Klassischen Content verwalten

In einem ersten Schritt bilden viele Dozenten in Moodle eine klassische Kurs-Webseite nach, die einfach Materialien nach Themen sortiert bereitstellt. Dabei kann es sich um Präsentationen im PDF-Format, Audio-Mitschnitte von Veranstaltungen oder auch Links zu Webseiten handeln. Die Dateien liegen dabei wahlweise (nach einem Upload) direkt auf dem Moodle-Server oder auf anderen Servern. Eine Materialsammlung erstellen Sie schnell: Dazu klicken Sie zunächst rechts oben auf Bearbeiten einschalten. Dadurch erscheinen an etlichen Stellen neue Dropdown-Menüs und Schaltflächen, über die Sie die Kursseite verändern.

Alle nicht interaktiven Elemente nennt Moodle "Arbeitsmaterialien". Sie ergänzen im Bearbeitenmodus jederzeit neues Material, indem Sie an der gewünschten Position auf Arbeitsmaterial hinzufügen klicken und im Dropdown-Menü den richtigen Typ auswählen. Um eine neue Textseite zu erzeugen, wäre etwa Textseite (mit Editor) die richtige Wahl. Dann erscheint eine Seite mit drei wichtigen Eingabefeldern: einem Seitentitel sowie zwei Editorbereichen für eine Kurzbeschreibung und für den eigentlichen Seiteninhalt. Die Kurzbeschreibungen zeigt Moodle später an, sobald Teilnehmer im linken Menü auf Arbeitsmaterialien klicken (Abbildung 7), um sich eine Übersicht zu verschaffen.

Abbildung 7: Die Übersicht aller Arbeitsmaterialien zeigt die Kurzbeschreibungen an.

Liegen Texte bereits im HTML-Format vor, laden Sie die HTML-Datei direkt hoch und fügen sie dem Arbeitsmaterial hinzu. Ansonsten verwenden Sie den in Moodle eingebauten Seiteneditor, um neue Texte einzugeben. Am einfachsten holen Sie vorformatierte Texte in den Seiteneditor, indem Sie sie in OpenOffice mittels [Strg]+[C] kopieren und im Seiteneditor mit [Strg]+[V] einfügen: Dabei bleiben auch Formatierungen inklusive Absatzformaten erhalten (Abbildung 8).

Abbildung 8: Text aus OpenOffice kopieren Sie einfach per Copy & Paste in ein neues Moodle-Textdokument.

Links auf externe Dokumente fügen Sie auch über die Arbeitsmaterialien hinzu. Für Multimediadateien bringt Moodle ein Plugin mit, sodass ein eingebauter Media-Player Videos und Audiodateien abspielt. Wollen Sie Dokumente auf den Moodle-Server hochladen, klicken Sie auf der Kursstartseite im Bereich Administration den Menüpunkt Dateien an: Für jeden Kurs erstellen Sie dann Verzeichnisse, füllen diese mit Dateien und verlinken das Ganze später als Arbeitsmaterialien. Bei großen Dateisammlungen erweist es sich meist als hilfreich, sie als gepacktes Archiv auf den Moodle-Server zu kopieren – das erspart Einzel-Uploads.

Jetzt bietet die neue Moodle-Seite bereits eine kleine Materialsammlung. Sich darauf zu beschränken, würde aber den Einsatz von Moodle nicht rechtfertigen, denn das erledigt eine einfach Webseite oder ein CMS besser und schneller. Spannend wird es erst, wenn Sie die speziellen Features nutzen, die Moodle zu einer Lernumgebung machen.

Interaktive Funktionen: Lernaktivitäten

Moodle bietet Dozenten eine Reihe von Möglichkeiten, Kursteilnehmer zu aktivieren. All diese Elemente fasst Moodle unter dem Begriff "Lernaktivitäten" zusammen. Von anderer Software kennt man Foren, über die sich alle angemeldeten Benutzer austauschen dürfen. Auch Moodle kennt solche Foren und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Rollen von Dozenten und Teilnehmern: So sind klassische Foren möglich (in denen jeder beliebig posten darf), aber auch spezielle Bereiche, wie etwa das Frage-und-Antwort-Forum. Hier stellt der Trainer Fragen, die alle Teilnehmer beantworten müssen, wobei ein Schüler erst dann die übrigen Antworten lesen kann, wenn er die Frage selbst bearbeitet hat.

Auch Moodle-interne Wikis funktionieren wie ihre klassischen Pendants, und sie bieten verschiedene Einsatzmöglichkeiten: Der Dozent kann ein Wiki mit Inhalt füllen, um eine Übersicht aller im Unterricht behandelten Themen mit Querverweisen zu erzeugen; er kann aber auch die Teilnehmer bitten, gemeinsam ein Wiki zu bearbeiten. Bei größeren Projekten, welche die Teilnehmer in Gruppenarbeit erledigen, dienen Wikis auch zur Projektdokumentation – dann greifen bei richtiger Konfiguration nur die Mitglieder der einzelnen Gruppen (und der Dozent) auf die Wiki-Inhalte zu.

Bei Moodle-Glossaren handelt es sich um Stichwortsammlungen mit Erklärungen und ähneln Lexikoneinträgen. Am Beispiel eines Glossars zeigen wir, wie Sie eine Lernaktivität einrichten. Detaillierte Hinweise zu allen verfügbaren Typen gibt das deutschsprachige Moodle-Wiki [3].

Um ein neues Glossar anzulegen, wählen Sie im Bearbeitenmodus Aktivität anlegen | Glossar. Es erscheint eine neue Seite (Abbildung 9), auf der Sie einen Namen und eine Beschreibung für das Glossar eintragen sowie einige Einstellungen festlegen – unter anderem erlauben oder verbieten Sie hier, mehrere Einträge zum selben Begriff zu erzeugen. Das zu gestatten, ist sinnvoll, wenn später die Teilnehmer die Glossareinträge erstellen sollen – in diesem Fall können Sie auch die Option Einträge ohne Prüfung freigeben abschalten, um als Trainer neue Glossareinträge der Teilnehmer erst zu lesen und eventuell zu korrigieren, bevor Sie sie veröffentlichen.

Abbildung 9: Legen Sie ein Glossar an, um wichtige Begriffe zu erläutern und aus den übrigen Texten heraus zu verlinken.

Es gibt zwei Glossartypen: Das Standard- und das Hauptglossar. Standardglossare erzeugen Sie in beliebiger Zahl, etwa zu bestimmten Themen oder als Aufgaben. Das Hauptglossar spielt eine besondere Rolle, denn aus allen einfach Glossaren können Sie Einträge ins Hauptglossar exportieren. So entscheiden Sie bei umfassender Nutzung der Glossarfunktion, welche Informationen gut genug sind, um in das zentrale Glossar zu wandern.

Glossare bieten das Feature der automatischen Verlinkung: Wenn Sie es über die Verwaltung der Filter aktivieren, markiert und verlinkt Moodle im Glossar erklärte Begriffe, die in anderen Moodle-Seiten auftauchen. Diese Funktion können Sie beispielsweise nutzen, um einen Text mit vielen Fachbegriffen als Arbeitsmaterial anzulegen und dann die Teilnehmer zu bitten, einzelne der im Text stehenden Begriffe im Glossar zu erklären – beim Klick auf ein markiertes Wort öffnet sich dann ein kleines Fenster, das die Erklärung anzeigt (Abbildung 10).

Abbildung 10: Automatisch verlinkt – Mausklicks auf die grau hinterlegten Worte öffnen die zugehörigen Glossareinträge.

Ein neu erzeugtes Glossar taucht auf der Kursstartseite auf. Klicken Sie es an, erscheinen die gespeicherten Einträge, und Sie (und die Kursteilnehmer) können neue Informationen eingeben, indem Sie auf Neuen Eintrag anlegen klicken.

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