Live-CD

Die Live-CD bietet eine solide Auswahl an KDE-Anwendungen. Das einzige Nicht-KDE-Programm im Menü System ist der "Paketmanager" von Slax, der Slax Module Manager. Strenggenommen handelt es sich dabei nicht wirklich um einen Paketmanager, da er weder die CD noch Repositories aus dem Internet als Quelle einbindet. Vielmehr richten Sie hier über Add a new module fertig kompilierte Module ein. Bei den LZM-Paketen handelt es sich eigentlich um die von Slackware her bekannten TGZ-Pakete, allerdings mit LZMA-Komprimierung und in einen Squashfs-Container verpackt. Für die Konvertierung von Slackware-Paketen bringt Slax das Kommandozeilentool tgz2lzm mit.

Um ein neues Programm zu installieren, laden Sie zunächst das gewünschte Modul von der Slax-Homepage herunter und richten es dann über den Modul-Manager ein. Da dieser Weg relativ umständlich ist, lässt sich die Installation auch direkt aus dem Browser aus vornehmen. Dazu wählen Sie im Modul-Repository [2] die gewünschte Software aus und entscheiden sich dann anstelle des Downloads für activate (Abbildung 2). Ein kleines Popup in der oberen linken Fensterecke informiert Sie über den Status der Installation.

Abbildung 2: Die Modulsammlung von Slax enthält auch zahlreiche Multimedia-Programme.

In den Tests kam es dabei mit Smplayer und einigen weiteren Programmen zu Abhängigkeitsproblemen, der größte Teil der Module funktionierte hingegen einwandfrei. Das Paketmanagement von Slax stellt eine seiner größten Stärken, aber zugleich auch den größten Schwachpunkt der Slackware-Distribution dar: Die Suche über das Webfrontend erfordert viel Geduld, ein Kommandozeilentool gibt es nicht.

Slax nimmt bei der Live-CD keine wirkliche Installation vor, sondern hängt die Module über das Fuse-Dateisystem Httpfs [3] im aktuellen Dateibaum unter /mnt/live/memory ein. Wie bei jeder Live-CD steigt hier der RAM-Verbrauch mit jeder zusätzlichen Anwendung stark an. Achten Sie deshalb beim Testen von Programmen darauf, dass Ihr Rechner über genügend Hauptspeicher verfügt. Die USB-Version speichert die Module hingegen permanent.

Slax bauen

Genügen Ihnen die Features der Live-CD nicht, dann stellen Sie mit wenigen Mausklicks im Buildservice [4] ein eigenes Slax zusammen. Zur Auswahl stehen mehrere hundert Module, die der Buildservice in empfohlene, geprüfte, Sandbox- und Slackware-Module unterteilt. Um ein Programm hinzuzufügen, markieren Sie den gewünschten Eintrag per Mausklick auf add to build und wählt anschließend ganz unten auf der Seite, ob Sie das ISO-Abbild oder die USB-Version herunterladen möchten. Je nach ausgewählten Modulen löst der Service die Abhängigkeiten automatisch auf. In den meisten Fällen müssen Sie jedoch manuell eingreifen, was die Arbeit etwas erschwert. Alle Abhängigkeiten mit einem einzigen Klick hinzuzufügen, steht auf der Todo-Liste des Slax-Entwicklers (Abbildung 3).

Abbildung 3: Wer seine eigene Slax-Version bauen möchte, muss eventuell einige Abhängigkeiten von Hand lösen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Aus der Tasche gezaubert
    Mit der Live-Distribution Slax zaubern Sie ein auf USB-Stick oder MP3-Player installiertes Linux-System aus der Tasche. Wir zeigen, was in dem Winzling steckt.
  • Ultilex 4.0.0 bietet Linux-Sortiment an
    Ultilex 4.0.0 verspricht die ultimative Linux-Erfahrung. Die Multiboot-Live-Distribution bringt dafür einen bunten Strauß an Linux-Distributionen mit.
  • Die lieben Kleinen
    Abseits vom Mainstream buhlen zunehmend kleine Distributionen um die Gunst der Nutzer: Sie geben sich mit dem wenigen Platz auf einer CD oder einem USB-Stick zufrieden und bescheren altersschwachen Rechnern einen zweiten Frühling.
  • Empfehlenswerte Live-Systeme für den USB-Stick
    Der nagelneue USB-Stick wartet mit seinen satten 32 GByte Speicher nur darauf, mit Live-Systemen befüllt zu werden. Höchste Zeit also für ein paar interessante, kuriose und vor allem Daten rettende Distributionen.
  • Distribits
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...