Zeichensalat

Als erstes öffnen Sie im Ordner ~/icewm die Datei preferences, die das Verhalten von IceWM steuert. In ihr finden Sie einen recht kryptischen Textsalat. Jede Einstellung befindet sich in einer eigenen Zeile, alles direkt hinter einem # ignoriert IceWM. Folglich sind derzeit noch alle möglichen Funktionen außer Kraft. Was eine Einstellung später unter IceWM anrichtet, verrät der Kommentar direkt in der Zeile darüber. Mit

# DesktopBackgroundImage=""

verändern Sie beispielsweise das Hintergrundbild. Um ein eigenes einzusetzen, entfernen Sie zunächst die vorangestellte Raute und setzen zwischen die Anführungszeichen den Pfad zur entsprechenden Bilddatei. Letztere kann IceWM auf die aktuellen Bildschirmabmessungen aufblasen. Dazu suchen Sie die Zeile

# DesktopBackgroundScaled=0 # 0/1

Aktivieren Sie die Einstellung, indem Sie wieder die Raute entfernen, und platzieren dann nach dem Gleichheitszeichen eine 1:

DesktopBackgroundScaled=1

Welche Werte nach dem Gleichheitszeichen stehen dürfen, verrät in diesem Fall der Kommentar hinter der Raute. Bei einem # 0/1 hat man die Wahl zwischen 0 für Nein und einer 1 für Ja. Nach diesem Schema funktionieren auch alle übrigen Einstellungen. So versteckt beispielsweise TaskBarAutoHide=1 die Taskbar vorübergehend. Das schafft auf dem Bildschirm mehr Platz, was besonders Netbook-Besitzer mit einem kleinen Bildschirm freut. Sobald man mit der Maus an den unteren Rand stößt, klappt die Taskbar wieder aus.

Die Taskleiste dürfen Sie noch weiter foltern: So verschiebt TaskBarAtTop=1 sie an den oberen Rand, TaskBarShowAPM=1 blendet die Batteriekapazität ein und TaskBarDoubleHeight=1 ergänzt sie um ein Quicklaunch-Fenster, in das Sie nur den Namen einer Anwendung tippen und dann [Eingabe] drücken. Eine Ausnahme gilt bei Konsolenanwendungen, die Sie über [Strg]+[Eingabe] starten.

Schachtelhalma

Um den Inhalt und Aufbau des Startmenüs kümmert sich die Datei menu. Jede Zeile entspricht genau einem Eintrag im Menü. So erzeugt beispielsweise

prog OpenOffice – openoffice.org

einen Menüpunkt für OpenOffice. Er erscheint allerdings nur, Falls das entsprechende Programm auch tatsächlich auf der Platte liegt. In der obigen Zeile signalisiert prog, dass der Eintrag auf ein Programm verweist. Es folgt der im Menü angezeigte Name (OpenOffice) und am Ende die ausführbare Programmdatei. Anstelle der beiden Striche können Sie auch eine Bilddatei angeben, die IceWM dann immer vor die Beschriftung setzt. Bilder ohne Pfadangabe sucht IceWM in .icewm/icons oder /usr/share/icewm/icons (beziehungsweise /usr/local/share/icewm). Eine Trennlinie zieht separator, während die folgenden Zeilen ein Untermenü erzeugen:

menu Name Bilddatei {
        prog …
}

Alle im Untermenü enthaltenen Programmeinträge sowie weitere Untermenüs setzen Sie einfach zwischen die geschweiften Klammern. Ein Beispiel dazu zeigt Listing 1, dessen Ergebnis Abbildung 5.

Listing 1
menu Texteditoren folder {
        prog vim vim gvim
        prog xemacs xemacs xemacs
}
Abbildung 5: Das fertige Menü aus Listing 1.

Nach dem gleichen Muster bestücken Sie die Konfigurationsdatei toolbar. Sie bestimmt, welche Programme und Menüs im Schnellstartbereich der Taskbar auftauchen. Dort erhalten übrigens alle Einträge einen eigenen Knopf, die nicht in einem Untermenü liegen. Haben Sie ihnen zusätzlich noch ein Bild zugewiesen, beklebt IceWM die Schaltfläche mit diesem Symbol (wie in Abbildung 3 mit dem kleinen Bildschirm-Symbol geschehen).

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