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E-Book-Reader von Sony und Foxit

Ausgeraschelt?

Amazons legendärer Kindle ist hierzulande noch nicht zu haben. Wer also jetzt schon E-Books schmökern will, muss auf Alternativen wie den Sony PRS-505 oder den Foxit eSlick zurückgreifen.

E-Books trifft man derzeit immer häufiger an. Mit den entsprechenden Lesegeräten, so genannten E-Book-Readern, lassen sie sich auch ähnlich bequem lesen wie ein Taschenbusch. Kein Wunder also, dass immer mehr Firmen E-Book-Reader anbieten. Amazons Kindle stellt den wohl bekanntesten Vertreter dieser noch recht neuen Geräte dar, ist in Deutschland aber noch nicht erhältlich. Hierzulande müssen Leseratten also auf die Produkte anderer Hersteller zurückgreifen. LinuxUser hat den Sony Reader PRS-505 und den Foxit eSlick FE-01 getestet und geschaut, wie gut sich beide Geräte in der freien Wildbahn machen.

Sony Reader PRS-505

Der Sony Reader PRS-505 ([1], Abbildung 1) mit einem edel anmutendem silbernen Gehäuse aus gebürstetem Aluminium kommt in einem Softcover aus Kunstleder. Dieses schützt den E-Book-Reader und macht die Haptik beim Lesen der digitalen Literatur buchähnlicher. Mit 260 Gramm handelt es sich bei dem 12,3 x 17,4 x 7,8 Zentimeter großen und knapp 300 Euro teueren PRS-505 nicht eben um das leichteste und preiswerteste Gerät auf dem Markt, er macht aber einen hochwertigen und soliden Eindruck. Das 6 Zoll große E-Ink-Display [2] löst 600 x 800 Pixel auf und zeigt acht Graustufen an.

Abbildung 1: Der PRS-505 von Sony macht einen gut verarbeiteten soliden Eindruck. Alle Navigations- und Steuerelemente lassen sich gut erreichen, und mit den zehn Navigationstasten an der rechten Geräteseite hangeln Sie schnell durch die Menüs oder steuern einzelne Seiten gezielt an.

Zu den vom PRS-505 unterstützten Formaten zählen Epub, BBeB-Book (beide auch mit DRM), PDF, TXT und RTF. Daneben kann der Reader noch Bilder in den Formaten JPEG, GIF, PNG und BMP darstellen sowie MP3- und AAC-Dateien abspielen. Der 192 MByte fassende interne Speicher nimmt bis zu 160 Bilder auf. Für mehr Speicher und damit mehr Bücher hat Sony das Gerät mit Slots für SD-Karten und Sony-Memorysticks ausgestattet, die ein maximales Fassungsvermögen von 16 GByte haben.

Im Alltag macht sich der Sony Reader prima. Die Seiten lassen sich dank mehrerer Möglichkeiten mit beiden Händen recht komfortabel umblättern. Tasten zum Umblättern finden sich in der linken unteren Ecke des Geräts sowie an der rechten Seite. Unten links befindet sich zudem noch eine kleine Taste, mit deren Hilfe Sie schnell und einfach Lesezeichen setzen. Von dieser sollten Sie regen Gebrauch machen, denn auch wenn der Reader einzelne Seiten relativ schnell lädt, dauert es doch lange, mehrere Seiten vor oder zurück zu blättern soll. Die Blätter-Vorgänge sind bei E-Book-Readern die einzigen Vorgänge, die Strom kosten. Gemäß Sony reicht der im Gerät verbaute Akku, um 6800 Seiten umzuschlagen. Danach müssen Sie den PRS-505 neu betanken, wozu er für vier Stunden an einem USB-Port baumelt.

Die Navigation durch die Menüs erfolgt recht zügig mit den zehn auf der Seite angebrachten Tasten, die auch dem gezielten Aufrufen einzelner Seiten dienen. Wer die Tasten nicht mag, kann die Wipptaste in der rechten unteren Ecke des Geräts verwenden und sich schrittweise durch die Menüs pflügen. Um einen markierten Menüpunkt aufzurufen, reicht es, die im Zentrum der Wippe untergebrachte Taste zu betätigen.

Leider taugt die von Sony mitgelieferte Windows-Software zur Archivierung und Verwaltung der E-Books nichts unter Linux. Hier können Sie sich mit der freien Anwendung Calibre [3] behelfen, die die elektronischen Bücher nicht nur verwaltet, sondern bei Bedarf auch in andere Formate konvertiert. Neue Bücher bringen Sie via USB-Kabel (der PRS-505 verhält sich dabei wie USB-Speicher) oder Speichermedien auf das Gerät. Danach bemüht sich dessen Firmware, die Dateien sinnvoll zu verwalten und kann die gespeicherten Dokumente nach Autor, Titel oder Datum sortieren. Das klappt mit Epub-Dateien soweit ganz gut. Schieben Sie dagegen ein Buch auf den Reader, das als Verzeichnis einzelner, kapitelweise gespeicherter PDF-Dateien organisiert ist, streikt der PRS-505: Er zeigt die Dateien zwar an, das Verzeichnis jedoch bleibt auf der Strecke. Besonders bei schlecht gewählten Dateinamen führt das zu einigen Fragezeichen auf der Stirn des potenziellen Lesers.

Auch das Anzeigen von Fachbüchern im PDF-Format zählt nicht zu den Stärken des Sony-Readers. Sobald man zoomt, um den von einem breiten weißen Rand umgebenen Inhalt zu vergrößern, werden Details wie etwa Formeln bis zur Unkenntlichkeit entstellt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Kommen PDF-Dokumente mit Formeln ins Spiel, beginnt der PRS-505 zu schlampern.

Foxit eSlick FE-01

Der PDF-Spezialist Foxit tritt mit einem eigenen Reader an, dem eSlick FE-01 ([4], Abbildung 3). Während der Einführungsphase soll das Gerät 259 US-Dollar kosten (rund 190 Euro), danach 299 US-Dollar (etwa 220 Euro). Der Reader mit den Maßen 18,8 x 11,8 x 9,2 Zentimeter ist 180 Gramm schwer und kommt mit einem 6-Zoll-Display auf E-Ink-Basis, das 600 x 800 Pixel auflöst. Im Inneren sorgt ein S3C2440-ARM-Prozessor dafür, dass die Inhalte auf das Display kommen.

Abbildung 3: Mit dem eSlick FE-01 hat Foxit einen preiswerten und leichten Reader im Angebot, der sich leicht bedienen lässt.

Der interne Speicher des eSlick fasst 128 MByte, von denen allerdings bereits die Firmware knapp 60 MByte beansprucht. Mit SD-Karten lässt sich die Kapazität des Geräts auf bis zu 4 GByte erweitern; zum Lieferumfang zählt bereits eine 2-GByte-Karte.

In unserem Test machte der Foxit-Reader eine gute Figur. Anders als das Pendant von Sony kann er nur TXT- und PDF-Dateien wiedergeben. Liegt das Buch in einem anderen Format vor, steht eine Konvertierung an. Da die mitgelieferte Software nur mit Windows funktioniert, müssen sich Linux-Anwender hier anderweitig behelfen. Um neue Bücher auf das Gerät zu bekommen, müssen Sie es an einen PC anschließen oder die literarischen Happen via SD-Karte überspielen.

Solange Sie mit dem eSlick reine Textdokumente lesen, hält sich die Zeit für das Weiterblättern in überschaubarem Rahmen. Bei Büchern mit vielen Abbildungen jedoch artet das Umschlagen der Seiten mitunter zu einem Geduldsspiel aus, das mehrere Sekunden (im Test bis zu sechs Sekunden für Seiten mit zwei Abbildungen) dauert. Nervöse Leser sollten sich während dieser Zeit auf ihre Hände setzen, denn mehrmaliges Drücken überspringt nicht nur die Seite, sondern kostet wieder extra Zeit zum Zurückzublättern.

Immerhin lässt sich der Foxit-Reader einigermaßen intuitiv bedienen. Es gibt an der linken Geräteflanke Tasten für das Menü, zum Löschen, um in die höher gelegene Ebene zu gelangen und um MP3-Dateien abzuspielen. Rechts finden sich lediglich zwei Tasten, die für das Zoomen und die Lautstärkeregelung zuständig sind. Sie blättern mit einer auf der Vorderseite des Gerätes befindlichen Wippe.

Die Schrift lässt sich problemlos lesen. Bei Büchern mit breiten Rändern gerät die Schrift mitunter etwas zu klein. Dank der Zoomfunktion vergrößern Sie dann den Seiteninhalt displayfüllend, was meist Abhilfe schafft. Im Zweifelsfall können Sie bis auf 800 Prozent vergrößern – zum Weiterlesen eignet sich das aber nicht: Das Navigieren durch das Dokument gestaltet sich umso nerviger, je höher sie vergrößern. Bei Dokumenten ohne Abbildungen schafft die "Reflow"-Funktion Erleichterung, die Texte linksbündig darstellt und passend umbricht.

Der integrierte Akku soll laut Foxit reichen, um 7000 bis 8000 Seiten umzublättern. Wie lange der Akku wirklich hält – insbesondere, sobald man des öfteren MP3s abspielt – konnten wir nicht verifizieren: Bei unserem Testgerät handelte es sich um einen Prototyp war, der ohne den originalen Akku geliefert wurde.

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