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© sxc.hu

Embedded-Rechner als Wohnzimmer-PC

Sofa-Nettop

Surf-PC, Heimkino und Webradio fürs Wohnzimmer mit WLAN und drahtloser Tastatur – all das bietet der Microclient Sr. für gerade einmal 250 Euro.

Wäre es nicht toll, einen eigenen Radiosender zu haben, der Musik immer nach dem eigenen Geschmack spielt und im Gegensatz zu iTunes auch noch kostenlos ist? Überall verfügbar, auch im Wohnzimmer? Und das ganze noch verknüpft mit einem kleinen Surf-PC – schick, preiswert, stromsparend, lüfterlos und geräuschlos? Für das Wohnzimmer-TV, in Kombination mit einer Drahtlos-Funktastatur mit Touchpad?

Der Aufbau eines solchen Systems wirft zwar keine grundsätzlichen Probleme auf, bedarf aber einiger Vorsicht bei der Auswahl der Komponenten und des Betriebssystems. So verbietet sich für einen kleinen lüfterlosen Embedded-PC der Einsatz eines resourcenintensiven Betriebssystems wie Windows, und selbst ein Standard-Linux wie Ubuntu kommt kaum infrage. Glücklicherweise gibt es aber freie und schlanke Alternativen wie beispielsweise Puppy Linux: Diese Zwergdistribution läuft gut von Flash-Medien und arbeitet von einer RAM-Disk, was die Geschwindigkeit steigert und die Zugriffe auf den Flash-Speicher reduziert. Für den angepeilten Zwecke eignet sich Puppy damit optimal.

Um den Linux-Treibersupport sicherzustellen, gilt es Hardware und Peripherie sorgfältig auszuwählen. Möchten Sie von der im Folgenden beschriebenen Konfiguration abweichen, sollten Sie vor dem Bezug der Komponenten intensiv nach Erfahrungsberichten im Netz Ausschau halten: Nur so haben Sie zumindest eine gewisse Chance, dass das Gerät letztlich unter Puppy auch problemlos funktioniert.

Die Hardware

Als Basis für den Wohnzimmer-Nettop dient ein kleiner Embedded-PC, den Sie im Handel unter mehreren Bezeichnungen baugleich im Handel finden: so etwa als Microclient Sr. [1], eBox-4300 [2] oder eTC-2500 [3]. Die meisten Treffer liefert aber eine Produktsuche nach dem Microclient Sr., die auch etliche einheimische Lieferanten zutage fördert. Sie erhalten das Gerät (Abbildung 1) in Varianten mit oder ohne vorinstallierte CF-Card zu Preisen von rund 200 Euro.

Abbildung 1: Der Embedded-PC Microclient Sr. dient als Basis für den Wohnzimmer-Nettop.

Hier können Sie noch ein wenig Geld sparen und bleiben dann auch frei in der Systemwahl, indem Sie eine günstige CF-Card selbst besorgen und das Betriebsystem eigenhändig aufspielen – wie das funktioniert, beschreiben wir im Folgenden. Das so Ersparte investieren Sie stattdessen in den Speicherausbau des Microclient auf 1 GByte RAM – in der Basisversion bringt er nur 512 KByte mit.

TIPP

Im Handel finden auch die mit dem "Sr." äußerlich identischen, aber mit ganz anderem Innenleben ausgestatteten, preiswerteren Microclient-Derivate "Jr." und "SX" ([4],[5]). Beide kommen allerdings mangels ausreichender Leistung als Wohnzimmer-PC nicht infrage.

Microclient Sr. – technische Daten

Bezeichnung Microclient Sr. (eBox-4300, eTC-2500)
CPU / Chipsatz Via Eden / CX700M ULV (kompatibel zu Via C7)
Prozessortakt 500 MHz
FPU / Bogomips ja / ca. 1000
RAM 512 MByte DDR2, max. 1 GByte (onboard, eingelötet)
Massenspeicher CF-Card oder HDD (optional)
Ausstattung
Grafik Via Unichrome, 2D/3D-Grafik mit MPEG4/WMV9-Decoding-Accelerator, 128 MByte shared Memory
Audio AC97 (Via Vinyl VT1708)
Ethernet Realtek RTL8100B, 10/100-Base-T
Schnittstellen VGA, 3 USB 2.0, 2x RS232, PS/2, E-IDE, RJ45, Mic-In, Headphone-Out
Erweiterungen WLAN (über Mini-PCI), HDD-Support
Sonstiges
Leistungsaufnahme externes Netzteil 1,8 A / 5 V (9 Watt), mit HDD und ext. CD: 5A / 5V (15 Watt)
Abmessungen 115 x 35 x 115 mm (VESA-100)
Gewicht 500 g
Besonderheiten lüfterlos; entweder Mini-PCI oder HDD möglich
Betriebssystem Linux, Windows CE/XP/XP Embedded
Straßenpreis ca. 200 Euro (1 GByte RAM)

Puppy Linux installieren

Bei Puppy Linux [6] handelt es sich um eine besonders schlanke, aber dennoch leistungsfähige Distribution. Puppy gibt es in verschiedensten Versionen ("Pupplets"), die teilweise für eine bestimmte Hardware angepasst wurden. Darunter findet sich auch MCPup [7], das dessen Entwickler speziell auf den Microclient Sr. zugeschnitten hat. Grundsätzlich liefe auf dem Microclient zwar auch das Standard-Puppy, MCPup bringt aber von Haus aus die passenden Grafiktreiber zur Hardwarebeschleunigung mit und stellt deswegen die bessere Wahl dar.

Zunächst einmal laden Sie das MCPup-ISO-Image herunter und erstellen daraus eine bootfähige Life-CD. Von dieser booten Sie nun den Arbeits-PC und stellen den Grafikmodus ein. Dabei stehen xorg oder xvesa zur Wahl – hier hilft nur Ausprobieren: Bei uns lief xorg in 1280x1024x24.

Dann schließen Sie einen USB-Card-Reader mit der eingesetzen CF-Card für den Microclient an und starten über Menu | System | GParted partition manager das Tool GParted. Mit diesem legen Sie nun für eine 1-Gigabyte-CF-Card zwei primäre Partitionen an: eine mit Ext3 formatierte, 768 MByte große Systempartition sowie 196 MByte Swap-Space. Vergessen Sie dabei nicht, nach der Parametrierung das Bootflag für die Ext3-Partition zu setzen und die Eingaben mit Apply zu bestätigen.

Statt des – zwar bequemen – grafischen Tools GParted bietet sich übrigens als flexiblere Alternative das textbasierte Pdisk an (Menu | System | Pdisk partition manager (cfdisk)). Auch hier dürfen Sie nach dem Einrichten der Partitionen nicht vergessen, die Aktionen auch auszuführen (write oder apply).

Anschließend mounten Sie das CD-ROM-Laufwerk und richten MCPup via Menu | Setup | Puppy universal installer auf der CF-Card ein. Die Routine führt Sie Schritt für Schritt durch den Installationsprozess, als Medium wählen Sie CF, later move CF to IDE und dann default (=Leave MBR alone) an. Stellen Sie immer sicher, dass Sie auch wirklich auch auf der CF-Card installieren und nicht etwa versehentlich auf Ihrer Festplatte – im vorliegenden Fall lautet der Device-Name der CF-Card wahrscheinlich /dev/sda. Ein weiteres sicheres Indiz: die angegebene Größe, die sich im Bereich um die 800 MByte bewegen sollte.

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Kommentare
Bezugsquellen des Microclient Sr.?
Lemmie , Mittwoch, 03. Juni 2009 01:23:27
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Gibt es einen heißen Tipp, wo man den Microclient Sr. beziehen kann? Die drei im Artikel genannten Firmen liefern wohl alle 3 nur gegen die Vorlage eines Gewerbescheines, den ich aber nicht habe! Google konnte dazu auch nicht mehr verraten - welches Vorgehen würdet Ihr empfehlen?


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Re: Bezugsquellen des Microclient Sr.?
Lemmie , Dienstag, 21. Juli 2009 00:48:33
Ein/Ausklappen

Ich habe heute die Info bekommen, dass der MicroClient von Northec nach wochenlangem Warten endlich versendet wurde. Die anderen beiden Anbieter (Omtec und Epatec) hatten ja wegen fehlendem Gewerbeschein abgewunken. Übrigens haben Anbieter ähnlicher Rechner auch Lieferprobleme: http://forum.ubuntuusers.de...etbooks-erfahrungen-mit-linux/ ....


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