Moodle-Setup

Im Webbrowser öffnen Sie die Seite http://moodletest.local/moodle und starten damit die webbasierte Konfiguration. Auf der ersten Dialogseite wählen Sie die Sprache aus. Deutsch gibt es in zwei Varianten: mit Dialogen, welche die Benutzer duzen (de_du), und solchen, die sie siezen (de). Mit Next geht es zur zweiten Seite, die dann schon deutschsprachig erscheint. Hier prüft Moodle die PHP-Konfiguration und zeigt das Ergebnis an. Zu allen Themen sollte rechts in grüner Schrift Durchgang stehen. Weiter geht es jetzt und in allen folgenden Dialogen mit einem Klick auf Nächste.

Im nächsten Schritt legen Sie fest, wo Moodle seine Daten speichert (Abbildung 1). Sofern Sie die Empfehlung aus diesem Workshop übernommen haben, passt der Verzeichnisvorschlag (/var/www/moodledata). Eine Änderung ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Sie mehrere unabhängige Moodle-Installationen parallel betreiben. Die Webadresse, im Beispiel http://moodletest.local/moodle, sollte auch passen – schließlich haben Sie das Konfigurationsinterface schon mit der korrekten Adresse aufgerufen.

Abbildung 1: Zu Beginn der Moodle-Einrichtung prüfen Sie die Pfade und die Webadresse.

Jetzt fragt Moodle die Login-Daten für die MySQL-Datenbank ab (Abbildung 2). Im Beispiel haben wir den Datenbankbenutzer moodle mit Passwort moo!dle angelegt; den Servernamen localhost können Sie übernehmen. Nur, wenn Sie abweichend von dieser Beschreibung einen entfernten MySQL-Server verwenden wollen, geben Sie stattdessen den korrekten Servernamen ein.

Als Name der Datenbank übernehmen Sie den Vorschlag (moodle), und auch das Tabellen-Präfix mdl_ passt hier. Mit einem Präfix für alle Tabellennamen zu arbeiten, erleichtert es, die Tabellen mehrerer Moodle-Versionen (sowie von eventuellen weiteren Anwendungen) über eine einzige Datenbank zu nutzen. Das ist aber nur dann interessant, wenn Ihnen die nötigen Rechte fehlen, um weitere MySQL-Datenbanken zu erzeugen.

Abbildung 2: Für die MySQL-Konfiguration benötigen Sie die Logindaten des MySQL-Benutzers moodle.

Die nächste Dialogseite zeigt das Ergebnis diverser Überprüfungen an, hier sollte in der rechten Status-Spalte überall OK stehen. Weiter geht es mit dem Download eines deutschen Sprachpakets. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche Download des Sprachpakets: Deutsch (de). Nun versucht das Installationsprogramm, das deutschsprachige Interface für Moodle herunterzuladen. Falls hier die Fehlermeldung Abort pclzip.lib.php : Missing zlib extensions erscheint, müssen Sie das Paket php5-zlib nachinstallieren, Apache neu starten und die Seite neu laden. Hat alles geklappt, erscheint ein entsprechender Hinweis. Auch die folgende Seite besitzt nur informierenden Charakter: Der Installer legt die Datei config.php an, die im Wurzelverzeichnis der Moodle-Installation liegt, im Beispiel also in /var/www/moodletest.local/moodle/. Vorsicht: Darin steht das Datenbankpasswort im Klartext.

Nun bestätigen Sie die Bedingungen der Moodle-Lizenz GPL. Auf der nächsten Seite erscheint ein Versionshinweis, und hier haben Sie die Möglichkeit, alle folgenden Schritte automatisch erledigen zu lassen. Setzen Sie dazu ein Häkchen vor Automatischer Ablauf. Das empfiehlt sich, weil Sie andernfalls noch häufig von einer Seite zur nächsten springen müssen. Die folgenden Schritte benötigen einige Zeit, in der sich mehrmals der Bildschirm mit Statusmeldungen füllt. Schließlich landen Sie auf der Seite Account für Hauptadmin, auf der Sie ein Moodle-Konto für den Administrator des neuen Systems anlegen (Abbildung 3). Wichtig sind vor allem Anmeldename und Passwort – Moodle schlägt den Benutzernamen admin vor. Auch einen Teil der übrigen Felder müssen Sie ausfüllen, alle fakultativen Angaben können Sie später ergänzen.

Abbildung 3: Legen Sie den Account für den Moodle-Administrator an.

Weiter geht es mit einigen Informationen über die neue Moodle-Seite (Abbildung 4). Geben Sie eine lange und eine kurze Variante der Seitenbezeichnung ein und verfassen Sie bei Bedarf einen kurzen Text für die Startseite.

Indem Sie die Option Selbstregistrierung durch Wechsel von Ausschalten auf E-Mail-basiert aktivieren, erlauben Sie Benutzer der Moodle-Seite, sich künftig selbständig am System zu registrieren. Das setzt voraus, dass Ihr Rechner über Sendmail, Postfix oder einen anderen Mail-Daemon eigene Mails verschicken kann; alternativ richten Sie später den Zugriff auf einen entfernten SMTP-Server ein, um Mails zu versenden. Übernehmen Sie die Angaben per Klick auf Änderungen speichern am Ende der Seite. Damit ist die Einrichtung abgeschlossen, und Sie gelangen – bereits als Administrator angemeldet – auf die Startseite (Abbildung 5).

Abbildung 4: Für Besucher der neuen Moodle-Seite sind der Name der Seite und eine Kurzbeschreibung wichtig.
Abbildung 5: So präsentiert sich dem Administrator die Moodle-Startseite – noch ist kein Kurs angelegt.

Ein erster Moodle-Kurs

Nach der Einrichtung des Moodle-Servers gilt es zunächst einmal einen neuen Kurs anzulegen. Dazu klicken Sie links im Bereich Website-Administration auf Kurse und im aufklappenden Untermenü auf Verwaltung. Es erscheint die Übersicht der "Kursbereiche": Für große Moodle-Installationen können Sie hier verschiedene Kategorien von Kursen anlegen. Standardmäßig gibt es nur den Bereich Verschiedenes, und nach einem Klick auf Neuen Kurs anlegen zeigt Moodle eine komplexe Maske für die Kurserzeugung an (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Maske zum Einrichten eines neuen Kurs fällt komplex aus.

Füllen Sie oben die Felder Vollständiger Name und Kurzbezeichnung aus, eine Kurs-ID ist nicht nötig. Das Feld nimmt bei Bedarf unabhängig von Moodle vergebene Kursnummern auf, etwa bei kommerziellen Schulungsanbietern, die viele Kurse offerieren. Im unter den ersten Feldern liegenden Editor-Bereich fügen Sie eine Beschreibung des Kurses ein.

Moodle organisiert den von Ihnen erzeugten Content nicht in klassischen Verzeichnisstrukturen, stattdessen gibt es Kurse mit Wochen- und Themenformaten. Ein Wochenformat setzt voraus, dass der Dozent die Inhalte recht strikt auf eine festgelegte Anzahl Unterrichtswochen verteilen kann. Nützlicher ist in vielen Fällen das Themenformat, das eine Gliederung nach Themen, etwa verschiedenen Teilgebieten eines Fachs erlaubt, die der Dozent in einer bestimmten Reihenfolge im Unterricht behandeln will.

Wählen Sie das Themenformat aus, das für den Einstieg in Moodle übersichtlicher ist; die vorgegebene Anzahl von zehn Themen können Sie nachträglich ändern. Das gilt auch für fast alle übrigen Einstellungen, so dass Sie nun getrost ganz nach unten scrollen und dort mit Änderungen speichern Ihren ersten Moodle-Kurs einrichten.

Es erscheint eine neue Seite, auf der Sie Rollen und Zugriffsrechte bearbeiten können; das ist zunächst nicht nötig. Klicken Sie auf die Schaltfläche am unteren Rand der Seite, um in den neuen Kurs zu springen.

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