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OpenOffice 3.1 im Test

10.06.2009
Das Release 3.1 der beliebten Bürosuite OpenOffice verspricht neben Detailverbesserungen und Fehlerbereinigungen auch neue Funktionen. Lohnt ein Upgrade?

Dass OpenOffice.org [1] als exzellente Bürosuite den direkten Vergleich mit kommerziellen Konkurrenten nicht zu scheuen braucht, wissen nicht nur Anhänger aus dem Open-Source-Lager: Auch unter Windows und auf dem Mac findet das freie Office-Paket immer mehr Freunde. Das Projekt hat dieser Tage OpenOffice 3.1 veröffentlicht, das etliche Detailverbesserungen und Fehlerbereinigungen mitbringt. Wir haben uns bereits angeschaut, welche der neuen Funktionen im Büroalltag von Nutzen sind. Wie Sie OpenOffice am schnellsten auf Ihre Festplatte bannen, zeigt der Kasten "OpenOffice 3.1 installieren".

OpenOffice 3.1 installieren

Die großen Distributionen haben zurzeit noch OpenOffice 3.0.1 im Gepäck, bieten aber an, unproblematisch auf 3.1 zu aktualisieren.

Unter Ubuntu 9.04 fehlt Ihnen dazu nur eine neue Repository-Quelle. Öffnen Sie unter System den Menüpunkt Software-Paketquellen und aktivieren Sie dort den Reiter Software von Drittanbietern. Über den Schalter Hinzufügen tragen Sie die Zeile deb http://ppa.launchpad.net/openoffice-pkgs/ubuntu jaunty main ein und laden die Quellen neu. Für den richtigen GPG-Schlüssel geben Sie nacheinander folgende Zeilen auf der Konsole ein:

$ sudo -i
# gpg --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv 60D11217247D1CFF
# gpg --export -armor 60D11217247D1CFF | sudo apt-key add -

Ubuntu bietet zuerst eine Teilaktualisierung des Systems an, die alle OpenOffice-3.0.1-Bestandteile entfernt. Mit der Auswahl des Metapakets openoffice.org installiert Synaptic alle erforderlichen Bestandteile.

Unter Opensuse 11.x steht OpenOffice 3.1 derzeit noch im Unstable-Zweig des Repositories [2]. Möchten Sie es dennoch einrichten, öffnen Sie den One-Click-Install-Link [3] und aktualisieren anschließend die OpenOffice-Pakete in YaST.

Auf jeder Distribution funktioniert die an Windows erinnernde Installation über eine Java-Oberfläche, die keine Abhängigkeiten benötigt. Ein weiterer Vorteil: Sie können auf diesem Weg OpenOffice 3.1 für einen ersten Test lediglich in Ihrem Home-Ordner installieren. Laden und entpacken Sie das entsprechende Paket, das Sie auf der OOo-Downloadseite [4] unter Linux 3.1.0 (Installer mit JRE) finden. Führen Sie im entstandenen Ordner OOO310_m11_native_packed-2_de.9399 die Datei setup aus und folgen Sie den Dialoganweisungen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ein Java-Installer verhilft Ihnen auch bei exotischen Distributionen zu einem funktionierendem OpenOffice 3.1.

Der erste Start der verbesserten Bürosoftware birgt keine Überraschungen. OpenOffice übernimmt problemlos die Einstellungen der Vorgängerversion aus dem versteckten Ordner ~/.openoffice.org. Lediglich ein neues Icon-Theme namens Galaxy fungiert nun als Standard, falls Sie nicht ohnehin eine Desktop-Integration nutzen.

Die gibt es in drei Varianten: Die Pakete openoffice.org-gnome und openoffice.org-kde sorgen für das nahtlose Einbinden der Suite in den jeweiligen Desktop. Nutzen Sie XFCE, dann installieren Sie die allgemeine Gtk-Unterstützung openoffice.org-gtk. Während die Pakete unter Gnome und XFCE auch den Schnellstarter für die Systemleiste mitbringen, benötigen KDE-Anhänger noch ein weiteres Paket, die externe Software oooqs2-kde.

Ohne Ecken und Kanten

Die Schrift im Text stellt OpenOffice seit geraumer Zeit geglättet dar, doch Kreise und andere Figuren zeigten, je nach Maßstab, oft fransigen Ränder. Mit dem erweiterten Anti-Aliasing-System von OpenOffice 3.1 gehören pixelige Diagramme nun der Vergangenheit an. Auch die Menüschriften integrieren sich nun besser in das Desktopsystem. Zwar verwöhnten auch hier bereits glatte Truetype-Schriften das Auge, gaben aber auf den meisten Systemen ein anderes Bild ab als in reinen Gtk-Applikationen. OpenOffice 3.1 bietet auch bei einer 100-Prozent-Ansicht in den Menüs das gleiche Font-Bild wie der Desktop.

Zudem bleiben Objekte jetzt beim Verschieben erkennbar (Abbildung 2): Sie ziehen jetzt einen "Schatten" des Objektes auf eine neue Stelle im Dokument, was eine viel genauere Positionierung erlaubt.

Abbildung 2: Objekte lassen sich im neuen OpenOffice besser positionieren, weiche Kanten verwöhnen das Auge.

Geschützte Arbeit

Wer Dokumente nur am Einzelplatzrechner erstellt, bemerkt es wohl nicht – Büroangestellten passiert aber es oft: Man arbeitet an einem Dokument und stellt beim Speichern fest, dass zwischenzeitlich bereits ein anderer Kollege seine Ideen in das Dokument integriert hat.

Das passiert vor allem, wenn OpenOffice auf unterschiedlichen Plattformen läuft und daher die systemeigenen Sicherungsmaßnahmen nicht greifen. Die Entwickler bauten deshalb ein eigenes Sperrsystem ein, das erkennt, ob eine Datei bereits von einem anderen Ort aus in Bearbeitung steht. Versuchen Sie, eine solche Datei zu öffnen, erscheint eine entsprechende Warnung. Ihnen bleibt aber die Option, zumindest mit einer Kopie der Originaldatei zu arbeiten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Versehentliche Mitarbeit am Dokument gehört nun der Vergangenheit an.

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