Home / LinuxUser / 2009 / 08 / Quo vadis, Linux?

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher Artikel

Quo vadis, Linux?

23.07.2009

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Über einen Abschied zu schreiben, fällt schwer – schwerer als der Abschied selbst sein kann. Ich habe zwölf Jahre lang mit Linux gearbeitet, es gehasst – und geliebt. Gehasst, weil vieles so anders war als bei Windows. Geliebt, weil es wirklich ein Super-Betriebssystem war. Aber eben "war" …

Meine erste Linux-Distribution war Suse 4.4.2, und für mich als Windows-Umsteiger war so vieles anders und neu. Wie viele Stunden, Tage, Monate habe ich vor meinem PC gesessen, weil dies oder jenes nicht funktionierte. Und immer wieder habe ich dazu gelernt, probiert, gegoogelt. Und habe mir geschworen: Nie wieder Windows! Auf Suse folgten viele andere Distributionen – Slackware, Debian, Mandriva, CentOS, Linux Mint, Ubuntu oder auch Elive, um nur einige zu nennen.

Doch fast jede Distribution wurde mit der Zeit immer Windows-ähnlicher: Ob es nun das kastenförmige Startmenü unter KDE 4 ist, das mich an Windows erinnert, oder einfach nur die Tatsache, das man heute schon sehr viele Windows-Programme unter Linux auszuführen kann – ich werde den Eindruck nicht los, das sich Linux mehr und mehr an Windows annähert. Ein gutes Beispiel dafür sind Toorox [1], dessen Desktop mich doch sehr stark an den von Windows Vista erinnert, wenn auch die Plasmoids nicht so exakt am Bildschirmrand angeordnet sind, oder Logene [2], bei dem der Linux-Kernel kompatibel zu Treibern und Anwendungen von Windows gemacht werden soll. Wie heißt das neue System dann – vielleicht "Winux"?

Man fragt sich, was die Entwickler mit so etwas bezwecken. Schließlich sollte man nicht vergessen, dass auch Viren, Würmer und Trojaner "Windows-Anwendungen" sind. Ich warte eigentlich nur noch auf den Tag, an dem sich Linux mit einem Bluescreen verabschiedet. Wozu noch Sicherheit – Hauptsache bunt und kompatibel …

Dabei meine ich jedoch nicht nur grafische Effekte oder Spielereien á la Compiz. Ganz im Gegenteil: Manche Effekte unter Compiz finde ich vorteilhaft – die jedoch haben für mich eher einen Bezug zu Mac OS X. Weshalb man allerdings als Bildschirmschoner einen 3D-Würfel oder eine rotierende Kugel benötigt, die Ressourcen fressen, ist mir ein Rätsel. Schön anzusehen, aber eben Spielerei.

Als ernsthaftes Betriebssystem sollte Linux auf solche oder andere Methoden verzichten, die nur darauf abzielen, Windows-User zum Umstieg zu bewegen. Das hat Linux nicht nötig: Es ist sicher und läuft stabil, und vieles kann man heute auch unter Linux erledigen, dazu braucht es kein Windows. Wer absolut nicht auf Microsofts Betriebssystem verzichten kann, kann ja zur Parallelinstallation greifen: Festplatten sind heute sehr preiswert, und Grub bootet ja auch Windows. Als Alternative gibt es Virtualisierungssoftware ein. Einen Linux-Windows-Mix braucht da kein Mensch. Merkwürdigerweise hat offenbar kaum jemand Interesse daran, Mac-OS-X-Programme unter Linux laufen zu lassen – oder habe ich da etwas verpasst?

Ich mag an dieser Stelle kein Votum für dieses oder jenes Betriebssystem abgeben. Ich finde jedoch, dass sich Linux inzwischen zu sehr an Windows angenähert hat. Deswegen wechsle ich jetzt zu Mac OS X, auch wenn hier bei weitem nicht alles Gold ist, was glänzt. Besonders ein typisches Linux-Feature wird mir hier wohl sehr fehlen: das System nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu kompilieren.

Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt – und wer weiß, vielleicht gibt es in nicht allzu ferner Zukunft wieder ein Linux, das mich so begeistert wie seinerzeit Suse 4.4.2.

Beste Grüße,

Jörg Scheuplein

Ex-Linux-User

Infos

[1] Toorox: http://www.toorox.de

[2] Longene: http://www.longene.org/en/

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share Alles Ausklappen

Kommentare
Quo Vadis, Linux
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 10:13:51
Ein/Ausklappen
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt...
Phoenix (unangemeldet), Montag, 28. September 2009 17:42:32
Ein/Ausklappen
-
Re: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt...
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 15:36:43
Ein/Ausklappen
Kann die Argumente nicht nachvollziehen
K. R., Freitag, 31. Juli 2009 16:20:09
Ein/Ausklappen
-
Re: Kann die Argumente nicht nachvollziehen
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 15:34:01
Ein/Ausklappen
Wie bitte?
samy (unangemeldet), Sonntag, 26. Juli 2009 23:11:49
Ein/Ausklappen
-
Re: Wie bitte?
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 15:47:21
Ein/Ausklappen
Die Hunde bellen...
SIDUX Nutzer (unangemeldet), Sonntag, 26. Juli 2009 13:05:14
Ein/Ausklappen
-
Re: Die Hunde bellen...
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 16:00:26
Ein/Ausklappen
Nicht müssen, aber können
Fernandéz (unangemeldet), Donnerstag, 23. Juli 2009 22:55:34
Ein/Ausklappen
-
Re: Nicht müssen, aber können
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 16:01:22
Ein/Ausklappen
Quo vadis, Linux? - Linux 7 oder Linux Snow Leopard
Volker S. (unangemeldet), Donnerstag, 23. Juli 2009 15:16:12
Ein/Ausklappen
-
Re: Quo vadis, Linux? - Linux 7 oder Linux Snow Leopard
Jörg Scheuplein (unangemeldet), Mittwoch, 25. Juli 2012 16:02:04
Ein/Ausklappen

1994 Hits
Wertung: 103 Punkte (12 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...