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Projekte strukturieren mit Xmind

Gedankenspiele

Mit Mindmapping-Programmen visualisieren Sie am PC Projekte und Planungen. Unter Linux sticht dabei der freie Newcomer Xmind besonders hervor.

Strukturiertes Arbeiten gilt heutzutage als das A und O jeden Erfolgs. Wer seine "Gedanken nicht beisammen" hat, läuft stets Gefahr, wichtige Aspekte eines Sachverhalts zu vergessen oder zu übersehen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Umfeld Sie arbeiten: Das Vor- und Nachbereiten von Gesprächen und Telefonaten als auch der Entwurf von Konzepten im beruflichen Alltag bedürfen ebenso der Planung wie das Renovieren der Privatwohnung oder das Einrichten eines heimischen Netzwerks.

Damit bei Projekten und komplexen Aufgaben nicht die Übersicht verloren geht, nutzen konservative Zeitgenossen gern die berühmten gelben Klebezettel. Wesentlich eleganter und professioneller verwalten Sie Ideensammlungen mit Mindmapping-Programmen. Während solche Programme unter anderen Betriebssystemen teilweise sehr teuer sind, präsentiert sich Xmind [1] für Linux als Funktionsbolide, der nicht nur unter einer freien Lizenz steht, sondern obendrein auch noch mit einer durchdachten und gleichzeitig einfachen Bedienung glänzt.

Installation und Systemvoraussetzungen

Um mit Xmind zügig zu arbeiten, sollte Ihr PC über mindestens über 256 MByte Arbeitsspeicher, eine mit 800-MHz getaktete CPU sowie 100 MByte freien Plattenplatz verfügen. Die relativ hohen Systemanforderungen resultieren aus der Tatsache, dass Xmind die Java-Entwicklungsumgebung Eclipse-Framework nutzt, weswegen Sie auch ein installiertes Java auf dem Rechner benötigen.

Dabei zeigt sich der Mindmapper von der wählerischen Seite: Mit freien Java-Implementationen arbeitet die Software nicht zusammen; sie fordert zwingend die originale virtuelle Maschine von Sun Microsystems, die sich jedoch in den Repositories der meisten Distributionen findet. Gegebenenfalls greifen Sie auf die von Sun direkt bereitgestellte Software [3] zurück.

Die freie Variante von Xmind (es gibt auch ein kommerzielle Version namens Xmind Pro) finden Sie auf der Projektseite, der Download setzt eine Registrierung voraus [2]. Für Debian und Ubuntu verwenden Sie das vorkompilierte Paket, das es sowohl für die 32-Bit- als auch für die 64-Bit-Variante gibt. Im Test lief die 32-Bit-Version problemlos auch auf verschiedenen Derivaten, wie etwa Linux Mint. Für andere Distributionen stellen die Entwickler auf der Download-Seite eine portable Version als Zip-Archiv bereit.

Bedienung

Nach erfolgreicher Installation erscheint im Gnome-Menü unter Anwendungen | Büro der Xmind-Eintrag. Unter Xfce legt die Routine im Menü Applikationen | Büro einen entsprechenden Starter an.

Klicken Sie auf diesen, so nimmt das Java-Programm etwas behäbig seine Arbeit auf. Nach einigen Sekunden Ladezeit präsentiert sich das Programmfenster mit einem großen Arbeitsbereich und – je nach Einstellung – einem oder zwei Einstellungsfenstern an dessen rechtem Rand. Eine Menü- und eine Symbolleiste am oberen Rand des Programmfensters komplettieren die Einstellungs- und Bedienelemente.

Dank der übersichtlichen Registerstruktur erschließt sich die Bedienung der Software auch bei komplexen Projekten intuitiv. Im Arbeitsbereich, der bei umfangreichen Projekten auch aus mehreren Arbeitsblättern bestehen darf, beginnen Sie sofort mit dem bildhaften Strukturieren: Ausgehend vom Hauptknoten stellen Sie mit logisch geordneten Symbolen auf verschiedenste Weise Hierarchien einfach und schnell dar. Benötigen Sie keine klassischen Mindmaps, wählen Sie aus einer Vielzahl anderer Strukturen. Xmind eignet sich auch für den Entwurf herkömmlicher Organigramme, Bäume oder der seltener verwendeter Fischgräten-Diagramme.

Um Hierarchien sowie die Relevanz der einzelnen Knoten und deren Abhängigkeiten voneinander zu visualisieren, bietet der Mindmapper eine Vielzahl an Formatierungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Neben verschiedenen Knotenformen wie Ellipsen, Rauten oder schlichten Rechtecken ermöglicht das Programm auch farbliche Hervorhebungen oder Modifikation von Größe, Attributen, Stil und Farbe der Texte. Umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten der Pfeile und Linien zwischen den einzelnen Knoten sowie Markierungen mithilfe vorgefertigter Symbole runden die Optionen zur Aufbereitung der Inhalte ab. Verspielten Naturen erlaubt die Xmind außerdem das Einbinden von Hintergrundbilder in die Mindmaps (Abbildung 1).

Abbildung 1: Dank des intuitiv gestalteten Aufbaus gelangen auch Anfänger mit Xmind innerhalb kürzester Zeit zu ansprechenden Ergebnissen.

Die Ergebnisse Ihrer Arbeit speichert das Programm zunächst im eigenen Format .Xmind ab. Um die Mindmaps jedoch in verschiedensten Fremdapplikationen zu nutzen, bietet Xmind die Option, aus den Tafeln Bilddateien in zahlreichen Formaten zu generieren. Zusätzlich erlaubt die Anwendung, alle Struktogramme auch ins Text- oder HTML-Format zu konvertieren. Letzteres erweist sich insbesondere dann als Vorteil, wenn Sie planen, größere Projekte in einem Webbrowser als komplette Site plattformübergreifend darzustellen. Mindmaps fremder Formate importiert Xmind über entsprechende Filter für die beiden Konkurrenzprodukte Freemind und Mindmanager, wobei es allerdings nur die jeweils aktuellen Versionen dieser Programme berücksichtigt.

Treten Probleme beim Handling der Applikation auf, bietet Xmind eine umfangreiche und gut bebilderte Hilfefunktion. Das Hilfezentrum erreichen Sie über die Menüpunkte Hilfe | Hilfe, wobei sich anschließend ein neuer Reiter mit einem Schlagwortverzeichnis öffnet. Die einzelnen Begriffe und die dazugehörigen Erklärungen sind – da es sich bei den Hilfedateien um herkömmliche HTML-Files handelt – verlinkt, so dass ein Mausklick auf den Suchbegriff genügt, um zu den Antworten zu gelangen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Hilfefunktion integriert Xmind in einen eigenen Browser, der auch gleichzeitig als Integritätsprüfung für ins HTML-Format exportierte Maps agiert.

Der in Xmind integrierte kleine Webbrowser dient jedoch nicht nur zum Darstellen der Hilfeseiten, sondern auch dazu, Sitemaps nach dem Konvertieren ins HTML-Format auf ihre Integrität hin zu überprüfen. Zudem unterstützt der Browser Sie beim kollaborativen Arbeiten: Die Funktion Freunde einladen im Menü Hilfe erlaubt – nach dem Erstellen eines kostenlosen Shared Accounts beim Hersteller Xmind Ltd. – zuvor publizierte Mindmaps gemeinsam mit anderen Teilnehmern zu bearbeiten. Den Upload von Mindmaps nehmen Sie dabei mit der Funktion Veröffentlichen im Menü Datei oder einem Klick auf den direkten Link in der Symbolleiste vor. Somit steht effizienter Gruppenarbeit auch über große Distanzen nichts mehr im Wege.

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