Chirurgisches Besteck
Live-Werkzeugkasten für die Shell
Booten von USB
Grml lässt sich nicht nur von CD, sondern ebenso via USB-Stick booten. Die dafür notwendigen Installationsschritte übernimmt das Skript grml2usb. Es wurde im Lauf der letzten Monate von Grund auf neu entwickelt und erlaubt jetzt nicht nur die Verwendung von benutzerspezifischen Bootoptionen, sondern umfasst neuerdings auch Multi-ISO-Support. Das bedeutet, dass man mehrere Grml-ISOs gleichzeitig auf einem USB-Stick installieren und nutzen kann. So lassen sich auf USB-Sticks ab 2 GByte Speicherplatz die 32- und 64-Bit-Version von Grml parallel bootfähig nutzen. So installiert der Befehl:
$ grml2usb grml_2009.05.iso grml64_2009.04.iso /dev/sdb1
beide ISOs auf dem angegebenen Device. Standardmäßig bootet dann die 32-Bit-Version, über Eingabe von grml64 am Bootprompt kommt die 64-Bit-Variante zum Einsatz. Bei der Grml-LinuxUser-Edition auf der Heft-DVD zu dieser Ausgabe nutzen Sie dazu direkt die Images aus dem Verzeichnis /isos.
@:Um die aktuell laufende Grml-CD auf einen USB-Stick zu installieren, genügt ein einfaches:
$ grml2usb /live/image /dev/sdb1
Die Partitionstabelle bleibt dabei unangetastet, muss also bereits korrekt konfiguriert sein. Tipps dazu sowie rund um das Booten von USB finden sich auf der USB-Seite im Grml-Wiki [5] und auf der Grml2usb-Webseite [6], auf der Sie auch die Software finden.
PXE-Boot
Möchten Sie das Live-System lieber über das Netzwerk booten – Stichwort: PXE – dann realisieren Sie das über grml-terminalserver. Mit nur wenigen Abfragen ermöglicht das Tool die Konfiguration und Inbetriebnahme der DHCP-, TFTP- und NFS-Dienste für PXE-Boot. Für die Integration in bereits vorhandene PXE-Infrastrukturen abgestimmte Netboot-Pakete finden sich auf der Terminalserver-Seite im Grml-Wiki [5] zum Download. Geben Sie am Bootprompt von Grml grub ein, landen Sie übrigens im "All-in-One-Boot"-Image von Michael Schierl. Es beinhaltet neben dem Bootloader Grub auch das hervorragende gPXE-Image des Etherboot-Projekts [7], das ein Netzwerk-Booten auch ohne proprietäres PXE-ROM ermöglicht.



