LXDE und Gnome

Als weiterer Desktop kam schon in Mandriva 2009.0 – allerdings nur über die Online-Paketquellen – LXDE hinzu. Nun lagert die leichtgewichtige Oberfläche auch auf den Installer-DVDs und lässt sich bei der Installation direkt auswählen. Damit löst LXDE den IceWM als Mandriva-Minimaldesktop ab. Die leichtgewichtige Benutzerschnittstelle (Abbildung 5) eignet sich vor allem zum Einsatz auf den immer beliebter werdenden Netbooks. Dazu bringt Sie den Programmstarter Lxlauncher mit, der dem vom EeePC bekannten Asus-Launcher ähnelt. Daneben findet LXDE vor allem auf älteren Rechnern einen Platz, die den Ressourcenanforderungen von KDE und Gnome nicht gewachsen sind.

Abbildung 5: Mit dem LXDE-Desktop eignet sich Mandriva 2009.1 auch bestens für den Einsatz auf ressourcenschwachen PCs oder Netbooks.

Für solche Systeme müssen Sie sich allerdings noch etwas auf die Suche nach leichtgewichtigen Anwendungen machen. Es empfiehlt sich, keine KDE- oder Gnome-Programme zu nutzen, da insbesondere KDE-Applikationen sehr viel im Hintergrund in den Speicher laden. In dieser Beziehung werden Sie allerdings in den offiziellen Paketquellen sowie bei MandrivaUser.de [5] und anderen Drittanbietern sehr gut fündig.

Auch die aktuelle Version von Gnome steht in Mandriva Spring zur Auswahl. Allerdings hat sich auf dem GNU-Deslktop nicht soviel Sichtbares verändert wie bei KDE. Man bekommt bei Gnome eher den Eindruck einer stabilen, auf die reine Arbeitsnutzung ausgerichteten Umgebung. Als erste Neuerung fällt auf, dass der Dateimanager Nautilus nun im Browsermodus erscheint, was nicht jedem Freund dieses Werkzeugs gefällt. Das vorherige Brennprogramm haben die Entwickler durch Brasero ersetzt, und die Groupware-Suite Evolution kann nun persönliche Ordner von Microsoft Outlook importieren.

Softwareverwaltung

Eines der wichtigsten Kriterien beim Beurteilen einer Distribution stellt die Softwareverwaltung dar. In dieser Hinsicht hat Mandriva einiges getan, insbesondere im Bereich Vereinfachung und Automatisierung. Die Ansicht der grafischen Werkzeuge blieb dabei weitgehend gleich, allerdings hat sich die Arbeitsgeschwindigkeit des Software-Installers rpmdrake spürbar erhöht.

Die wesentlichen Änderungen betreffen das Automatisieren der Aktualisierungen und das Einrichten der Paketquellen. Nach der Installation sehen Sie in der Kontrollleiste (bei KDE unten, bei Gnome oben) ein orangefarbiges Icon. Mit einem Klick darauf nehmen Sie nun die Einrichtung der Paket- und Updatequellen vor. Dabei schreibt die Distribution nicht mehr einen festen Spiegelserver in die Konfiguration, sondern vielmehr die Adresse einer Liste von Servern. Bei jedem Installations- oder Update-Vorgang wählt die Paketverwaltung aus dieser Liste nach geografischer Nähe und Erreichbarkeit einen Spiegelserver für die anstehende Aktion aus.

Abbildung 6: Die Softwareverwaltung haben die Mandriva-Entwickler bei unverändertem Aussehen beschleunigt und an vielen Stellen effizienter gestaltet.

Übrigens zählt Mandriva zu den wenigen Distributionen, bei denen komplette System-Upgrades unkompliziert funktionieren. Bei Verfügbarkeit von Mandriva 2009 Spring erschien auf einem Mandriva 2009.0-Testsystem ein blaues Icon, das auf die Verfügbarkeit einer neuen Distributionsversion aufmerksam machte. Mit einem Klick darauf setzten wir das Upgrade in Gang, das über 1800 Pakete aktualisierte und nach etwa 90 Minuten einen Neustart des Computers empfahl. Nach diesem Neustart lag auf dem System ein fertiges Mandriva 2009 Spring vor, ohne das das Upgrade persönliche Einstellungen und Daten (etwa Bookmarks, GnuPG-Einstellungen, etc.) überschieb.

Hilfe zu Mandriva

Als Hilfequellen empfehlen sich die Release-Hinweise, die Errata-Seite und die Release-Tour im deutschen Mandriva Wiki[6]. Eine recht lebhafte und hilfreiche deutsche Community steht dem Mandriva-Benutzer mit MandrivaUser.de[5] zur Seite.

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