AA_ballon_sxc_1222536.jpg

© mbiernat, sxc.hu

Auf dem Weg zu Gnome 3.0

Ballast abwerfen

Gnome 2.28 weist bereits den Weg zur Version 3.0: Ein neuer Unterbau verschlankt die Benutzeroberfläche und macht Schluss mit altem Ballast.

Pünktlich auf den Tag veröffentlichte das Gnome-Team die neueste Ausgabe 2.28 des Desktops [1]. Im Vordergrund standen vor allem Aufräumarbeiten: Veraltete Funktionsaufrufe flogen aus den Programmen, und diverse Bibliotheken erhielten nun das Etikett "veraltet".

Im Hinblick auf die bevorstehende Version 3.0 schliff das Team noch einmal kräftig an den letzten rauen Kanten des Desktops und ebnete so den Weg zum neuen Major-Release. Gehen die Arbeiten im momentan eingeschlagenen Tempo weiter, schaffen es die Entwickler, den März-Termin für Gnome 3.0 zu halten. Aber schon jetzt fühlt sich Gnome schlanker, stabiler und schneller an als die bisherigen Versionen.

Bibliotheken wie Libgnome und Libbonobo sowie die passenden Interface-Bibliotheken, aber auch die alte Abstraktionsschicht für Zugriffe auf Dateisysteme (Libgnomevfs) kommen entweder gar nicht mehr oder nur noch selten in den Kernkomponenten zum Einsatz. Damit einher gehen ein geringerer Ressourcenverbrauch und schnellere Startzeiten der einzelnen Programme.

Viele der Bibliotheksfunktionen fließen bereits seit einiger Zeit in Glib oder GTK+ ein. Langfristig reichen diese beiden Komponenten aus, um selbst größere Anwendungen zu entwickeln. Für andere Bibliotheken – darunter GConf – steht bereits ein Ersatz bereit, allerdings erst in einer frühen Entwicklerversion.

Im November entscheiden die Entwickler darüber, ob Gnome schon im kommenden Frühjahr den Stempel 3.0 trägt oder erst im darauffolgenden Herbst. Erscheint Gnome 3.0 bereits im März 2010, werden wohl das derzeitige GTK+ 2.18 und sowie die Glib 2.22 als Basis dienen. Die Entwickler betonen aber, dass der unumgängliche spätere Schritt auf GTK+/Glib 3.0 nur sehr klein ausfalle.

Die Firmen Sun, Novell, Red Hat und Nokia (sowie neuerdings auch Intel) haben damit eine verlässliche Plattform für zukünftige Entwicklungen. Projekte wie Gnome Mobile [2] kommen nicht zuletzt deswegen in vielen Produkten zum Einsatz. Zu den prominenten Kandidaten gehören Maemo [3], das auch zukünftig auf Gnome-Komponenten aufbaut, und Intels Moblin [4], eine Distribution, die sich besonders für Netbooks eignet.

Saubere Dialoge und Menüs

Für viel Diskussionen sorgte die Entscheidung, in Gnome 2.28 Symbole aus den Menüs und Knöpfen zu entfernen. Die Gnome-Entwickler argumentieren damit, dass dies ein sauberes Erscheinungsbild von Dialogen und Menüs ermöglicht. Ausnahmen bestätigen die Regel, und so nahmen die Entwickler dynamische Objekte von dieser Maßnahme aus, wie etwa Menüeinträge für Anwendungen, Dateien oder Lesezeichen. Ubuntu möchte wohl eine Option bereitstellen, die die Rückkehr zur alten Darstellungsmethode ermöglicht.

Evince

Den Dokumentenbetrachter Evince ([5], Abbildung 1) zeichnet nicht zuletzt sein schlanker Aufbau aus. Er unterstützt dennoch viele Dateiformate, wie beispielsweise Postscript, PDF, TIFF und DJVU. Evince bringt einen Präsentationsmodus mit: Statt also OpenOffice Impress direkt zu verwenden, können Sie nun Slides nach PDF exportieren und in Evince präsentieren. Neuerdings beherrscht das Programm auch Anmerkungen, allerdings beschränkt sich die neue Funktion momentan nur auf das Anzeigen vorhandener Notizen. Nach Abstürzen öffnet Evince beim erneuten Programmstart das zuletzt geöffnete Dokument automatisch wieder.

Abbildung 1: Der Dokumentenbetrachter Evince beherrscht eine Vielzahl von Formaten. Nach einem Absturz lädt das Programm das zuletzt geöffnete Dokument.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Blick nach vorn
    Mit dem traditionellen Herbst-Release erfuhr Gnome wieder viele kleine aber nützliche Neuerungen. Mit Gnome 2.24 visieren die Entwickler nun langsam aber sicher auch die nächste Major-Version 3.0 an.
  • Gnome 2.32 verbessert Chat und PDF-Unterstützung
    Mit Version 2.32 hat das Gnome-Projekt die letzte 2.x-Release der freien Desktopumgebung vor dem Sprung zu Gnome 3.0 veröffentlicht.
  • Riesiger Zwerg
    Ab Ende April erscheinen unter anderem von Ubuntu, Mandriva und Fedora neue Distributionen, die in der Gnome-Variante auf das aktuelle Gnome 2.30 setzen. Dieser Artikel zeigt, welche Neuerungen in dieser Gnome-Version stecken.
  • Gnome 2.30 ist (fast) fertig
    An die Versionsnummer Gnome 2.30 wird man sich vermutlich noch lange erinnern. Sie markiert den voraussichtlich letzten größeren Versionssprung vor Gnome 3.0 und ist jetzt als Release Candidate erhältlich.
  • Gnome 2.12 ist da
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2017: Daten retten & sichern

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 1 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...
WLan mit altem Notebook funktioniert nicht mehr
Stefan Jahn, 22.08.2017 15:13, 0 Antworten
Ich habe ein altes Compaq-6710b Notebook mit Linux Mint Sonya bei dem WLan neulich noch funktioni...
Würde gerne openstreetmap.de im Tor-Browser benutzen, oder zu gefährlich?
Wimpy *, 21.08.2017 13:24, 2 Antworten
Im Tor-Netzwerk (Tor-Browser) kann ich https://www.openstreetmap.de/karte.html# nicht nutzen....