Fo_dinosaurier_3286324.png

© Andreas Meyer, Fotolia.de

Jurassic Park

Partitionen klonen und sichern mit Clonezilla

09.07.2009
Clonezilla Live sichert und klont ganze Partitionen oder Festplatten. Das beliebte Live-System besticht dabei mit einer leicht bedienbaren Benutzeroberfläche.

Quittiert die einzige Festplatte des Systems mit einem metallischen Klackern den Dienst, ist das schon für sich genommen recht ärgerlich. Das dicke Ende steht aber erst noch an: Eine Ersatzplatte lässt sich zwar schnell beschaffen und einbauen, dann jedoch beginnt ein zeitraubender Installationsmarathon. Bis das gesamte System mit den persönlichen Einstellungen und lieb gewonnenen Hintergrundbildern steht, vergeht durchaus einmal ein Tag – oder auch zwei. Wer in dieser Situation eine Sicherheitskopie der gesamten Platte zur Hand hat, arbeitet nach einer Stunde wieder weiter, als wäre nichts gewesen.

Konservierungsmittel

Im gut sortierten Einzelhandel findet man zahlreiche Programme, die ein solches Komplettbackup per Knopfdruck erstellen – vorausgesetzt, man öffnet zuvor seine Brieftasche. Eine kostenlose Alternative zu proprietären Werkzeugen wie True Image, Drive Image und Norton Ghost bildet das quelloffene Clonezilla [1]. Es liest wahlweise eine Partition oder gleich die ganze Festplatte Bit für Bit aus. Die Daten landen dann entweder als Sicherungskopie in einer (recht großen) Datei, dem so genannten Image, oder aber direkt auf einem zweiten Datenträger. Auf diese Weise lässt sich eine Festplatte rasch klonen, beispielsweise wenn man auf einen neuen Computer umsteigt und dabei sein altes System mitnehmen möchte.

Clonezilla gibt es in zwei Varianten: Dem Hausgebrauch dient Clonezilla Live, das von einer CD oder einem bootfähigen USB-Stick startet und von dort aus eine Partition auf einen weiteren angeschlossenen Datenträger sichert. Auf Wunsch verschickt Clonezilla Live die Abbilder auch über das Netzwerk, etwa an einen NFS-, SSH- oder Samba-Server. Das ist besonders im Heimnetzwerk oder in Schulungsräumen nützlich, wo man so regelmäßig die Festplattenabbilder auf einem kleinen NAS ablegen kann. Die Spezialversion Clonezilla Server Edition klont über ein Netzwerk sogar die Festplatten mehrerer Rechner gleichzeitig, erfordert dafür aber auch eine spezielle Umgebung (siehe Kasten "Clonezilla SE").

Clonezilla SE

Die Clonezilla Server Edition, kurz Clonezilla SE, ist Bestandteil eines so genannten DRBL-Servers. Die Abkürzung steht für Diskless Remote Boot in Linux, was gleichzeitig die Arbeitsweise beschreibt: Die angeschlossenen Client-Computer booten nicht von ihrer internen Festplatte, sondern über das Netzwerk. Der DRBL-Server übergibt dann das für den Betrieb notwendige Linux-System an die beteiligten Rechner. Auf diese Weise erlangt auch Clonezilla SE Zugriff auf die Datenträger der Computer und kann diese über das Netzwerk gleichzeitig klonen.

Laufwerksfutter

Um die eigene Festplatte zu sichern, wechseln Sie auf die Homepage des Clonezilla-Projekts und entscheiden sich im Download-Bereich für die letzte stabile Version. Möchten Sie Clonezilla Live von einer CD starten, greifen Sie zur ISO-Datei, die Sie anschließend auf eine CD brennen. Besitzer eines USB-Sticks laden das ZIP-Archiv herunter und stellen anschließend sicher, dass der USB-Stick eine als FAT32 formatierte Partition besitzt. Diese mounten Sie, entpacken dann auf ihr das Clonezilla-ZIP-Archiv, wechseln in einem Terminalfenster in das entstandene Unterverzeichnis utils/linux und machen den Stick dann über den Befehl bash makeboot.sh /dev/sdb1 bootfähig, wobei sbd1 für den Gerätenamen der Partition auf dem Stick steht.

Clonezilla lässt sich aus einem guten Grund nicht wie ein normales Programm aus dem laufenden Linux-System starten: Um eine Partition gefahrenfrei klonen zu können, muss sie ausgehängt sein. Andernfalls könnte Linux während der Sicherung Daten auf die Festplatte schreiben und somit das Image ruinieren. Die Systempartition selbst lässt sich jedoch nicht ohne weiteres aushängen. Folglich bleibt nur, Clonezilla von einem externen Medium zu booten. War das erfolgreich, erscheint der Bildschirm aus Abbildung 1.

Abbildung 1: Der Startbildschirm der Clonezilla Live-CD.

Sofern Sie keine Taste drücken, startet automatisch Clonezilla Live. Kommt es später im laufenden Betrieb zu Grafikproblemen, sollten Sie hier zunächst zu einer geringeren Auflösung wechseln oder gar die Safe graphic settings ausprobieren. Bei anderweitigen Hardwareproblemen hilft der Failsafe mode. Schließlich kopiert der Punkt To RAM noch das komplette Clonezilla-Live-System in den Hauptspeicher. Die CD oder den USB-Stick können Sie dann aus dem Laufwerk nehmen beziehungsweise vom Rechner abziehen. Das ist besonders nützlich, wenn Sie nur noch über einen freien USB-Port verfügen, wie etwa auf Netbooks. Die Auswahl steuern Sie – wie auch im späteren Verlauf – mit den Pfeiltasten, die Eingabetaste löst die markierte Aktion aus.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Partitionen sichern mit Clonezilla
    Das Sichern von Partitionen oder ganzen Festplatten ist kein Hexenwerk: Dank Clonezilla genügt dazu das Beantworten einiger weniger Fragen.
  • Clonezilla live 2.3.1-18 erschienen
    Das Live-Systems zum Klonen von Datenträgern liegt in einer neuen Version vor. Die Macher haben dabei hauptsächlich den Unterbau aktualisiert und Fehler behoben, aber auch ein paar kleinere Neuerungen eingebaut.
  • Clonezilla live 2.2.3 veröffentlicht
    Die Macher von Clonezilla haben eine neue stabile Version freigegeben. Das Live-System zum komfortablen Klonen von Festplatten und Partitionen bringt neben einem aktualisierten Unterbau auch ein nützliches Tool für KVM-Anwender mit.
  • Mit vereinten Kräften
    GParted zum Partitionieren Ihrer Festplatten vereint mit dem Abbilder klonenden Clonezilla finden Sie auf unserer Heft-CD als bootfähiges Live-System. Mit ihm sichern Sie im Handumdrehen einzelne Partitionen oder gleich ganze Festplatten.
  • Clonezilla Live 1.2.1-37 erschienen
    Die neue Version des Norton-Ghost-Klons für Linux bringt unter anderem verbesserte Unterstützung für Windows-Clients.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2015: E-Books im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

PCLinuxOS Version 2014.08 "FullMonty" Umstellung auf deutsch
Karl-Heinz Welz, 19.12.2014 09:55, 2 Antworten
Hallo, liebe Community, ich bin 63 Jahre alt und möchte jetzt nach Jahrzehnten Windows zu Linux...
ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.