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Chirurgisches Besteck

Live-Werkzeugkasten für die Shell

Neuigkeiten

Neben dem schon erwähnten Dvtm bringt Grml 2009.05 weitere 27 neue Pakete mit, unter anderem das schlanke Bildbetrachtungsprogramm Geeqie (den Nachfolger von GQview) und U3-Tool, ein Programm zum Umgang mit U3-USB-Sticks.

Selbstverständlich gibt es auch neue Grml-Features. Unter den neu hinzugekommenen Bootoptionen finden sich bsd und hdt. Hinter bsd steckt ein minimales BSD-Livesystem, basierend auf MirOS BSD. Das ursprünglich auf OpenBSD basierende Betriebssystem enthält mittlerweile aber auch Code von FreeBSD, NetBSD und MicroBSD. Dieses BSD-Livesystem ist speziell für alte Systeme mit nur geringem Arbeitsspeicher interessant, auf denen selbst Grml unter Umständen nicht läuft. Hinter hdt wiederum versteckt sich das Hardware Detection Tool des Syslinux-Projekts. Es ist besonders dann nützlich, wenn man Details zur Hardware eines Rechners braucht, ohne erst ein Linux-System vollständig booten zu müssen.

Auch das Persistency-Feature ist neu in Grml 2009.05. Eine systembedingte Limitierung beim Einsatz von Live-Systemen auf CDs stellt bekannterweise die fehlende direkte Schreibmöglichkeit auf einer CD dar. Das bei Live-Systemen mittlerweile etablierte Overlay-System namens Aufs [2] ermöglicht es, Änderungen am Live-System in den Arbeitsspeicher zu schreiben und dem System somit eine Schreibmöglichkeit vorzuschwindeln. Dank des Persistency-Features können Sie jetzt diese Änderungen über einen Reboot hinaus auf einem Medium (etwa einen USB-Stick) abspeichern.

Um dieses Feature zu nutzen, erstellen Sie beispielsweise auf einem USB-Stick eine Partition mit dem Label live-rw (mkfs.ext3 -L live-rw /dev/sdb1). Mit dem Befehl live-snapshot -d /dev/sdb1 speichern Sie die am Live-System erfolgten Änderungen auf dieser Partition. Um die Modifikationen in ein neu gebootetes System zu übernehmen, starten Sie dieses durch die Eingabe von grml persistent am Bootprompt. Weitere Details zum neuen Persistency-Feature finden Sie bei Interesse im Grml-Wiki [3].

Wie schon bisher lässt sich mittels grml fromiso=/dev/sda1/grml/grml_2009.05.iso das angegebene ISO von einer Festplatte als Live-System verwenden. Das ist besonders dann recht praktisch, wenn man ein Rettungssystem am Rechner selbst zur Verfügung haben möchte. Tritt einmal ein Notfall auftreten, lässt sich durch die Auswahl des jeweiligen Eintrags im Bootloader das Rettungssystem starten.

Dazu muss man nur den Kernel und die initramfs aus dem ISO extrahieren, das ISO als Ganzes auf die Festplatte kopieren und den Bootloader entsprechend anpassen. Bei der Anwendung von fromiso muss man allerdings wissen, auf welchem Device das ISO lagert – nicht immer ist das ganz offensichtlich. Um diesem Problem zu begegnen, gibt es in Grml die neue Bootoption findiso. Sie durchsucht alle relevanten Geräte nach dem angegebenen Image. Ein Konfigurationsbeispiel für Grub zeigt Listing 1.

Listing 1
title grml-Rettungssystem
root (hd0,0)
kernel /grml/linux26 quiet vga=791 lang=de boot=live noeject noprompt findiso=/grml/grml_2009.05.iso toram=grml.squashfs
initrd /grml/initrd.gz

Verwenden Sie bereits Grub2 setzt, können Sie die Loopback-Option einsetzen und sich damit das Extrahieren von Kernel und initramfs sparen (Listing 2). So beschränkt sich ein Update des Rettungssystems auf das Austauschen des ISOs auf der Festplatte und eine Aktualisierung der Grub2-Konfiguration.

Listing 2
menuentry "grml-Rettungssystem" {
  loopback loop (hd0,1)/grml/grml_2009.05.iso
  linux    (loop)/boot/grml/linux26 findiso=/grml/grml_2009.05.iso boot=live quiet vga=791 noeject noprompt
  initrd   (loop)/boot/grml/initrd.gz
}

Zsh

Wie schon bisher kommt in Grml die mächtige und modulare Zsh als interaktive Shell zum Einsatz. Dank ihres guten Setups findet die Grml-Zsh-Konfiguration auch auf Nicht-Grml-Systemen vielfachen Einsatz. Um Updates wie auch die Wartbarkeit der Konfiguration zu vereinfachen, haben die Entwickler /etc/zsh/zshrc und /etc/skel/.zshrc im neuen Grml-Release in eine einzelne Datei vereint. Somit reicht der folgende Befehl, um die Grml-Zsh-Konfiguration auf dem eigenen Rechner zu installieren:

$ wget -O .zshrc http://git.grml.org/f/grml-etc-core/etc/zsh/zshrc

Informationen zu den definierten Keybindings, Aliases und Funktionen finden sich in der Grml-Zsh-Referenzkarte auf der Zsh-Webseite von Grml [4].

Neu in der Zsh-Konfiguration ist ein Feature für verzeichnisbasierte Profile. Oft wünscht man sich verschiedene Umgebungsvariablen, abhängig davon, in welchem Kontext man gerade arbeitet. Die Umgebungsvariable DEBEMAIL beispielsweise ist für die Arbeit rund um Debian relevant. Der Autor dieses Artikels verwendet für das Grml-Projekt allerdings eine andere E-Mail-Adresse. Genau das lässt sich über verzeichnisbasierte Profile realisieren. Eine Beispiel zeigt Listing 3. Sobald das Arbeitsverzeichnis der Shell /srv/git/grml ist, setzt die Shell DEBEMAIL auf die Grml-Mailadresse gesetzt. Wenn der Autor allerdings in das Verzeichnis /srv/git/debian wechselt, kommt die Debian-Mailadresse zum Einsatz.

Listing 3
zstyle ':chpwd:profiles:/srv/git/grml(|/|/*)'     profile grml
zstyle ':chpwd:profiles:/srv/git/debian(|/|/*)'   profile debian
# fallback, sofern kein spezielles Profil verwendet wird
export DEBEMAIL=mika@grml.org
chpwd_profile_grml() {
  [[ ${profile} == ${CHPWD_PROFILE} ]] && return 1
  print "chpwd(): Switching to profile: $profile"
  export DEBEMAIL=mika@grml.org
}
chpwd_profile_debian() {
  [[ ${profile} == ${CHPWD_PROFILE} ]] && return 1
  print "chpwd(): Switching to profile: $profile"
  export DEBEMAIL=mika@debian.org
}
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LinuxUser 05/2014

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