AA_rennen_sxc1010953_Rodolfo-Clix.jpg

© Rodolfo Clix, sxc.hu

Synchronlaufen

Dropbox vs. Ubuntu One

04.08.2009
Ubuntu One und Dropbox – beide Online-Dienste erlauben das einfache Synchronisieren der Daten über mehrere Rechner. Wer macht das Rennen?

Cloud Computing ist seit einigen Monaten voll in Mode. Nur – was versteckt sich hinter diesem Begriff? Um Missverständnissen vorzubeugen: Synchronisation hat per se nichts im engeren Sinn damit zu tun – vielmehr bedeutet der Begriff, dass man Dienste wie Mailserver oder Storage von externen Anbietern bezieht. Genau hier kommen die neuen Synchronisationstools ins Spiel: Dropbox [1] einerseits existiert bereits seit über einem Jahr. Die Software steht für verschiedene Linux-Distributionen, Windows und Mac OS X bereit. Ubuntu One [2] auf der anderen Seite existiert erst seit Kurzem, gilt noch als Beta und wird von Canonical ausschließlich für Ubuntu entwickelt – Anwender anderen Distributionen und Betriebssysteme gehen derzeit noch leer aus.

Das Angebot

Beide Hersteller bieten in der kostenlosen Standardversion 2 GByte Speicherplatz. Dropbox-Benutzer können andere Personen einladen und erhalten für jeden neu gewonnenen Nutzer 250 MByte zusätzlich. Das klappt bis zu einem Zusatzvolumen von 3 GByte, also bis zu zwölf erfolgreichen Einladungen. Insgesamt beläuft sich der verfügbare Speicherplatz dann auf 5 GByte. Zahlungswilligen Kunden stellt der Dienst gegen eine monatliche Gebühr von 9,90 US-Dollar 50 GByte und für 19,90 Dollar 100 GByte bereit.

Ubuntu One bietet vom Start weg ebenfalls 2 GByte Online-Speicher. 10 GByte kosten monatlich 10 US-Dollar – also deutlich mehr als bei der Konkurrenz. Wie bereits erwähnt kommen nur Ubuntu-Benutzer in den Genuss der Sychronisationssoftware von Canonical, was insbesondere bei einer gemischten heimischen Betriebssystemlandschaft negativ ins Gewicht fällt.

Sowohl bei Dropbox als auch bei Ubuntu One handelt es sich um proprietäre Lösungen: In beiden Fällen liegt das eigentlich Kernprogramm nur in binärer Form vor. Einzig und allein die Anbindung zum Dateimanager (später mehr dazu) ist quelloffen.

Dropbox: Installation

Unter http://getdropbox.com hält der Hersteller die Installationsdateien in Form von DEB- und RPM-Paketen für Ubuntu beziehungsweise Fedora bereit. Nutzer von Distributionen, auf denen sich keines der beiden Paketformate installieren lässt, weichen auf den ebenfalls angebotenen Tarball aus.

Aktuell bietet Dropbox lediglich eine Integration für den Gnome-Dateimanager Nautilus. Nutzer anderer Dateimanager schauen derzeit noch in die Röhre, können aber immer noch die Dropbox-Kommandozeile [3] verwenden. Die Entwickler planen derzeit nicht, eine Integration für andere Dateimanager anzubieten, und so obliegt es der Linux-Gemeinde, eine passende Anbindung zu programmieren. Die quelloffene Nautilus-Anbindung [4] bietet dafür die notwendigen Informationen.

Im Anschluss an das Einspielen des Pakets findet sich ein Dropbox-Icon im Benachrichtigungsfeld des Panels. Im Hintergrund lädt die Software nun den Daemon dropboxd herunter und packt ihn in das Verzeichnis .dropbox-dist. Er belegt zusammen mit einigen anderen dynamischen Bibliotheken immerhin 46 MByte Platz auf der Platte. Unter .dropbox liegen der Cache und die persönlichen Einstellungen.

Nach diesem Schritt gilt es Nautilus [5] neu zu starten, was Sie mit dem Befehl killall nautilus in einem Terminal erledigen. Um den Dropbox-Dienst zu nutzen, müssen Sie zudem ein Konto im Dropbox-Assistenten anlegen. Die entsprechenden Angaben dienen zugleich auch als Anmeldedaten für die Dropbox-Homepage. Im Assistenten lässt sich auch der voreingestellten Synchronisationsordner Dropbox ändern.

Haben Sie alle Angaben gemacht, ist die Installation damit beendet. Ein Rechtsklick auf das Dropbox-Symbol im Benachrichtigungsfeld gibt nützliche Informationen preis, wie etwa den verbrauchten Online-Speicher. Um schnell zum Synchronisationsordner zu gelangen, genügt ein Linksklick auf das Symbol.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Übers Netz verteilt
    Daten vom Netbook ins Internet sichern und über mehrere PC betriebsystemunabhängig synchronisieren – mit dem Online-Dienst Dropbox erledigen Sie die Aufgabe per Mausklick.
  • Dropbox für Linux, Windows und Smartphones
    Wichtige Dateien auf jedem Computer – egal, unter welchem Betriebssystem –, dem Smartphone und dem Tablet-PC verfügbar haben, stets in der aktuellen Version: Das bietet Ihnen der Webdienst Dropbox. Wir helfen bei der Einrichtung auf allen Geräten.
  • Sechs Cloud-Storage-Anbieter im Vergleich
    Gratis-Filehoster gibt es inzwischen wie Sand am Meer, doch bei der nativen Unterstützung für Linux wird die Auswahl schnell übersichtlich. Zwar kann der Marktführer Dropbox hier mithalten, doch die Konkurrenz klebt ihm bereits an den Fersen.
  • Cloud-Alternativen zu Ubuntu One
    Mit dem baldigen Ende von Canonicals Cloud-Speicher Ubuntu One müssen sich viele Anwender umstellen. Gesucht ist ein Cloud-Client, der die Daten von der Festplatte automatisch mit der Datenwolke synchronisiert.
  • Fotos zu Webdiensten hochladen
    Wer seine Smartphone-Bilder vor dem Veröffentlichen am heimischen Rechner bearbeiten möchte, dem hilft Dropbox dabei, sie dorthin zu kopieren.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2015: E-Books im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

PCLinuxOS Version 2014.08 "FullMonty" Umstellung auf deutsch
Karl-Heinz Welz, 19.12.2014 09:55, 3 Antworten
Hallo, liebe Community, ich bin 63 Jahre alt und möchte jetzt nach Jahrzehnten Windows zu Linux...
ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.