Cloud Computing ist seit einigen Monaten voll in Mode. Nur – was versteckt sich hinter diesem Begriff? Um Missverständnissen vorzubeugen: Synchronisation hat per se nichts im engeren Sinn damit zu tun – vielmehr bedeutet der Begriff, dass man Dienste wie Mailserver oder Storage von externen Anbietern bezieht. Genau hier kommen die neuen Synchronisationstools ins Spiel: Dropbox [1] einerseits existiert bereits seit über einem Jahr. Die Software steht für verschiedene Linux-Distributionen, Windows und Mac OS X bereit. Ubuntu One [2] auf der anderen Seite existiert erst seit Kurzem, gilt noch als Beta und wird von Canonical ausschließlich für Ubuntu entwickelt – Anwender anderen Distributionen und Betriebssysteme gehen derzeit noch leer aus.
Das Angebot
Beide Hersteller bieten in der kostenlosen Standardversion 2 GByte Speicherplatz. Dropbox-Benutzer können andere Personen einladen und erhalten für jeden neu gewonnenen Nutzer 250 MByte zusätzlich. Das klappt bis zu einem Zusatzvolumen von 3 GByte, also bis zu zwölf erfolgreichen Einladungen. Insgesamt beläuft sich der verfügbare Speicherplatz dann auf 5 GByte. Zahlungswilligen Kunden stellt der Dienst gegen eine monatliche Gebühr von 9,90 US-Dollar 50 GByte und für 19,90 Dollar 100 GByte bereit.
Ubuntu One bietet vom Start weg ebenfalls 2 GByte Online-Speicher. 10 GByte kosten monatlich 10 US-Dollar – also deutlich mehr als bei der Konkurrenz. Wie bereits erwähnt kommen nur Ubuntu-Benutzer in den Genuss der Sychronisationssoftware von Canonical, was insbesondere bei einer gemischten heimischen Betriebssystemlandschaft negativ ins Gewicht fällt.
Sowohl bei Dropbox als auch bei Ubuntu One handelt es sich um proprietäre Lösungen: In beiden Fällen liegt das eigentlich Kernprogramm nur in binärer Form vor. Einzig und allein die Anbindung zum Dateimanager (später mehr dazu) ist quelloffen.
Dropbox: Installation
Unter http://getdropbox.com hält der Hersteller die Installationsdateien in Form von DEB- und RPM-Paketen für Ubuntu beziehungsweise Fedora bereit. Nutzer von Distributionen, auf denen sich keines der beiden Paketformate installieren lässt, weichen auf den ebenfalls angebotenen Tarball aus.
Aktuell bietet Dropbox lediglich eine Integration für den Gnome-Dateimanager Nautilus. Nutzer anderer Dateimanager schauen derzeit noch in die Röhre, können aber immer noch die Dropbox-Kommandozeile [3] verwenden. Die Entwickler planen derzeit nicht, eine Integration für andere Dateimanager anzubieten, und so obliegt es der Linux-Gemeinde, eine passende Anbindung zu programmieren. Die quelloffene Nautilus-Anbindung [4] bietet dafür die notwendigen Informationen.
Im Anschluss an das Einspielen des Pakets findet sich ein Dropbox-Icon im Benachrichtigungsfeld des Panels. Im Hintergrund lädt die Software nun den Daemon dropboxd herunter und packt ihn in das Verzeichnis .dropbox-dist. Er belegt zusammen mit einigen anderen dynamischen Bibliotheken immerhin 46 MByte Platz auf der Platte. Unter .dropbox liegen der Cache und die persönlichen Einstellungen.
Nach diesem Schritt gilt es Nautilus [5] neu zu starten, was Sie mit dem Befehl killall nautilus in einem Terminal erledigen. Um den Dropbox-Dienst zu nutzen, müssen Sie zudem ein Konto im Dropbox-Assistenten anlegen. Die entsprechenden Angaben dienen zugleich auch als Anmeldedaten für die Dropbox-Homepage. Im Assistenten lässt sich auch der voreingestellten Synchronisationsordner Dropbox ändern.
Haben Sie alle Angaben gemacht, ist die Installation damit beendet. Ein Rechtsklick auf das Dropbox-Symbol im Benachrichtigungsfeld gibt nützliche Informationen preis, wie etwa den verbrauchten Online-Speicher. Um schnell zum Synchronisationsordner zu gelangen, genügt ein Linksklick auf das Symbol.



