Konfiguration

Zunächst müssen Sie das Programm konfigurieren. Dazu rufen Sie mit einem Rechtsklick auf das TimeVault-Panelsymbol das Kontextmenü auf und wählen den Menüpunkt Preferences. Der Einstellungsdialog untergliedert sich in vier Teilbereiche. Unter General stellen Sie ein, ob TimeVault automatisch Snapshots anlegen (eine sehr sinnvolle Option) und mittels Notifikationsblasen über den aktuellen Status informieren soll. Unter Ubuntu 9.04 "Jaunty" ersetzt das System die dezenten Meldungen allerdings durch recht penetrante modale Fenster. Unter dem Menüpunkt Snapshot Root Directory geben Sie an, auf welches Medium TimeVault die Backups speichern soll. Der Begriff "Directory" führt dabei leicht in die Irre, denn in der Fassung für externe Medien speichert TimeVault stets in den Hauptordner eines bestimmten Speichermediums – ideal für externe Festplatten.

Im Reiter Include geben Sie beliebige Verzeichnisse auf der lokalen Festplatte an, die TimeVault beobachten soll. Über den Schalter Add fügen Sie neue Ordner hinzufügen, über Remove entfernen Sie Ordner aus der Liste. Hinter jedem Eintrag steht in der Spalte Delay, in welchen Intervallen TimeVault nach veränderten Dateien sehen soll. Ein guter Wert liegt zwischen zehn und sechzig Sekunden (Abbildung 1). Im Reiter Exclude definieren Sie schließlich noch über Filter, welche Dateien oder Ordner innerhalb der zu sichernden Verzeichnisse nicht mit in das Backup wandern sollen. Auf diese Weise klammern Sie weniger wichtige Dateien vom Backup aus. Mehr dazu lesen Sie im Kasten "Dateien und Ordner ausschließen".

Abbildung 1: Zu sichernde Ordner und Dateien können komfortabel verwaltet werden.

Dateien und Ordner ausschließen

Um Dateien und Ordner vom Backup auszuschließen, müssen sie deren kompletten Namen samt Pfad angeben. Statt dessen definieren Sie über reguläre Ausdrücke Ausschlussmuster. Dafür gibt es das aus der Shell bekannte Sonderzeichen *, also den Stern. Bei TimeVault steht ein Stern für einen beliebigen Datei- oder Ordnernamen, zwei aufeinander folgende Sterne für beliebigen Text. Heißt also ein Exclude-Eintrag */lost+found/**, werden alle Dateien in /media/lost+found/ ausgeschlossen, nicht aber die in /media/usbstick/lost+found/: Dazu müsste der entsprechende Eintrag **/lost+found/** heißen.

Wenig intuitiv ist die nächste Aktion: Um das initiale Komplett-Backup vorzunehmen, markieren Sie in der Include-Liste den gewünschten Ordner und klicken auf den Schalter Baseline. Daraufhin erscheint ein Dialog, der darüber informiert, dass TimeVault nun voraussichtlich eine Weile beschäftigt sein wird. Die Dauer des Baseline-Vorgangs hängt auch vom Delay-Wert ab, da er die Wartezweit zwischen zwei Snapshots darstellt und Backups mit vielen kleinen Dateien sehr lange dauern können.

Ist das erledigt und haben Sie im Einstellungsdialog alles so geregelt, wie Sie es möchten, dann klicken Sie auf Save. Nach dem Hinzufügen neuer Ordner informiert TimeVault noch darüber, dass es diese nun indiziert – das belastet das System jedoch nicht über Gebühr.

TimeVault in Aktion

Wurden die Einstellungen korrekt übernommen wurden, ändert sich das Symbol im Panel. Fahren Sie mit der Maus darüber, dann erfahren Sie mehr über den aktuellen Status des Programms. Ein Klick auf das Symbol öffnet eine Übersicht der noch ausstehenden Snapshots, wie sie Abbildung 2 zeigt Dort sehen Sie auch, dass TimeVault das Backup bereits in einzelne Snapshots aufgeteilt und diesen jeweils einen Zeitpunkt zur Sicherung zugewiesen hat. Haben Sie angegeben, dass Sie benachrichtigt werden möchten, informiert Sie das Programm zudem regelmäßig darüber, welche Dateien es gerade sichert.

Abbildung 2: Die Liste noch ausstehender Snapshots: noch viel zu tun für TimeVault.

Eine genaue Historie erhalten Sie über den Snapshot-Browser (Abbildung 3), der per Rechtsklick auf das Panel-Symbol startet. Als Root ausgeführt verfolgen Sie hier auch die Backup-Historie derjenigen Verzeichnisse verfolgen, für die ein Benutzer sonst keine Berechtigungen hat. Mithilfe der Zeitleiste navigieren Sie bequem durch die vergangenen Sicherungsvorgänge. Anhand der Balken können Sie abschätzen, wann wieviele Dateien gesichert wurden. Die verschiedenen Farbcodes haben alle ihre eigene Bedeutung: Blaue Balken stehen für neu hinzugefügte Dateien, grüne weisen darauf hin, dass sich Dateien verändert haben. Schwarze Balken stehen für gelöschte Dateien, weiße symbolisieren Änderungen an den Metadaten, etwa an Dateiberechtigungen.

Wählen Sie in der Liste eine Datei aus, so können Sie sich über einen Klick auf den Button Diff anzeigen lassen, wie sich deren Inhalt seit dem Backup geändert hat. Zu diesem Zweck startet TimeVault automatisch einen Diff-Viewer, die zusammen mit TimeVault installierte Anwendung Meld [6]. Meld funktioniert nur mit Text-Dokumenten wie HTML, Quellcode oder LaTeX-Dateien, nicht aber mit Binärformaten wie OpenOffice-Dokumenten oder Bilder. Führen Sie den Snapshot-Browser allerdings als Administrator aus, deaktiviert TimeVault die Diff-Option aus Sicherheitsgründen.

Mit Open lässt sich eine Datei aus dem Archiv heraus direkt öffnen. Der Button Revert dienst dazu, Dateien wiederherzustellen. Wählen Sie dabei nur eine Datei aus, dürfen Sie einen beliebigen Namen für die wiederhergestellte Datei vergeben. Bei mehreren markierten Dateien überschreibt TimeVault nach einem Druck auf den Revert-Knopf die Fassungen auf der Festplatte. Dabei sieht man auch direkt, dass oft mehrere Versionen derselben Datei von unterschiedlichen Sicherungszeitpunkten auf dem Backup-Medium schlummern und man jede einzeln wiederherstellen kann.

Abbildung 3: Die zeitlich sortierte Übersicht der Änderungen im Snapshot-Browser. Hier können Sie auch Dateien betrachten und wiederherstellen.

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