Assistenz

In jedem Fall startet ein Debian Live System, das Sie erst einmal mit Textmeldungen bombardiert. Anschließend landen Sie in der Sprachauswahl aus Abbildung 2. Da Deutsch in der Auswahl fehlt, bleibt zwangsweise Englisch die erste Wahl. Bei der folgenden Frage nach der Tastaturbelegung aktivieren Sie Select keymap from full list und suchen aus der ziemlich langen Liste den Eintrag pc /qwertz / German / Standard / latin1 - no dead keys.

Abbildung 2: Clonezillas Sprachauswahl führt zwar drei asiatische Sprachvarianten auf, aber kein Deutsch.

Als nächstes dürfen Sie endlich Clonezilla anwerfen oder aber auf die Kommandozeile wechseln – entscheiden Sie sich hier für den ersten Punkt. Clonezilla möchte jetzt wissen, ob es die Partition in einer Image-Datei ablegen (device-image) oder direkt auf eine andere, physikalische Festplatte übertragen (also klonen) soll (device-device). Das Backup eines vorhandenen Linux-Systems lässt sich leichter als Image-Datei archivieren, weshalb Sie hier wieder den ersten Punkt wählen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Hier fällt die Wahl zwischen einem Image oder einer Direktkopie.

Lagerist

Wo Clonezilla das fertige Abbild ablegen soll, bestimmen Sie im nächsten Bildschirm. Dort haben Sie unter anderem auch die Möglichkeit, einen SSH-, Samba- oder NFS-Server zu kontaktieren (wie es dann weitergeht, verrät der Kasten "Netzwerker"). Bei einem privaten PC soll das Image in der Regel auf einer zweiten, eingebauten Festplatte oder einem USB-Laufwerk landen. In diesem Fall wählen Sie den ersten Punkt local_dev – also ein lokal angeschlossenes Gerät. Möchten Sie ein externes USB-Laufwerk oder einen Stick verwenden, stöpseln Sie das entsprechende Gerät nun ein, warten ungefähr fünf Sekunden, bis Linux es erkannt hat, und drücken dann die Eingabetaste. Clonezilla durchsucht jetzt alle Datenträger, deren es habhaft werden kann. Aus allen dabei gefundenen Partitionen wählen Sie diejenige aus, auf der gleich das Image landen soll. Achten Sie dabei peinlich genau darauf, nicht etwa die zu sichernde Partition zu erwischen.

Clonezilla hängt jetzt die gewählte Partition in das Verzeichnis /home/partition ein und spricht im weiteren Verlauf nur noch von diesem Einhängepunkt. Sie haben also keine Möglichkeit mehr, das Zielmedium zu kontrollieren, geschweige denn noch einmal zu wechseln.

Netzwerker

Falls Sie das Image auf einem Server ablegen möchten, benötigt Ihr eigener Computer als erstes eine gültige IP-Adresse. Diese erhält Clonezilla entweder automatisch über einen DHCP-Server, oder Sie tippen eine statische Adresse ein (static). Alternativ können Sie auch noch eine (DSL-)Verbindung über PPPoE aufbauen.

Im nächsten Schritt geben Sie man den Domainnamen oder die IP-Adresse des Servers ein. Im Fall eines Samba-Servers verlangt Clonezilla noch die Angabe der Domäne. Bei einem SSH-Server gilt es hingegen den Port anzugeben, in der Regel können Sie die Vorgabe einfach übernehmen. Als nächstes möchte Clonezilla den Namen des Benutzers wissen, der auf den Server zugreifen darf. Es folgt der vollständige Pfad des Unterverzeichnisses, in dem das Image gleich auf dem Server landen soll. Nicken Sie den nächsten Schirm ab und nehmen Sie im Fall einer SSH-Verbindung den Schlüssel per yes an. Jetzt tippen Sie das Passwort des vorhin angegebenen Nutzers ein und verfahren anschließend wie im Artikel beschrieben.

Als nächstes bestimmen Sie das Unterverzeichnis, in dem Clonezilla das Image speichern soll. Nach einem Druck auf die Eingabetaste sehen Sie genau, wie viel Speicherplatz auf dem Zielmedium derzeit belegt beziehungsweise noch frei ist (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Zielpartition für das Image /dev/hdb1 ist gänzlich frei und verfügt über 32 GByte Speicherplatz (Spalte Avail).

Um Platz zu sparen, sichert Clonezilla ausschließlich die belegten Sektoren und komprimiert das Ergebnis noch einmal. Dies klappt jedoch nur bei hinlänglich bekannten Dateisystemen, wie NTFS, FAT32 oder Ext3. Alle unbekannten File-Systeme sichert Clonezilla grundsätzlich mit Haut und Haaren: Das Image fällt dann im schlechtesten Fall genau so groß aus wie die Ausgangspartition. Das gilt insbesondere für neuere Dateisysteme wie Btrfs. Aus diesem Grund sollte das Zielmedium im Zweifelsfall stets mehr freien Speicher ausweisen, als die zu sichernde Partition umfasst. Ist dies der Fall, geht es per [Eingabe] weiter.

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