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Scharfes Profil

Skolelinux im täglichen Einsatz

18.08.2009 Drei Beispiele von Schulen aus dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen demonstrieren, wie flexibel sich Skolelinux durch seine verschiedenen Profile einsetzen lässt.

Eine Gütersloher Grundschule setzt Skolelinux [1] seit 2003 ein, nachdem sie vom Schulträger mit Hardware ausgestattet wurde und über das Projekt "Schulen ans Netz" einen kostenfreien Internetzugang bekam. Die Schule nutzt den Skolelinux-Server als Proxy, File- und Print-Server sowie zur Authentifizierung. Als Clients dienen Rechner mit Windows 2000 und XP. Zur Zeit verfügt die Schule über rund 40 Workstations, die sich 13 Klassenzimmer verteilen. Als proprietäre Software laufen Lernwerkstatt, Schreiblabor und Blitzrechnen, die auf dem Server netzwerkfähig installiert sind. Als freie Software nutzt die Grundschule OpenOffice, Firefox, Tux Type, Tux Paint und Tux Racer. Den überwiegenden Teil des Pflegeaufwands verursachen die Windows-Rechner.

Server und Terminalserver

Eine Realschule in Gütersloh nutzt den Skolelinux-Server als Kombiserver: Bei der Installation wurden die beiden Profile [2]Hauptserver und Terminalserver ausgewählt – ähnliche Setups finden sich an vielen Schulen (Abbildung 1). Als Besonderheit arbeiten hier die Clients dualbootfähig: Im Unterricht entscheidet man sich beim Hochfahren zwischen Windows 95 und Skolelinux. Im Linux-Modus bootet der Rechner via PXE, holt sich ein kleines Image vom Kombiserver und arbeitet als Thin Client. Skolelinux nutzt dabei die Software des Linux Terminal Server Projektes (LTSP). Ein Internetfilter ist auf einem Proxy installiert, der zwischen dem Internetzugang und dem Hauptserver arbeitet.

Abbildung 1: Die Herzog-Tassilo-Realschule in Erding bei München betreibt bereits seit September 2005 zwei Rechnerräume mit je 25 Arbeitsplätzen mit Skolelinux [3].

Skolelinux-Netzwerk komplett

Eine Gesamtschule im Kreis Gütersloh ist eine der Pionierschulen von Skolelinux in Deutschland. Anfangs stellte eine SuSE Linux Firewall inklusive Proxy lediglich den Internetzugang für Windows-Rechner zur Verfügung, als Server lief Windows 2000. Später gab es 15 Workstations mit Windows 2000 und Suse 6.3 in einer Dualboot-Installation inklusive einer Wächterkarte.

2003 stellte die Gesamtschule das Netzwerk komplett auf Skolelinux um und richtete einen Hauptserver sowie einen Terminalserver ein. Danach gab es einen Unterrichtsraum mit Windows-2000-Workstations sowie einen weiteren Raum mit 15 Linux-Thin-Clients und einer Skolelinux-Workstation als Lehrerrechner (Abbildung 2). Diese Installation ist noch heute vorhanden. Das erste, was Besucher auch heute noch beim Betreten des Skolelinux-Raumes bemerken, ist die angenehme Ruhe trotz zahlreicher eingeschalteter Rechner: Als Thinclients kommen stromsparende, lüfterlose Epia-Rechner zum Einsatz. Sowohl Lehrer als auch Schüler behaupten, dass der Internetzugang an den Thin Clients schneller sei als an den Windows-Maschinen.

Abbildung 2: So oder ähnlich sieht ein typisches Netzwerk-Setup mit Skolelinux aus.

Inzwischen wurde das Netzwerk unter Verwendung alter Hardware mehrfach erweitert. Im Werkunterricht arbeiteten die Schüler alte PCs zu Thin Clients um und bauten dabei alle nicht mehr benötigten Teile aus. Die Gehäuse durften sie individuell gestaltet, was dazu führte, dass sich die beteiligten Schüler mit "ihrem" Rechner identifizieren. Die Rechner wurden im Gebäude verteilt. So findet sich jetzt in jedem Klassenzimmer ein Thin Client, in der Schulbibliothek stehen mehrere davon für die Internet-Recherche zur Verfügung.

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Infos zum Autor

Ferdinand  Thommes

Ferdinand Thommes

Ich schreibe für verschiedene Linuxmagazine Artikel über Debian, Linux allgemein und Linux im Bildungssektor ebenso wie über Hardware allgemein. In der verbleibenden Zeit bin ich Stadtführer in Berlin.

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