Cuba Libre
Tux International (9): Nova aus Kuba
Made in Cuba
Neben dem Paketmanager Summon und dem Installationsprogramm Serere bringt Nova noch weitere interessante Tools mit. Über Ecumenix [5] lässt sich die Distribution in eine Active-Directory-Umgebung einbinden. Es stellt die dazu nötigen Dienste (Samba, Winbind und Kerberos) bereit und führt Sie in drei Schritten durch das Setup. Sie finden das Tool unter Sistema| Administración Außer einem relativ alten Eintrag im Ubuntu-Entwicklerbaukasten Launchpad gibt es im Internet allerdings kaum weiterführende Infos zu Ecumenix.
Sehr praktisch fanden wir auch Capoeira: Damit geben Sie Verzeichnisse als Samba-Shares für Windows-Nutzer frei. Das Python-Tool besteht aus zwei Teilen. Über capoeira-share dürfen Benutzer selbst Verzeichnisse freigeben und dabei auch festlegen, für welche Nutzer die Freigabe welche Rechte erhalten soll (Abbildung 6). Über capoeira-admin lassen sich dann die einzelnen Freigaben verwalten. Capoeira und Ecumenix laufen mit Suid-Root-Rechten, sodass auch gewöhnliche Benutzer das Setup vornehmen und Verzeichnisse freigeben können. Beim Start der beiden Programme erscheint ein entsprechender Hinweis, der über die Sicherheitsrisiken informiert.
Das Nova-Kontrollzentrum bringt neben zahlreichen Gnome-Tools auch einen Assistenten für das Setup von USB-Sticks mit. Der Assistent – hier handelt es sich ebenfalls um eine Eigenentwicklung von Nova – erinnert an Kfloppy. Er bietet die Dateisysteme FAT16 und FAT32 zur Auswahl an, und Sie können ein Label für das FAT-Volume festlegen.
Steckbrief Nova
| Name | Nova |
|---|---|
| Aktuelle Version / Codename | 1.1.2 / Baire |
| Land | Kuba |
| Basiert auf | Eigenentwicklung |
| Medien | CD / DVD |
| Paketmanager | Portage |
| Primärer Desktop | Gnome |
| Alternative Desktops | XFCE, Guano |
| Kernel | 2.6.28 |
| Entwicklerteam | 5 bis 10 |
| Release-Zyklus | 12 Monate |
| Stärken | Interessanter Mix aus Gnome, Gentoo und eigenen Tools |
| Schwächen | Fehlende Lokalisierungen |
Schwachpunkte
Auf zwei von drei Testsystemen richtete Nova die Auflösung des TFT-Bildschirms korrekt ein. Auf dem dritten System mussten wir die passenden Werte allerdings von Hand in der xorg.conf einstellen, da das für diese Aufgabe vorgesehene Tool im Nova-Kontrollzentrum nur die bereits eingestellte – falsche – Auflösung zur Auswahl bot. In der Kategorie Grafik vermissten wir das Bildbearbeitungsprogramm Gimp und ein Scan-Programm. Diese Programme befinden sich aber auf der Nova-DVD.
Der größte Schwachpunkt für eine weitere Verbreitung liegt allerdings in den fehlenden Lokalisierungen: Während man auf praktisch allen Distributionen mit KDE oder Gnome im zugehörigen Kontrollzentrum einen Eintrag zum Nachrüsten der gewünschten Sprache findet, fehlt eine solche Hilfe bei Nova. Passenderweise enthält der Eintrag Accesibilidad im Nova-Kontrollzentrum kein einziges Modul. Dass es überhaupt einen solchen Eintrag gibt, lässt aber hoffen, dass passende Module in künftigen Versionen der kubanischen Distribution folgen werden.



