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Ballast abwerfen

Auf dem Weg zu Gnome 3.0

19.10.2009 Gnome 2.28 weist bereits den Weg zur Version 3.0: Ein neuer Unterbau verschlankt die Benutzeroberfläche und macht Schluss mit altem Ballast.

Pünktlich auf den Tag veröffentlichte das Gnome-Team die neueste Ausgabe 2.28 des Desktops [1]. Im Vordergrund standen vor allem Aufräumarbeiten: Veraltete Funktionsaufrufe flogen aus den Programmen, und diverse Bibliotheken erhielten nun das Etikett "veraltet".

Im Hinblick auf die bevorstehende Version 3.0 schliff das Team noch einmal kräftig an den letzten rauen Kanten des Desktops und ebnete so den Weg zum neuen Major-Release. Gehen die Arbeiten im momentan eingeschlagenen Tempo weiter, schaffen es die Entwickler, den März-Termin für Gnome 3.0 zu halten. Aber schon jetzt fühlt sich Gnome schlanker, stabiler und schneller an als die bisherigen Versionen.

Bibliotheken wie Libgnome und Libbonobo sowie die passenden Interface-Bibliotheken, aber auch die alte Abstraktionsschicht für Zugriffe auf Dateisysteme (Libgnomevfs) kommen entweder gar nicht mehr oder nur noch selten in den Kernkomponenten zum Einsatz. Damit einher gehen ein geringerer Ressourcenverbrauch und schnellere Startzeiten der einzelnen Programme.

Viele der Bibliotheksfunktionen fließen bereits seit einiger Zeit in Glib oder GTK+ ein. Langfristig reichen diese beiden Komponenten aus, um selbst größere Anwendungen zu entwickeln. Für andere Bibliotheken – darunter GConf – steht bereits ein Ersatz bereit, allerdings erst in einer frühen Entwicklerversion.

Im November entscheiden die Entwickler darüber, ob Gnome schon im kommenden Frühjahr den Stempel 3.0 trägt oder erst im darauffolgenden Herbst. Erscheint Gnome 3.0 bereits im März 2010, werden wohl das derzeitige GTK+ 2.18 und sowie die Glib 2.22 als Basis dienen. Die Entwickler betonen aber, dass der unumgängliche spätere Schritt auf GTK+/Glib 3.0 nur sehr klein ausfalle.

Die Firmen Sun, Novell, Red Hat und Nokia (sowie neuerdings auch Intel) haben damit eine verlässliche Plattform für zukünftige Entwicklungen. Projekte wie Gnome Mobile [2] kommen nicht zuletzt deswegen in vielen Produkten zum Einsatz. Zu den prominenten Kandidaten gehören Maemo [3], das auch zukünftig auf Gnome-Komponenten aufbaut, und Intels Moblin [4], eine Distribution, die sich besonders für Netbooks eignet.

Saubere Dialoge und Menüs

Für viel Diskussionen sorgte die Entscheidung, in Gnome 2.28 Symbole aus den Menüs und Knöpfen zu entfernen. Die Gnome-Entwickler argumentieren damit, dass dies ein sauberes Erscheinungsbild von Dialogen und Menüs ermöglicht. Ausnahmen bestätigen die Regel, und so nahmen die Entwickler dynamische Objekte von dieser Maßnahme aus, wie etwa Menüeinträge für Anwendungen, Dateien oder Lesezeichen. Ubuntu möchte wohl eine Option bereitstellen, die die Rückkehr zur alten Darstellungsmethode ermöglicht.

Evince

Den Dokumentenbetrachter Evince ([5], Abbildung 1) zeichnet nicht zuletzt sein schlanker Aufbau aus. Er unterstützt dennoch viele Dateiformate, wie beispielsweise Postscript, PDF, TIFF und DJVU. Evince bringt einen Präsentationsmodus mit: Statt also OpenOffice Impress direkt zu verwenden, können Sie nun Slides nach PDF exportieren und in Evince präsentieren. Neuerdings beherrscht das Programm auch Anmerkungen, allerdings beschränkt sich die neue Funktion momentan nur auf das Anzeigen vorhandener Notizen. Nach Abstürzen öffnet Evince beim erneuten Programmstart das zuletzt geöffnete Dokument automatisch wieder.

Abbildung 1: Der Dokumentenbetrachter Evince beherrscht eine Vielzahl von Formaten. Nach einem Absturz lädt das Programm das zuletzt geöffnete Dokument.

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Infos zum Autor

Christian Meyer

Linux-Nutzer seit 1996, aktiv bei Gnome zwischen 2000 und 2006.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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