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© Fedora Project, Samuele Storari

Im Zeichen des Löwen

Fedora 11 im Kurztest

23.07.2009
Nach gut sechs Monaten Entwicklungszeit lässt nun auch das Fedora-Projekt wieder neueste Linux-Technologien in seine Distribution einfließen. Wir haben uns angeschaut, wie nützlich die Features für den Anwender wirklich sind.

README

Die von Red Hat gesponserte Fedora-Community legt mit Fedora 11 den Unterbau für die zukünftigen Red-Hat-Enterprise-Produkte vor.

Mit leichter Verspätung hebt nun auch das Fedora-Projekt im mittlerweile üblichen Sechsmonats-Rhythmus das neueste Distributionskind Fedora 11 aus der Taufe. Älteren Versionen, wie der ab 10. Juli nicht mehr unterstützen Neunten ("Sulphur"), weinen echte Fedoraner kaum nach, stehen sie doch in dem Ruf, die Feldtester für neueste Linux-Technologien zu sein und stets aktuellste Programmversionen in ihren Paketdepots zu benutzen.

So folgt auch die unter dem Codenamen "Leonidas" entwickelte elfte Ausgabe des Fedora-Projekts [1] dem Ansatz höchster Aktualität. Allerdings nutzt Hauptsponsor Red Hat Fedora 11 demnächst für seine kommerziellen Enterpriseprodukte der Serie 6 (RHEL 6), was auf ausgereifte Neuerungen hoffen lässt.

Darreichungsformen

Fedora 11 installieren Sie im günstigsten Fall von unserer Heft-DVD (32-Bit-Version). Folgen Sie der Standard-Installation, erhalten Sie Ihr neues Linux mit dem von Fedora favorisierten Gnome-Desktop. Wer nicht gleich alles auf Festplatte bannen möchte, beschnuppert mit zwei verschiedenen Live-CDs das neue Linux. Auf der Projektseite bietet die Fedora-Community jeweils eine Live-CD für einen Gnome-Desktop und eine für KDE-Fans an. Letztere nutzt KDE 4.2.3 für einen Eye-Candy-Desktop.

Selbstverständlich installieren Sie nach einem ausgiebigen Test der Live-Medien diese auch problemlos auf Festplatte. Allerdings legt das Projekt Sie dann auf das neue Dateisystem Ext4 fest, das Fedora nun standardmäßig nutzt. Wünschen Sie den Vorgänger Ext3 oder ein ganz anderes Dateisystem, kommen Sie um das rund 3,5 GByte große DVD-ISO nicht herum.

Außer den beiden PC-Architekturen IA-32 und AMD64 unterstützt Fedora auch PowerPC-Prozessoren.

Installation

Auch wenn der teilweise neugeschriebene Code des bewährten Installationsprogramms Anaconda (11.5.0.59) die Schuld an der verspäteten Fedora-Veröffentlichung trägt, führt Sie das Programm gewohnt zuverlässig und intuitiv durch die Systemeinrichtung.

Der spartanische Bootmanager erlaubt per [Tab] das Hinzufügen von Kernelparametern. Noch im Konsolenmodus schlägt die Installationsroutine vor, die DVD zu prüfen. Wer Vertrauen in den Datenträger hat und den langwierigen Prozess scheut, überspringt dies mit dem Schalter Skip, worauf das grafische Installationsprogramm startet. Im ersten Schritt legen Sie Sprache und Tastaturlayout fest und stellen die Zeitzone nach Ihrem Wohnort ein.

Nach dem Festlegen eines Root-Passworts erwartet Sie auch schon das neugeschriebene Partitionierungstool. Falls Sie eine Maßgeschneiderte Partitionierung wünschen, gilt es zu beachten, dass der Bootloader Grub noch nicht mit dem neuen Dateisystem Ext4 klarkommt. Er darf also nicht in einer solchen Partion liegen (Abbildung 1). Richten Sie für den Einhängepunkt /boot am besten eine Ext3-Partition ein. Bestimmen Sie nun noch, wo der Bootloader liegen soll, und richten Sie ihn gegebenenfalls gleich ein, falls Anaconda noch weitere Betriebssysteme auf Ihrer Festplatte entdeckt.

Abbildung 1: Ext4 und der Bootmanager Grub vertragen sich noch nicht: Eine Extra-Partition wird fällig.

Die folgende Software-Auswahl bietet die Option, entweder nur ein Produktivsystem mit Office-Anwendungen zu installieren oder auch Entwicklerwerkzeuge und einen Webserver einzurichten. Für eine detaillierte Vorabauswahl markieren Sie Jetzt anpassen. Hier hat sich seit Version 10 nichts geändert. Für die Suche nach bestimmten Paketen braucht man eine feine Nase dafür, in welcher Rubrik oder Unterrubrik sie sich mutmaßlich befinden. Hier fehlt eine Suchfunktion, die es ermöglicht, auch ohne Ratespielchen von Beginn an ein individuelles System zu erstellen. Der unglückliche Begriff Optionale Pakete suggeriert noch immer eine alternative Auswahl, meint aber die eigentliche Paketauswahl.

XFCE-Fans kommen, wie auch die Anwender anderer Desktop-Alternativen, erst nach einer Installation auf ihre Kosten. In der Vorabauswahl erlaubt Fedora 11 nur die Installation von Gnome oder KDE. Es gibt aber Distributionsvarianten – so genannte Spins [2] – die auf die beiden Desktop-Platzhirsche verzichten (etwa einen XFCE-Spin) oder spezielle Anwendergruppen bedienen (zum Beispiel Bildung und Lehre).

Nach der kompletten Installation und einem Neustart gilt es noch die üblichen Einrichtungen vorzunehmen: Sie erstellen einen ersten Benutzer und richten den NTP-Server für den Uhrzeitabgleich ein. Der aus den vergangenen Versionen bekannte Smolt sammelt die Hardwaredaten Ihrer Maschine und übergibt sie, sofern Sie das gestatten, anonymisiert der Fedora-Community.

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Kommentare
GRUB und ext4 vertragen sich nicht - bei Fedora
neh lieber n. (unangemeldet), Freitag, 31. Juli 2009 19:38:12
Ein/Ausklappen

Hallo,

hier schreibt nur ein Laie (ich meine mich :-P), also Vorsicht...

Im Artikel (den ich nur überflogen habe) heißt es: "der Bootloader Grub [kommt] noch nicht mit dem neuen Dateisystem Ext4 [klar]".

Soso... davon merkte ich nichts, als ich ubuntu32 (auf ext3) und ubuntu64 (auf ext4) jeweils mit (GRUB-)Bootloader installierte. (Und danach wie erwartet beliebig zwischen installierten Systemen wählen konnte, die alle funktionieren). Verschiedene Distributionen benutzen also verschiedene Versionen von GRUB.

Siehe auch: <http://ext4.wiki.kernel.org/index.php/Ext4_Howto>.

Gruß an Fedoraner ;-9




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