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Buchtipp

22.10.2009

Virtualbox kennenlernen

Virtuelle Maschinen bieten auch auf dem heimischen PC viele Vorteile. Einer der Protagonisten dieser Sparte ist das für Privatanwender kostenfreie Programm Virtualbox, dem sich Dirk Becker in seinem Buch widmet. Als Zielgruppe definiert der Verlag sowohl Einsteiger ohne jegliche Kenntnisse als auch fortgeschrittene Anwender, die Details über Virtualbox kennenlernen möchten.

Auf den ersten 60 Seiten bespricht Becker zunächst den Aufbau von PCs und verschiedene Virtualisierungstechniken sowie Strategien beim Aufsetzen virtueller Hosts. Danach steigt er in Kapitel 3 in die Installation der Software ein.

Hier wie im ganzen Buch geht er sowohl auf Windows als auch auf Linux ein. Ein Abschnitt in diesem Kapitel widmet sich dem Thema "Kommandozeilentools", das der Autor im Kapitel 8 noch einmal aufgreift. Solche Redundanzen treten an mehreren Stellen auf, was beim Einsatz des Buchs als Nachschlagewerk durchaus Sinn ergibt, beim einem Lehrbuch dagegen eher stört. So verwendet der Autor im Kapitel 4 beinahe identische Screenshots wie in Kapitel 3.

Begleitende Bilder helfen, Sachverhalte besser zu verstehen. Allerdings drängt sich bei einem derart inflationärem Gebrauch wie in diesem Buch eher der Verdacht auf, dass deren Sinn gut zur Hälfte darin besteht, das Buch zu füllen. Hätte sich der Autor aufs Wesentliche bezogen sowie Redundanzen und überflüssige Screenshots vermieden, ließe sich das 320 Seiten dicke Buch ohne jeglichen Informationsverlust problemlos auf 200 Seiten oder weniger reduzieren. Einen Vergleich der verschiedenen Virtualisierungsprogramme für den Desktop enthält das Buch nicht.

Trotz aller Kritik – das Buch bietet eine Fülle an Informationen, die die Arbeit mit Virtualbox deutlich erleichtern. So beschreibt das Kapitel "Migration und Import" Schritt für Schritt, wie Sie einen physikalischen Rechner in eine virtuelle Maschine migrieren. Dem durchaus wichtigen Thema Troubleshooting widmet der Autor allerdings lediglich magere neun Seiten.

Zahlreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen erleichtern in erster Linie Einsteigern die Arbeit mit Virtualbox. Wer sich jedoch bereits mit der Materie auseinandergesetzt hat, dem dürfte der Preis von rund 35 Euro für die Handvoll neuer Informationen, die das Buch liefert, zu viel sein. (tle)

Infos

Dirk Becker

VirtualBox

Galileo Press, 2009

ISBN: 978-3-8362-1374-5

321 Seiten, 34,90 Euro

http://www.galileocomputing.de

Der lange Weg zu Python 3

Mit der Release 3.0 hat Python-Gründer Guido von Rossum einige gravierende Änderungen am Code der Skriptsprache vorgenommen – mit dem Ergebnis, dass zum Teil alter Code nicht mehr kompatibel ist. Ein Blick in ein Buch mit dem Titel "Einführung in Python 3" erscheint da die richtige Wahl als Lektüre, um sich mit den Neuerungen vertraut zu machen. Das gleichnamige Buch von Thomas Theis versucht hier einen Spagat zwischen Ausblick und genereller Einführung.

Die rund 400 Seiten starke Lektüre hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck: Zum einen findet sich darin lediglich ein etwa drei Seiten langer Abschnitt, der wirklich auf die neuen Konzepte in Python 3 eingeht. Alle anderen Kapitel dienen nur dazu, die auch schon aus der vorherigen Versionen von Python bekannten Konzepte vorzustellen.

Durch das Buch zieht sich ein Programmierbeispiel, das allerdings recht trivial anmutet. Statt dieses jedoch in jedem Kapitel konsequent zu nutzen, baut der Autor zahlreiche weitere Beispiele ein, die den Text schwer leserlich machen, zumal es nicht immer leicht fällt, zwischen eigentlichem Beispiel und erläuterndem Text hin und her zuspringen.

Neben diesem etwas unübersichtlichen Aufbau fallen auch Ungereimtheiten auf. So verkauft der Autor dem Leser die Sprache zuerst als klare Programmierumgebung, die im Gegensatz zu anderen Sprachen meist nur eine Lösung zulässt, um eine Seite später auf die vielfältigen Möglichkeiten hinzuweisen, die sich zum Lösen eines Problems anbieten.

An einigen Stellen erscheint der Beispielcode fragwürdig, so zum Beispiel im Kapitel über das Abfangen von Fehlern (Exceptions). Hier werden über Fallunterscheidungen Variablenwerte geprüft, obwohl der Autor selbst in einem anderen Beispiel zeigt, wie es auch mit einer echten Ausnahmbehandlung möglich wäre. Als Ergebnis findet sich Code in dem Buch, der so komplex nicht sein müsste.

Für den Umsteiger empfiehlt sich das Buch definitiv nicht. Zu wenig geht der Autor auf die Unterschiede zwischen Python 2 und der Version 3 ein. Einsteiger finden eine Lektüre, die an vielen Stellen unübersichtlich und schwer leserlich wirkt. Auch die Gewichtung der Kapitel hätte man sich anders gewünscht.

Infos

Thomas Theis

Einführung in Python 3

Galileo Press, 2009, 2. akt. Aufl.

399 Seiten, 24,90 Euro

http://www.galileocomputing.de

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