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Scribus 1.3.3 im Praxiseinsatz
Dokumentation
Der Menüpunkt Hilfe im Programm verweist lediglich auf die Online-Dokumentation zu Scribus [5], wo sich allerdings das angepriesene Handbuch zum Herunterladen nicht aufstöbern lässt. Obwohl die Online-Dokumentation einige Video-Tutorials und viel Information zum Programm bietet, lässt ihre Strukturierung und Organisation stark zu wünschen übrig. So finden wir beispielsweise keinen eigenen Abschnitt mit Erklärungen zur Benutzerschnittstelle, den Menüpunkten oder Fenster. Im Scribus-Wiki [6] entdecken wir noch einige zusätzliche Informationen und Tutorials (sogar in Deutsch), aber auch hier vermissen wir eine kohärente Hilfe. Dort wird allerdings zumindest das offizielle Scribus-Handbuch zum Kauf beworben.
Fazit
Als mächtiges Werkzeug bedarf Scribus einiger Einarbeitungszeit. Die Lernkurve fällt aber erfreulich flach aus, auch wenn die auf der Webseite verlinkten Tutorials nur einige der zahlreichen Fragen von Scribus-Neueinsteigern beantworten. Die Bedienung gibt sich stellenweise äußerst umständlich, die Oberfläche erschwert durch das Fehlen logischer Strukturen eine effiziente Bedienung. Als offene Baustellen fallen der nur rudimentäre Tabellensatz und die dringend reparaturbedürftige Undo-Funktion auf. Auch die Probleme beim Redraw erweisen sich beim Bedienen als Stolperstein.
Trotz all dieser Kritikpunkte ist Scribus äußerst vielseitig und unterstützt unter Linux ansonsten eher exotische Dinge wie Farbmanagement, den CMYK-Farbraum, TIFFs mit Freistellpfaden oder PDF-Formulare. Damit zählt das Programm definitiv zur Oberliga des Open-Source-Softwarepools. Nach der Einarbeitung lassen sich mit Scribus komplexe, optisch ansprechende Layouts erstellen (Abbildung 8), die sich hinter denen aus viele hundert Euro teuren Programmen nicht verstecken müssen. Allerdings benötigt der Anwender für das Layout unter Scribus deutlich mehr Zeit als für den Seitenbau mit gängigen kommerziellen Pendants.
Glossar
MDI
Multi-Document Interface, ursprünglich von Microsoft zur Umgehung von Apple-Patenten entwickelt. Alle Dokumentenfenster erscheinen in einem globalen Fenster. Den gegenteiligen Ansatz SDI (Single Document Interface), bei dem jedes Dokumentenfenster frei über dem Desktop schwebt, verfolgen beispielsweise Mac OS, OpenOffice oder auch Gimp.
ICC-Profile
Genormter Datensatz, der den Farbraum eines Geräts (Monitor, Drucker) beschreibt. Das soll ermöglichen, dass Vorlagen an beliebigen Ausgabegeräten möglichst farbtreu wiedergegeben werden. Das Kürzel ICC steht für das Normungsgremium International Color Consortium.
CMYK
Cyan, Magenta, Yellow, Key. Subtraktives Farbmodell, das beim modernen Vierfarbdruck zum Einsatz kommt. Key steht (nach der Bezeichnung der entsprechenden Druckplatte im Englischen) für Schwarz. Eigentlich müsste es YCMK heißen, da der Druck mit der hellsten Farbe beginnt.
[1] Scribus-Homepage: http://www.scribus.net
[2] LittleCMS: http://www.littlecms.com
[3] Font-Qualität: http://docs.scribus.net/index.php?lang=en&page=fonts2
[4] Opentype-Fonts: Philipp H. Poll, "Gekonnt getippt", LinuxUser 12/2008, S. 72, http://www.linux-community.de/artikel/17373/
[5] Scribus-Online-Dokumentation: http://docs.scribus.net
[6] Scribus-Wiki: http://wiki.scribus.net/index.php/Hauptseite



