Im Zeichen des Löwen
Fedora 11 im Kurztest
Graphische Schmankerl
Wenn Sie das typische Flackern während des Umschaltens auf einen X-Server vermissen, sind Sie im Genuss des Kernel-basierten Mode-Settings (KMS), das als Testversion bereits in Fedora 10 ("Cambridge") zu bewundern war. Hier übernimmt der Kernel das Ansteuern wichtiger GPU-Features. So sorgt KMS etwa für eine korrekte Bildschirmauflösung und hilft beim Wiederaufwachen aus dem Stromsparschlaf. Als einzige Distribution unterstützt Fedoras KMS dabei die – gerade bei Bürorechnern häufig verbauten – Onboard-GPUs von Intel.
Während Radeon-Karten-Nutzer bereits einen leistungsfähigen Open-Source-Treiber unter Linux nutzen, schlief die Entwicklung des nv-Projektes für die konkurrierenden Nvidia-Karten nahezu ein. Fedora 11 holt daher die aktivere Neuentwicklung nouveau[3] ins Boot. Für einen flüssigen 3D-Betrieb benötigen Sie aber weiterhin die proprietären Treiber des Herstellers.
Alles frei
Solche unfreie Software finden Sie aber auf der Installations-DVD ebensowenig wie anderen Nicht-Open-Source-Pakete. Traditionsgemäß bleibt Fedora eine reine, quelloffene Distribution ohne MP3-Support und Video-Codecs. Wer sein System um solche Funktionen erweitern möchte, kommt um das Third-Party-Paketdepot RPMFusion[4] nicht herum. Um es zu aktivieren, geben Sie in der Konsole die Zeile aus Listing 1 ein.
$ su -c 'rpm -Uvh http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-stable.noarch.rpm http://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-stable.noarch.rpm'
Nach der Angabe Ihres Root-Passwortes lädt Fedora die beiden Zweige FREE und NONFREE und bindet sie als Paketquellen ins System ein. Über den grafischen Paketmanager Packagekit (System | Administration | Software hinzufügen/entfernen) installieren Sie nun kinderleicht die gewünschte Software. Ausgenommen davon sind die Produkte von Adobe (Flash-Unterstützung) und Google (Picasa, Earth). Beide Anbieter pflegen aber eigene Repositories für ihre Programmpakete ([5],[6]).



