Im Zeichen des Löwen
Fedora 11 im Kurztest
Außen alles beim Alten
Vom leicht modernisierten, aber immer noch dem typischen Blau treu gebliebenen Look des Desktops einmal abgesehen, findet der Fedoraner eine klar gegliederte Arbeitsoberfläche ohne Schnickschnack vor (Abbildung 2). Die Gnome-typische Gliederung und der vorkonfigurierte Home-Ordner laden zu unabgelenkter Arbeit ein und verleiten nicht zum Spielen. Auch die wohlüberlegte Software-Auswahl unterstreicht diesen Ansatz. Die Tabelle "Fedora 11 im Überblick" zeigt die Versionsnummern der wichtigsten Anwendungen in Fedora 11.
Fedora 11 im Überblick
| Komponente | Version |
|---|---|
| Kernel | 2.6.29.4 |
| X-Server | 1.6.0 |
| Gnome | 2.26.2 |
| KDE | 4.2.3 |
| RPM | 4.7 |
| OpenOffice | 3.1 |
| Evolution | 2.26.2-1 |
| Firefox | 3.5 Beta 4 |
| Thunderbird | 3.0 Beta 2 |
| OpenJDK | 1.6.0 |
Augenfälligste Neuerungen im Softwarebereich: das brandaktuelle OpenOffice 3.1 sowie die frischen Betaversionen von Thunderbird 3 und Firefox 3.5. Im laufenden Betrieb verrichteten beide Anwendungen aber widerspruchslos ihren Dienst, sodass der Vorab-Status kein Hindernis für den Einzug in die Distribution darstellte. Voreingestellter Standard-Mail-Client bleibt aber Evolution.
Zum Einstellen der Lautstärke fügten die Entwickler das Gnome-Tool gst-mixer hinzu (Abbildung 3). Das dafür vorgesehene Standardwerkzeug traf auf Grund mangelnder Einstellmöglichkeiten nicht den Nerv der Anwender. Gst-mixer bietet hier mehr Möglichkeiten, für die intensivere Beschäftigung mit der Soundkarte gilt es aber weiterhin auf das Werkzeug alsa-mixer zurückzugreifen.
Ein eher verstecktes, aber sehr nützliches neues Feature steckt im Yum-Plugin Presto, das so genannte Delta-RPMs erzeugt. Gibt es zu einem Paket eine Aktualisierung, spielt ein solches sehr kompaktes Delta-RPM nur die wirklich veränderten Bestandteile des Päckchens ein und erspart so den Austausch des kompletten RPMs (Abbildung 4). Allerdings müssen Sie diese Neuerung zunächst durch das Einrichten des entsprechenden Pakets yum-presto-0.4.5-4.fc11 aktivieren.
Fazit
Mit Version 11 der erfolgreichen Community-Distribution Fedora gelang den Entwicklern wieder eine gelungene Runderneuerung. Die in der letzten Ausgabe als Test-Features eingebrachten Technologien erscheinen nun reifer und standardmäßig nutzbar. Wer allerdings mit seinem System eher produktiv arbeitet und für einen reibungslosen Betrieb auch vor proprietären Treibern und Code aus Third-Party-Repos [7] nicht zurückschreckt, findet in Fedora 11 kaum etwas, was sich nicht auch mit der älteren Version betreiben ließe.
[1] Fedora-Projekt: http://fedoraproject.org/de/
[2] Fedora-Spins-Tracker: http://spins.fedoraproject.org
[3] OSS-Grafiktreiber für Nvidia: http://nouveau.freedesktop.org/wiki/
[4] RPM Fusion: http://rpmfusion.org
[5] Google für Fedora: http://www.google.com/linuxrepositories/yum.html
[6] Adobe-Paketquelle: http://linuxdownload.adobe.com/adobe-release/adobe-release-1.0-0.noarch.rpm
[7] Weitere Repositories: http://rpmfusion.org/FedoraThirdPartyRepos/



