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Glanzleistung

HP Pavilion dv2 im Test

17.07.2009
"Ultrathin" nennt HP die von ihnen neu begründete Notebook-Klasse, die sich sowohl preislich als auch leistungsmäßig zwischen den billigen, CPU-schwachen Netbooks und den teuren, stärkeren Ultraportables platzieren soll.

Zusammen mit AMD, das dem Netbook-Segment weiterhin die kalte Schulter zeigt, will HP einen neuen Notebook-Markt erschließen – den der "Ultrathins". Zwischen edel, klein und leistungsfähig, aber teuer und klein und leistungsschwach, aber günstig sieht der größte PC-Hersteller der Welt noch unberührte Jagdgründe, die das neue Notebook der Pavilion-Serie erschließen soll. Im LinuxUser-Testlabor muss das HP Pavilion dv2-1050eg zeigen, wie es sich unter Linux schlägt.

Gut ausgestattet

Bei einem Preis von rund 700 Euro kann das HP Pavilion dv2-1050eg durchaus mit seinen Ausstattungsmerkmalen protzen. Nicht nur, dass AMDs neuer Stromspar-Prozessor Neo MV-40 dank vollwertiger Athlon-Architektur mit integriertem Speichercontroller bei 1,6 GHz recht ordentlich Leistung verheißt, auch in Sachen Grafik lässt sich HP nicht lumpen und stellt dem ersten AMD-Prozessor der Yukon-Plattform einen Radeon HD 3410 inklusive satten 512 MByte Videospeicher zur Seite. Optional gibt es auch eine Version mit Chipsatzgrafik (Radeon Xpress 1250), die 100 Euro weniger kostet und dafür längere Akkulaufzeiten ermöglichen soll.

Der Breitbild-Schirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung bietet 12,1 Zoll Diagonale und löst 1280 x 800 Pixel auf. Ab Werk bestückt HP den einzigen RAM-Slot mit 2 GByte Hauptspeicher im DDR2-800 Standard, der Maximalausbau liegt bei 4 GByte. Als Massenspeicher bringt das Pavilion eine 320-GByte-Festplatte (Western Digital WD3200BEVT Scorpio Blue) mit. RAM, Harddisk und Bluetooth- und 802.11b/g-WLAN-Modul (Broadcom BCM4312) finden sich leicht zugänglich hinter verschraubten Klappen an der Unterseite des Geräts. Etwas verwunderlich finden wir, dass HP keinen Gigabit-Netzwerkchip verbaut; das widerspricht dem sonstigen Leistungsanspruch des Notebooks.

An Anschlüssen verfügt das HP Pavilion dv2 neben den üblichen drei USB 2.0, VGA, Netzwerk, Multi-Cardreader und Audio in/out noch über einen HDMI-Ausgang (Abbildung 1). Schön wäre ein eSATA-Port gewesen, denn bei wachsender Popularität externer, immer schnellerer Festplatten zeigt sich die Behäbigkeit von USB 2.0 immer deutlicher. Unter dem Akku finden wir noch einen Schlitz für SIM-Karten, aber weder wir noch das UMTS-Helferlein umtsmon finden selbst nach Einstecken einer SIM-Karte irgendwo in den Hardware-Reports, Logs oder in /dev/ einen Hinweis auf ein UMTS-Modem.

Also fragen wir bei HP nach, ob in unserem Gerät eventuell die UMTS-Hardware selbst fehlen könnte. Unsere Ahnungen erweisen sich als korrekt: Man plane eine Version des Pavilion, die von Mobilfunk-Anbietern vertrieben wird. Sie soll dann ein integriertes UMTS-Modem erhalten, der Platz dafür findet sich neben dem Speichermodul. Bei den regulär im Handel erhältlichen Modellen gibt es indes nur den besagten Schlitz für die SIM-Karte, den HP zumindest als disfunktional hätte markieren können.

Abbildung 1: Die Anschlüsse links und rechts am HP Pavilion dv2.

Eine Webcam bringt das Pavilion dv2 mit, für 100 Euro Aufpreis offeriert HP auch ein designmäßig passendes optisches Slim-Laufwerk, das per USB Anschluss findet. HP legt dem Notebook standardmäßig einen 3-Zellen-Akku mit 55 Wattstunden Kapazität bei. Optional ist ein größerer 6-Zellen-Akku mit doppelter Kapazität verfügbar, der das mit dem Standardakku hinten schon deutlich dickere Notebook doch sehr wuchtig macht.

Haptik und Verarbeitung

Das HP-Notebook gibt wahlweise in Schwarz und Weiß, verziert mit unterschiedlichen Designs, die Geschmackssache sind. Die Außenhaut präsentiert sich durchweg in spiegelnder Optik, was durchaus edel wirkt. Das Gehäuse, die Tastatur, das Display (HP bietet auch optional kein entspiegeltes Display), die Handballenablage, der silbrige Außenrahmen und sogar das Mauspad glänzen und spiegeln, als gäbe es einen Preis zu gewinnen, nur die Unterseite ist matt. Dies fordert seinen Tribut: Das Trackpad verschmiert schon nach wenigen Minuten Benutzung durch Fingerabdrücke (Abbildung 2), und auch die bei regem Notebookgebrauch unvermeidlichen Kratzer stehen einem derart spiegelnden Flachmann nicht gut zu Gesicht. Immerhin legt HP dem Gerät gleich ein Poliertuch mit bei.

Abbildung 2: Das Touchpad des Pavilion dv2 zieht Fingerabdrücke magisch an.

Das nur 29,2 * 24 * 2,4 (Vorderkante) bis 3,3 (Hinterkante) Zentimeter große Pavilion dv2 ist mit 1,7 Kilogramm sehr leicht und wirkt solide, hat aber an den Ecken der Zierleiste ein paar unschöne scharfe Verbindungskanten (Abbildung 3). Die Touchpad-Knöpfe arbeiten etwas schwergängig – ein Manko, das auch viele Netbooks mit dem Pavilion teilen. Die Tastatur bleibt mit einem Faktor von 92 Prozent nur knapp unter Standard-Notebook-Maßen, die edel wirkenden Tasten haben einen angenehmen Anschlag und Tastenhub. Der links vorne herausblasende Lüfter bleibt nur direkt nach dem Start ruhig, im normalen Betrieb erreicht er eher selten den Geräuschpegel "akzeptabel". Meistens röhrt er recht laut – obwohl cat /proc/cpuinfo meldet, dass der Neo zumeist mit 800 MHz läuft. Eine testweise Installation diverser Lüfter- und Taktreduktionsdaemons bringt keine Linderung.

Abbildung 3: Scharfe Kanten an den Ecken sind bei Notebooks keine gute Idee.

Der Bildschirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung arbeitet recht leuchtstark und bietet eine gute Blickwinkelunabhängigkeit. Der Sound macht dem mit kleinem Logo auf dem Gerät vertretenen Audiospezialisten Altec Lansing allerdings keine Ehre, denn er fällt arg blechern aus – selbst Handys bieten heute gelegentlich schon besseres. Bässe fehlen fast vollständig und Höhen klingen so blechern, dass eine lautere Einstellung ohne gehörig verstellten Equalizer nicht ohne Ohrenschmerzen möglich ist. Ubuntus Standard-Player Totem bringt keinen Equalizer mit, aber VLC hat beispielsweise einen solchen Frequenzmanager integriert. Darüberhinaus erscheint der Sound etwas nach links verschoben: HP hat den rechten Lautsprecher an der Vorderkante in der Mitte platziert, da rechts vorn die Festplatte sitzt.

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