Beim Pavilion dv7-2070eg [1] lässt sich HP trotz des günstigen Preises von 800 Euro nicht lumpen. In einem wohldimensionerten Gehäuse finden sich viele wünschenswerte Komponenten, wie ein mit 2,2 GHz getakteter Dualcore-Prozessor des Typs Turion X2 mit 1 MByte L2-Cache, eine 320-Gigabyte-Festplatte von Fujitsu und ein DVD-Brenner TSSTcorp CDDCDW TS-L633L mit Lightscribe. Ein Radeon-HD-4650-Grafikchip mit 1 GByte VRAM bedient einen (spiegelnden) 17,3-Zoll Bildschirm mit 1600 x 900 Pixeln Auflösung, für Netzwerkanschluss sorgen 802.11b/g WLAN und ein Gigabit-Ethernet-Port. Das Gerät verfügt über zwei RAM-Slots, die insgesamt maximal 8 Gigabyte fassen. Laut Spezifikation soll der Pavilion dv7-2070eg 4 GByte RAM mitbringen, unser Testgerät verfügte aber entgegen der Angaben auf der Packung nur über 2 GByte.
Als Extras finden sich eine Webcam sowie eine Mini-Fernbedienung, die sich im Expresscard-Schacht verstauen lässt (Abbildung 1). Anschlüsse (Abbildung 2) bietet der Pavilion dv7 reichlich: Audio-in/out-Klinke, VGA, HDMI, Dockingstation-Anschluss, vier USB-Ports und 5-in-1 Smartcard-Reader (SD/MMC/MS/XD). Besonders nützlich, weil schön schnell sind der eSATA-Anschluss (Kombi-Port mit einem der USB-Port), Firewire 400 (4-polig) und der integrierte ExpressCard/54-Einbauschacht. Lediglich integriertes Bluetooth lässt das Notebook vermissen – insbesondere angesichts der sonst recht üppigen Hardware erscheint diese (Zahn-)Lücke unverständlich.
Design und Verarbeitung
Obwohl den Laptop wieder die derzeit bei HP so beliebten Muster zieren, wirkt das Design mit abgerundeten Kanten, silbernen Zierleisten, integrierten Lautsprechergrills und edel wirkendem Keyboard durchaus ansprechend. Die Ports sind gut zugänglich, lediglich den Multi-Card-Reader hätte HP an eine andere Stelle bauen sollen als direkt unter den ExpressCard-Schacht: Bei Erweiterungskarten, die zusätzliche externe Ports oder Antennen bieten, blockieren diese schnell den Multi-Card-Reader. Der Laptop gibt sich solide und weitgehend gut verarbeitet; es stört lediglich, dass die Tastatur um die S-Taste herum beim Tippen etwas nachgibt. Auch die Maustasten sind etwas schwergängig, und ein spiegelndes Display mag nicht jeder.
Der Pavilion dv7 baut mit 41 x 28 x 4 Zentimer (die Dicke schwankt zwischen 3,5 und 4,32 cm) optisch nur unwesentlich kleiner als der im letzten Heft getestete "Kaventsmann" HP HDX X18 [2] mit 18,4-Zoll-Display, zwei Festplatten und Quadcore-Prozessor (Abbildung 3). Mit 3,3 Kilogramm zählt er zwar nicht eben zu den Leichtgewichten, lässt sich aber dennoch deutlich besser tragen als der 4,1 Kilogramm schwere HDX X18 – und kostet nur halb soviel. Der dv7 ist kein Lärmmacher: Im Normalbetrieb arbeitet der Lüfter äußerst leise, selbst unter Last föhnt er nicht zu laut. Angesichts dessen, dass der Laptop sich bei unseren Benchmarks hinten links stark aufheizt, wäre ein unter Last schneller drehender Lüfter jedoch wünschenswert.
Linux-Installation
Es erfordert etwas Handarbeit, alle Komponenten des mit Windows Vista gelieferten Pavilion dv7 mit Linux ans Laufen zu bekommen. Unter Ubuntu 9.04 funktioniert nach der Installation alles außer Sound und WLAN: Kartenleser, Firewire, eSATA, Lightscribe (nach Installation wie unter [3] beschrieben, siehe Abbildung 4), Multimediatasten, Webcam – sogar die Windows Mediacenter-Fernbedienung verrichtet ohne Handanlegen sofort ihren Dienst.
Eine Soundausgabe erhalten Sie – wie bei anderen aktuellen HP-Laptops – erst nach Installation des aktuellen Treiberpakets in Version 1.0.20 von der Alsa-Homepage [4] mittels ./configure, make und sudo make install, wenigstens eingeschränkt (siehe Abschnitt "Probleme"). Der Atheros-AR9285-WLAN-Adapter nimmt erst nach Installation des Pakets linux-backports-modules-jaunty Verbindung auf. Nach der Installation von 32-Bit-Ubuntu mussten wir erst ein Systemupdate machen, damit wir im Hardware-Assistenten den proprietären ATI-Treiber auswählen konnten, in 64-Bit-Ubuntu funktionierte die Installation auch ohne Aktualisierung.
Auch unter OpenSuse 11.1 lässt sich der Pavilion dv7 zur nahezu vollständigen Zusammenarbeit überreden. Die Installation des proprietären ATI-Treibers geht reibungslos vonstatten. Sound funktioniert – mit den selben Problemen – genau wie unter Ubuntu nach Installation des Treiberpakets von der ALSA-Homepage. Zum Einrichte des WLAN-Chips installieren wir das Paket compat-wireless_kmp_pae-2.6.30_2.6.27.25_0.1-8.1.i586.rpm.
Lästigerweise versteht sich OpenSuse im Ursprungszustand nicht mit dem Realtek-RTL8268D-Netzwerkchip, was Sie beheben, indem Sie den RTL8168D/81111D-Treibers von der Realtek-Homepage [5] herunterladen und wie im Readme angegeben installieren. (Dazu benötigen Sie auch die Pakete kernel-source und gcc.) Darüber hinaus müssen Sie noch das von OpenSuse fälschlicherweise geladene Modul r8169 in /etc/modprobe.d/blacklist eintragen, damit es dem korrekten r8168 nicht Knüppel zwischen die Beine wirft.
Gänzlich verzichten müssen OpenSuse-Anwender bislang auf das Nutzen der Webcam sowie der Fernbedienung.



