Wer nur ab und zu Musik hört, der benötigt dazu keinen Audioplayer mit kompliziertem Setup der Sammlung, zahlreichen Plugins und hübscher Coververwaltung. Genau diese Zielgruppe spricht das KDE-Programm Minirok [1] an, das seit Version 2.0 nun auch in einer KDE-4-Variante vorliegt. Sie finden das Programm als Debian-Paket und als Tarball auf der Heft-DVD. Als Engine nutzt das in Python programmierte Minirok anstelle des KDE-4-eigenen Backends Phonon den Gstreamer, zur Installation müssen daher die passenden Python-Gstreamer-Pakete installiert sein.
Besondere Probleme bereitet die Minirok-Installation unter OpenSuse 11.1: Hier müssen Sie darauf achten, von sämtlichen Gstreamer-Paketen entweder nur die Packman-Version einzuspielen oder komplett auf die Packman-Versionen zu verzichten. Mischen Sie hingegen die Packman-Pakete mit den offiziellen OpenSuse-Paketen, dann zeigt Minirok beim Start nur eine Fehlermeldung an.
Kleine Hürden
Die Homepage des Autors war in den Tests nicht immer erreichbar. Es lohnt sich allerdings, nach einer neuen Version Ausschau zu halten, da die von uns getestete Version 2.0 einen lästigen Bug mitbringt: Versuchen Sie nach dem Start über File | Open directory ein Verzeichnis zu öffnen, stürzt das Programm reproduzierbar ab. Als Workaround geben Sie Minirok entweder beim Start über die Kommandozeile das gewünschte Verzeichnis als Parameter mit (minirok Dokumente/Musik) oder tragen den Pfad im entsprechenden Feld von Hand ein (Abbildung 1).
In der linken Fensterhälfte zeigt das Programm eine Ordneransicht an. Wer hier ein ausgefeiltes System mit Metadaten-Tracking erwartet, den enttäuscht Minirok zunächst einmal: Es zeigt lediglich die Unterordner des ausgewählten Verzeichnisses an, sodass sich in der Ansicht je nach gewähltem Ort allerlei Ordner tummeln. Erst beim Auswählen eines Verzeichnisses spielt Minirok seine Stärken aus und zeigt nur Musikstücke an. Ein Verzeichnis mit den Dateien test.txt und arbeit.odt erscheint also zwar in der Liste, doch die Dateien werden nicht angezeigt.
Da Minirok im Browser noch keine Metadaten auswertet, eignet sich das Programm vor allem für ordentliche Zeitgenossen, die Ihre Songs säuberlich nach Interpret und Album sortiert in Unterverzeichnissen aufbewahren.
Klick und höre
Die Bedienung von Minirok ist schnell erklärt und noch schneller erlernt. Per Einzelklick öffnen Sie in der linken Fensterhälfte ein Musikstück und fügen es der Wiedergabeliste hinzu. Klicken Sie auf einen Ordner, fügt Minirock sämtliche in allen Unterverzeichnissen vorhandene Stücke hinzu. Möchten Sie hingegen nur in den Ordner navigieren, müssen Sie auf das Pluszeichen vor dem Verzeichnisnamen klicken. Sobald Sie ein Stück zur Playlist hinzufügen, wertet Minirock die verfügbaren Meta-Informationen aus und zeigt diese an.
Im gleichen Stil bedienen Sie auch die Wiedergabeliste: Ein Klick bedeutet Abspielen, für komplexere Aktionen (als nächstes Stück abspielen, Wiedergabe nach dem aktuellen Stück beenden) nutzen Sie per Rechtsklick das Kontextmenü. Die Navigation von Minirok stellt eine der größten Stärken des Programms dar – Amarok, Banshee oder Rhythmbox fühlen sich hier geradezu rückständig an.
Über die Bedienelemente am unteren Fensterrand springen Sie zum vorherigen beziehungsweise nächsten Stück und schalten den Zufalls- und Wiederholmodus ein. Ein Fortschrittsbalken informiert über die Länge des aktuellen Songs, einen Lautstärkeregler gibt es nicht. Über die beiden Suchfelder über der Wiedergabeliste und dem Ordnerbrowser starten Sie eine Schnellsuche. Im Browserfenster wertet Minirock dabei nur die Dateinamen aus, keine Meta-Informationen.
In der Grundeinstellung zeigt Minirok den Titel, Interpret und die Länge des Stücks an. Per Rechtsklick auf einen der Spaltenköpfe stehen zudem die Track-Nummer und das Album zur Auswahl.



