Blattsalat

Für den umgekehrten Weg – also das Vergrößern einzelner Seiten und geschicktes Zusammenfügen zu einem Poster aus einzelnen DIN-A4-Blättern – verwenden Sie das Werkzeug poster. Es verarbeitet sowohl schwarzweiße als auch farbige Postscript-Files. PDF-Dokumente müssen Sie im Vorfeld mit pdftops[7] entsprechend umwandeln. Wie das funktioniert, lesen Sie bei Bedarf in der ersten Folge dieser Beitragsreihe nach [8].

Als Ausgangspunkt benutzen wir ein Dokument im üblichen Format DIN A4. Um daraus ein DIN-A0-Poster zu produzieren, gilt es das Dokument aufzuteilen und die einzelnen Stücke dann auf einem kleinformatigen Drucker auszugeben. Anschließend kann man die einzelnen Blätter zu einem A0-Poster zusammenkleben. Beim Verwenden eines DIN-A3-Druckers benötigt man 8 Blätter, bei DIN A4 hingegen 16. Folgende Aufrufe führen zum Ziel:

$ poster -v -iA4 -mA3 -pA0 original.ps >poster-a3.ps
$ poster -v -iA4 -mA4 -pA0 original.ps >poster-a4.ps

Der Schalter -v ("verbose") macht poster mitteilsam, ansonsten schweigt es beharrlich. Der Parameter -i ("input file") nennt die Blattgröße der Eingabedatei, -m ("media size") die Blattgröße, auf der gedruckt werden soll. Mit der Option -p legen Sie die Postergröße fest, hier also DIN A0. Danach folgt der Name der Eingabedatei, das Resultat gibt poster auf stdout aus. Von hier leiten Sie es mittels des >-Operators in die Ausgabedatei um.

Neben Postscript-Dateien kann poster auch EPS-Bilder direkt verarbeiten. In diesem Fall entfällt die Blattgröße des Eingabefiles, da das EPS-Format die Größe des Bildes schon enthält – poster kann sie also selbst ermitteln. Abbildung 6 zeigt den Kommandozeilenaufruf samt der Mitteilungen während der Verarbeitung, Abbildung 7 die dazugehörige Darstellung der gerenderten Einzelseiten in Ghostview.

Abbildung 6: poster bei der Erstellung der Einzelseiten für das A0-Poster.
Abbildung 7: So sieht eine Einzelseite des Posters in Ghostview aus.

Als besonders hilfreich beim Zusammenfügen der Einzelblätter zu einem Gesamtkunstwerk erweisen sich die von poster eingefügten Markierungen für die Seitenstöße, die in Abbildung 7 gut zu erkennen sind. Sie vereinfachen das passgenaue Verkleben erheblich.

Gerade bei Postern oder Transparenten, bei denen Sie die Einzelteile in Formaten über DIN A3 erzeugen – etwa für Veranstaltungsbanner oder ähnliches – fallen in der Regel recht erhebliche Datenmengen an. Aber keine Sorge, richtige Druckereien sind so etwas gewohnt und haben keine Probleme mit der Weiterverarbeitung.

Infos

[1] Psutils: http://packages.debian.org/lenny/psutils

[2] Mpage ftp://sunsite.unc.edu/pub/Linux/system/printing/mpage24.tgz

[3] Pdfjam: http://go.warwick.ac.uk/pdfjam

[4] Pdftex: http://www.ctan.org/tex-archive/systems/pdftex/

[5] Pdfpages: http://www.ctan.org/tex-archive/macros/latex/contrib/pdfpages/

[6] Mpage-Artikel: Martin Schulze, "Texten mit Mpage", erschienen in Linux-Magazin 12/1997, http://www.infodrom.org/~joey/Writing/Linux-Magazin/mpage.html

[7] Pdftops: http://www.linuxcommand.org/man_pages/pdftops1.html

[8] PS/PDF-Tools (Teil 1): Frank Hofmann, "Bild und Druck", LinuxUser 08/2009, S. 78, http://www.linux-community.de/artikel/19014/

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Bücher, Broschüren und Booklets
    Im vierten Teil unserer Reihe zur effektiven Nutzung von Postscript und PDF geht es um das clevere Erzeugen von Büchern, Broschüren und Booklets.
  • Werkzeuge für PDF und Postscript (Teil 13)
    Klickprogramme sind beim automatisierten Verarbeiten von PDF-Dokumenten von Nachteil. Stattdessen haben textbasierte Werkzeuge wie PDFrecycle die Nase vorn. Sie sparen Zeit und Nerven.
  • The Answer Girl
    Dass der Computer-Alltag auch unter Linux des Öfteren für Überraschungen gut ist, ist eher eine Binsenweisheit: Immer wieder funktionieren Dinge nicht oder nicht so, wie eigentlich angenommen. Das Answer-Girl im LinuxUser zeigt, wie man mit solchen Problemchen elegant fertig wird.
  • PostScript-Dateien erzeugen und bearbeiten
    Unter Linux beginnt das Publishing schon auf der Kommandozeile: Mit "a2ps" erzeugen Sie Postscript-Dateien, mit den PSUtils bringen Sie die generierten Dokumente nahezu beliebig in Form.
  • Software
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2016: Multimedia

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...