digitalglobus_1097861_61192375.jpg

© sxc.hu, ilco

Planetengucker

Google Earth 5 im Test

23.04.2009
Google Earth visualisiert den gesamten Planeten und übt damit eine ungebrochene Faszination aus. In der vorliegenden Version 5 hat Google einige interessante Neuerungen integriert.

Google Earth ist zweifellos ein faszinierendes Programm. Jeder Teil der Erde lässt sich stufenlos zoomen, und selbst schwach besiedelte Regionen liegen in sehr hoher Auflösung vor, so dass man das eigene Haus erkennen kann. Auch bei der "Entwolkung" besserte Google nach, sodass viele subtropische Regionen sich nun klar erkennen lassen, die vor nicht allzulanger Zeit noch unter einer Wolkendecke verschwanden. Um Google Earth [1] haben sich zahlreiche Communities gebildet: Reisende tragen ihre Reiserouten, Bilder und Videos davon ein, Hobbyflieger laden die GPS-Logs ihrer Flüge in Google Maps, sodass sie jeder nachvollziehen und -fliegen kann.

Einiger Anwender verbringen den lieben langen Tag lang nur damit, Interessantes und Kurioses in Google Earth (oder Google Streetview) zu finden [2], wie etwa einen "riesigen" Ohrwurm in der Nähe von Arlesberg [3] oder fliegende Flugzeuge. Aber auch zur Werbung dient Google Earth genutzt: Eine Zeitschrift hat das Cover ihrer Jubiläumsausgabe über Google Earth sichtbar in die Wüste gezeichnet [4], und jede größere Stadt, die etwas auf sich hält, lässt sich inzwischen in Google Earth detailliert in 3D nachmodellieren. Auch 360-Grad-Panoramen bestimmter Plätze oder extrem hochauflösende Gigapxl-Bilder [5] davon kann man in Google Earth betrachten.

Lizenz

Bei Google Earth handelt es sich um proprietäre Software unter einer unfreien Lizenz. Von der kostenlosen Standardversion kann man für 400 US-Dollar pro Jahr auch auf Google Earth Pro upgraden, das es jedoch nicht für Linux gibt. Die Pro-Version ermöglicht beispielsweise den Import von GPS-Daten oder Echtzeit-GPU-Verfolgung und integriert ein Werkzeug zum genauen Vermessen oder zum Erzeugen von Filmen.

Die Free Software Foundation listet einen freien Google Earth Client unter ihren "High Priority Free Software Projects" [6] – zusammen beispielsweise mit freien Flash-Alternativen, einem freien BIOS und freien 3D-Grafiktreibern. Dabei stört nicht nur die unfreie Lizenz die FSF, sie vertritt auch die Meinung, dass Google Earth dem User DRM aufzwingt.

Installation

Softwareseitig setzt Google Earth lediglich einen Kernel ab Version 2.4 voraus, es wurde bereits mit allen halbwegs gängigen Distributionen erfolgreich getestet. Auch die Hardwareanforderungen fallen moderat aus: Ein 500-MHz-Prozessor, 128 MByte RAM sowie eine 3D-fähige Grafikkarte (16 MByte RAM, 1024x768 Pixel) sowie 400 MByte freier Plattenplatz genügen laut Google. Da das Programm die Karten live nachlädt, empfiehlt sich eine schnelle Netzanbindung – erst mit Breitband-Internet macht Google Earth wirklich Spaß, und je schneller die Verbindung, umso nahtloser gestalten sich die Flüge über den Globus.

Google liefert die Qt-basierte Linux-Version von Google Earth mit einem schicken grafischen Installer in Form eines 24 MByte großen, selbstextrahierenden Archivs aus, das Sie nach dem Download erst einmal ausführbar machen. Nach dem Start des Binaries fragt die Einrichtungsroutine lediglich einmal nach einem Verzeichnis, in die sie die 72 MByte Programmdateien entpackt darf, und installiert dann Google Earth ohne weiteres Zutun des Benutzers.

Auf unserem Testsystem mit Ubuntu 8.10 stürzte das Programm allerdings sofort ab, als wir es über das vom Installer eingerichtete Desktop-Icon starten wollten. Wie sich herausstellte, gibt es bei vielen Distributionen einen Konflikt mit der im Standalone-Paket integrierten libcrypto.so.0.9.8 – so auch auf unserem Testsystem. Das Problem lässt sich allerdings schnell beheben, indem Sie diese Datei im Google-Earth-Installationsverzeichnis einfach umbenennen oder löschen: Dann verwendet Google Earth die systemeigene Libcrypto, die einwandfrei mit dem Programm funktioniert.

Nachdem das Programm ohne Murren startete, stießen wir auf ein weiteres Problem: Wildes Geflacker im 3D-Teil des Programmfensters. Offenbar kommt Google Earth noch nicht mit Compiz-Desktops klar – ein Deaktivieren der Desktopeffekte unter System | Einstellungen | Erscheinungsbild | Visuelle Effekte sorgt für Ruhe.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Welt-Bild
    Seitdem Google die Entwicklung an Version 4 von Google Earth aufgenommen hat, können auch Linux-Benutzer die Erde von oben betrachten. Inzwischen ist die fertige Ausgabe verfügbar.
  • Google Earth zeigt Satellitenbilder auf dem Linux-Desktop
    Nach langem Warten steht auch Linux-Benutzern Google Earth zur Verfügung, um die Welt via Satellit zu erkunden. Mit der neue Beta-Version des Desktop-Programms erübrigen sich Notlösungen wie Wine und der Web-Dienst Google Maps.
  • Google Earth jetzt auch nativ für Linux
  • Google Earth 5.0 glänzt mit neuen Features
    Die neue Version 5.0 der 3D-Erkundungssoftware Google Earth sorgt für Furore, denn nun kann man die Tiefen der Meere und die Oberfläche des Mars erkunden sowie in der Zeit zurück reisen. Schön für Linux-Nutzer: Zum offiziellen Start der Software erscheint auch eine Linux-Variante.
  • Google Earth 6 im Test
    Google hat in der neuen Version 6 des virtuellen Globus Google Earth rund 80 Millionen Bäume gepflanzt – virtuelle Bäume. Die verhindern aber nicht, dass Sie dank der Street-View-Integration beim Nachbarn über den Gartenzaun schauen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2015: E-Books im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.
Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 5 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...