Beamer anschließen

Einen der angenehmsten Vorteile von RandR stellt dar, dass sich Beamer, die das gleiche Bild zeigen sollen wie der Monitor, problemlos und ohne Neustart des X-Servers einrichten lassen. Das selbe funktioniert übrigens auch mit gewöhnlichen Monitoren oder Fernsehern, sollten Sie einmal in die Verlegenheit kommen. Schließen Sie den Beamer an den DVI- oder VGA-Ausgang an und führen Sie erneut xrandr --query aus. Beide Ausgabegeräte sollten nun als verbunden angezeigt werden.

Damit der Klon-Modus sinnvoll funktioniert, müssen Sie eine Auflösung finden, die beide Geräte unterstützen. Im Zusammenspiel mit Beamern kommen dafür in den meisten Fällen Auflösungen von 1024 x 768 oder 800 x 600 Pixeln infrage. Auf einem 16:10-Notebook-Display erscheint das Bild dann zwar verzerrt – aber das sehen die Zuhörer ja nicht. Mit dem Befehl

$ xrandr --output VGA --mode 1024x768 --same-as LVDS --output LVDS --mode 1024x768

schalten Sie die Ausgänge VGA und LVDS in den Klon-Modus bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln. Würden Sie unterschiedliche Auflösungen angeben, erschiene auf dem niedriger auflösenden Gerät (im Regelfall der Beamer) nur die obere, linke Ecke der Bildschirmausgabe. Um den Beamer wieder abzuschalten, gehen Sie wie folgt vor:

$ xrandr --output VGA --off
$ xrandr --output LVDS --auto

Mit den Befehlen, die Sie mittlerweile kennengerlernt haben, schalten Sie bei Bedarf auch den internen Bildschirm ab und nutzen nur einen externen Monitor:

xrandr --output LVDS --off --output VGA --auto

Wie sie vielleicht schon bemerkt haben, beginnt jeder Befehl mit dem Parameter --output, gefolgt von weiteren (optionalen) Parametern. Den letzten Befehl könnte Sie auch in Form zweier getrennter Kommandos absetzen:

$ xrandr --output LVDS --off
$ xrandr --output VGA --auto

Allerdings stehen Sie dann nach dem ersten Befehl mit einem schwarzen Monitor da und müssen den zweiten blind eingeben. Deshalb erlaubt XRandR auch das Zusammenfassen von Befehlen.

Multi Head

RandR kann die meisten älteren Möglichkeiten zur Kombination mehrerer Monitore abzulösen, wie etwa TwinView, MergedFB und vor allen Dingen Xinerama. Eigentlich tut RandR dabei nichts anderes, als zwei Monitore zu einem großen Display zu verschalten. Zwei Monitore mit einer Auflösung von 1280 x 1024 kombiniert es zu einem großen Bildschirm mit 2560 x 1024 Pixeln. Fällt die vertikale Auflösung beider Monitore unterschiedlich aus, wählt RandR die größere der beiden als vertikale Auflösung des virtuellen Displays. Beim kleineren der beiden Monitore entsteht aus diesem Grund ein nicht sichtbarer Bereich quasi "unterhalb" des Bildschirms (Abbildung 2).

Abbildung 2: RandR fasst zwei unterschiedlich große Monitore zu einem zusammen. "Unterhalb" des kleineren der beiden entsteht ein nicht sichtbarer Bereich.

Die möglichen Auflösungen des virtuellen Displays zeigt XRandR bei einer Anfrage mit --query in der ersten Zeile an. Dort sehen Sie Angaben zur minimalen, aktuellen (current) und maximalen Größe. Je nach Distribution kann die maximale Auflösung zu klein ausfallen, um zwei Monitore in ihrer jeweils höchster Auflösung nebeneinander zu betreiben. Gegebenenfalls korrigieren Sie den Wert durch einen einmaligen Neustart des X-Servers nach oben. Dazu tragen Sie die höchste, addierte Auflösung der beiden Monitore in Form einer Zeile nach dem Schema Virtual 2560 1024 in die SubSection "Display" der /etc/X11/xorg.conf ein. Haben Sie die maximale Größe des virtuellen Bildschirms eingestellt und zeigt xrandr --query sie auch an, fassen Sie beide Monitore einem Befehl nach folgendem Muster zusammen:

$ xrandr --output LVDS --auto –left-of VGA --output VGA --auto

LVDS und VGA müssen Sie hier durch die tatsächlichen Ausgabe-Ports ersetzen – das könnten zum Beispiel HDMI-1, HDMI-2, DVI oder auch VGA sein. Steht der zu erst genannte Monitor (in diesem Fall LVDS) physikalisch rechts, ersetzen Sie --left-of durch --right-of oder vertauschen die Reihenfolge der Ports im Befehl. Statt --auto für die native Auflösung bauen Sie mit --mode bei Bedarf auch eine andere Auflösung in den Befehl ein.

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Kommentare
Hmm
Py Coder, Freitag, 12. Juni 2009 21:59:36
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Ist das ned bisschen umständlich wenn man das gleiche per Frontend in KDE/Gnome machen kann? :)


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