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Distributionen

20.05.2009

Schneller Wolpertinger mit Detailverbesserungen

Pünktlichst nach Roadmap gab am 23. April Canonical Ubuntu 9.04 "Jaunty Jackalope" frei. Der fesche Wolpertinger (http://www.ubuntu.com) kam wie üblich nicht allein, binnen weniger Tage gesellten sich seine Geschwister Kubuntu (KDE 4.2), Xubuntu (XFCE 4.6), Mythbuntu (MythTV) und Ubuntu Studio (für Multimedia-Entwickler) hinzu.

Enthusiasten begleiteten das Release rund um den Globus mit Release-Partys, wie beispielsweise auch in Berlin, wo 1,5 Millionen U-Bahn-Benutzer sogar drei Tage lang einen Ubuntu-Werbespot (http://www.youtube.com/watch?v=vWxuTF5_L84) genießen konnten. Passend zum Release startet der Ubuntu Deutschland e. V. die Seite http://www.ubuntu-de.org, um etwas mehr Übersicht in sein Angebot von Foren, Newsseiten, Mailinglisten und Wikis zu bringen.

"Jaunty" glänzt eher durch Detailverbesserungen als durch große Würfe. Kräftig hingelangt haben die Entwickler immerhin beim Udev-System, sodass Ubuntu 9.04 um bis zu 30 Prozent schneller bootet als der Vorgänger. Außerdem unterstützt "Jaunty" das Dateisystem Ext-4 und versucht, über ein neues Benachrichtigungssystem zumindest optisch mehr Ruhe auf den Desktop zu bringen. Ansonsten bietet die neue Version, die auf Linux 2.6.28 und X.org 1.6 aufsetzt, vor allem aktualisierte Komponenten wie Firefox 3.0.9, OpenOffice 3.0.1, Gimp 2.6.6 oder Pidgin 2.5.5.

Wie üblich garantiert Canonical 18 Monate Unterstützung in Form von Upgrades für Ubuntu 9.04. Tipps zu möglichen Problemen und deren Lösung bei der Installation von "Jaunty" liefern die ausführlichen Release Notes (http://www.ubuntu.com/getubuntu/releasenotes/904). (-> DVD)

Schlankes Parted Magic 4.0 ist da

Bei Parted Magic (http://partedmagic.com) handelt es sich um eine Linux-Distribution, mit der man Festplatten elegant partitioniert, formatiert und gegebenenfalls Dateisysteme vergrößert, verkleinert und umwandelt. Nun gibt es die Distribution in Version 4.0, die laut Webseite "einige aufregende neue Features" mitbringt. Dazu gehört die Möglichkeit, RAID-Partitionen über Device Mapper zu verwalten. Die Distribution unterstützt nun auch Btrfs und hat unter anderem neue Versionen von Gparted, LVM2 und NTFS-3g dabei.

Statt Initrd nutzt Parted Magic jetzt zum Booten Initramfs. Das Programm bringt gerade einmal ein halbes MByte auf die Waage, zugleich stecken alle wichtigen Treiber fest einkompiliert im Kernel. Das Squashfs-Image von Parted Magic haben die Entwickler dank LZMA auf gerade einmal 70 MByte geschrumpft.

Parted Magic 4.0 läuft schon auf Systemen ab 64 MByte RAM recht flüssig, Gparted begnügt sich mit einer Bildschirm-Auflösung von 800 x 600 Pixeln bei vier Farben. XVesa kennt nun die Auflösung 1024 x 600 und unterstützt die mittleren Maustaste. Sitzungen lassen sich auf einer wiederbeschreibbaren CD speichern. (-> DVD)

Puppy 4.2 raus, Barry Kauler rein

Mit 99,99 MByte schafft es Puppy Linux 4.2 (http://www.puppylinux.org) in der Standard-Edition, der eigenen Tradition treu zu bleiben und die schlanke Distribution unter 100 MByte zu halten. Das schreibt Warren Willson in der offiziellen Ankündigung zur neuesten Version "Deep Thought" der schlanken Distribution. Neben der Standard- gibt es eine Retroversion, die einen älteren Kernel mitbringt (2.6.21.7).

Beim Desktop haben Sie die Wahl zwischen den Window Managern IceWM und JWM, der optimierte Browser Seamonkey ist in Version 1.1.15 mit an Bord. Über das Puppy Control Panel lässt sich die Distribution konfigurieren. Dank Pwidgets können Puppy-Anwender auch Widgets auf dem Desktop verwenden, wie etwa eine Uhr, einen RSS-Feed, eine Diashow oder einen Kalender. Auch Multimedia-Unterstützung bringt das Hündchen in Form des Audioplayers Pmusic, des Internet-Radios Streamtuner und des Videoplayers Gxine mit. Eine recht lustige Idee ist der Puppy-Webdesktop: Folgt man dem Link, landet man auf einem "Online-Desktop" des Puppy-Projekts. Der besteht aus einer Webseite im Puppy-Stil, die einen zu zahlreichen Web-2.0-Diensteanbietern führt, wie etwa Flickr, Google Video oder Openstreetmap.

Neu ist auch, dass der "Vater" von Puppy, Barry Kauler, diesmal nur beratend am Projekt teilnahm, während Warren Willson die Koordination übernahm. Zwar wollte sich Kauler künftig auf das Projekt Woof konzentrieren, eine Meta-Distribution, mit der man sich auf Basis von Debian, Ubuntu, Arch Linux oder Slackware eine eigene Mini-Distro zusammenstellen kann. Nach einiger Unruhe im Puppy-Projekt kehrt Kauler jetzt offenbar doch zumindestens kurzfristig wieder als Projektleiter zurück (http://puppylinux.com/blog/?viewDetailed=00701), um mindestens Puppy 5.0 aus den Puschen zu bringen. Anschließend soll aber endgültig ein Projektausschuss oder ein anderes Gremium die Verantwortung für Puppy Linux übernehmen. (-> DVD)

Clonezilla 1.2.1 fixt Bugs

Die auf Debian basierende Live-CD Clonezilla (http://clonezilla.org) ermöglicht, zu Datensicherungszwecken Partitionen oder auch ganze Festplatten zu klonen. Die neueste Release 1.2.1-53 basiert auf "Lenny" mit Stand vom 6. April und bereinigt vor allem einige kleinere Fehler der Vorgänger. Daneben verbessert die Version mit aktualisierten Sprachdateien die Lokalisierung und lässt sich nun per Netboot auch auf Rechnern mit zwei oder mehr Netzwerkkarten verwenden. (-> DVD)

Intel übergibt Moblin an die Linux Foundation

Der Hardware-Hersteller Intel hat die Verwaltung seines Linux-basierten Betriebssystems Moblin an die Linux Foundation übergeben und verspricht sich davon stärkere Beteiligung von Außen. Die eng auf Intel-Technologien wie Atom zugeschnittene Mobilplattform fand bislang nur vereinzelt bei Projekten und Embedded-Herstellern Resonanz. Dabei soll sich Moblin soll sich für den Einsatz auf Notebooks ebenso eignen wie für Mobiltelefone oder Autos.

Furore macht Moblin vor allem durch den rasanten Systemstart: Mit der Moblin-2-Alpha demonstrierte Intel Ende März, dass sich ein komplettes System inklusive der grafischen Oberfläche in wenigen Sekunden starten lässt. Intel feilt insbesondere an dieser Stelle weiter und hofft, schon bald die Startzeit auf zwei Sekunden zu drücken. Dazu greifen die Entwickler vor allem auf die Parallelisierung der Startprozesse zurück. (->DVD)

Kurz notiert

Mit wenigen Tagen Verzögerung ist am 29. April Mandriva 2009.1 (http://mandriva.com) erschienen, das auf Kernel 2.6.29 und X.org 1.6 aufsetzt und die Desktops KDE 4.2.2, Gnome 2.26 sowie Xfce 4.6 mitbringt. Zu den neuen Features zählen eine verkürzte Bootzeit, optimierte Werkzeuge im Control-Center, Support für Ext-4 sowie das neue Security-Framework Msec.

Eine Respin-Version von OpenSuse 11.1 mit vielen Updates hat Ex-Suse-Entwickler Stephan Binner zusammengestellt. OpenSuse 11.1 KDE4 Reloaded (http://tinyurl.com/lu0906-beineri) bringt KDE 4.2.2 als Desktop mit und ähnelt weitgehend Binners KDE Four Live 1.1.2, das Sie auf der Heft-DVD dieser Ausgabe finden.

Einen Satz neuer Fedora-10-Respins hat das Fedora Unity Project (http://spins.fedoraunity.org) veröffentlicht. Die ISOs für 32- und 64-Bit-PCs sowie PowerPC basieren auf den offiziellen Installationsmedien von November 2008, bringen aber alle bis zum 14. April 2009 erschienenen Aktualisierungen bereits mit.

Eine wahre Release-Orgie legten Ende April die BSD-Projekte (http://www.bsd.org) hin: Binnen einer Woche erschienen DragonFly BSD 2.2.1 mit dem Dateisystem Hammer für sofortige Crash-Recovery, FreeBSD 7.2 mit den topaktuellen Desktops Gnome 2.26 und KDE 4.2.2), NetBSD 5.0 mit optimierter Performance auf SMP/Multi-Core-Hardware sowie OpenBSD 4.5 mit stark verbessertem Hardware-Support.

Der chinesische Hersteller Skytone hat noch für dieses Jahr ein Netbook mit Android-Betriebssystem für unter 250 US-Dollar angekündigt. Das Alpha 680 besitzt nach den bisherigen Spezifikationen (http://tinyurl.com/lu0906-skytone) ein drehbares 7-Zoll-Display mit 800 x 480 Pixel Auflösung, eine 1-GByte-SSD, 128 MByte DDR2-Speicher und eine mit 533 MHz getaktete ARM-CPU. WLAN und Ethernet sowie zwei USB-Ports und ein SD-Card-Slot runden die Ausstattung ab.

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