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Cuba Libre

Tux International (9): Nova aus Kuba

22.04.2009
Kuba ist bekannt für Musik, Oldtimer und revolutionären Köpfe. Genießen Sie den Reiz der Karibikinsel jetzt auf Ihrem Rechner – mit der Live-CD Nova "Baire".

Wegen des Handelsembargos der USA gegen Kuba ist es in dem Inselstaat sehr schwer, legal an Windows zu kommen. Was liegt da näher, als eine eigene Linux-Distribution zu entwickeln? Erste Schritte dazu unternahm die Fakultät 10 der Universidad de las Ciencias Informáticas [1] bereits 2007.

Im Februar 2009 stellte man dann die Distribution Nova [2] auf der Internationalen Informatik-Konferenz und -Messe in Havanna der Öffentlichkeit vor. Nova 1.1.2 "Baire" (der Codename erinnert an die Schlacht bei Baire, in der die kubanischen Nationalisten 1895 ihre Unabhängigkeit von Spanien erkämpften) basiert auf Gentoo und nutzt Gnome 2.22 als Desktop.

Start und Installation

Nova ist als Live-CD konzipiert, die sich über ein passendes Symbol auf dem Desktop auch permanent auf der Festplatte einrichten lässt. Neben der CD-Version bietet das Projekt auch eine DVD zum Download an [3]. Benutzen Sie zum Download nach Möglichkeit einen der Spiegelserver, da das Projekt immer wieder mit Bandbreitenproblemen zu kämpfen hat.

Der Bootscreen bietet vier Menüpunkte zur Auswahl an. Wählen Sie den ersten (NOVA-LIVECD V-1.1.2), startet ganz normal die Live-CD. Bei Problemen helfen der zweite und dritte Menüpunkt (ohne grafischen Splash-Screen). Komplett im Konsolenmodus startet der vierte Eintrag das System. Nova zeigt zwar beim Hochfahren für rund zwei Sekunden einen Loginbildschirm an, meldet aber automatisch den Live-CD-Nutzer nova an. Hier klicken Sie für die Installation auf dem Desktop auf das Symbol Instalador de Nova.

Der Installer Serere fragt im ersten Dialog gleich nach der Partitionierung. Die automatische Variante richtet Nova auf den ganzen Festplatte ein; wählen Sie die manuelle Partitionierung, dann startet Gparted (Abbildung 1). Dazwischen schiebt sich noch der Dialog für die Landesauswahl, den die Nova-Entwickler besser an die erste Stelle gesetzt hätten.

Abbildung 1: Für die manuelle Partitionierung startet das Nova-Installationsprogramm das externe Tool Gparted.

Wählen Sie die manuelle Partitionierung mit Gparted, müssen Sie Serere nach dem Verlassen von Gparted neu starten. Die Routine kehrt zwar wieder zum Installer zurück, in unseren Tests hat das Installationsprogramm allerdings die Änderungen erst nach einem Neustart erkannt. Im letzten Dialog richten Sie einen Nutzer und das Root-Passwort ein, wobei Sie beim Benutzer nur den Loginnamen eingeben müssen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Installer Serere prüft bereits während der Eingabe, ob die Passwörter übereinstimmen.

Nach einem Klick auf Aplicar formatiert Serere die Platte und richtet Nova und den Bootloader ein. Die Installation dauert keine zehn Minuten. Nach einem Neustart fährt Nova bis zum Loginscreen hoch und wartet hier ein paar Sekunden auf eine Benutzereingabe, bevor es den bei der Installation angegebenen Nutzer automatisch einloggt. Die kurze Zeit können Sie dazu nutzen, das System auf Englisch umzustellen. Klicken Sie dazu im Login-Bildschirm (Abbildung 3) auf Idioma und wählen Sie im neuen Dialog Ingles EE. UU. und Cambiar idioma. Die anschließende Sicherheitsabfrage beantworten Sie mit Si. Die Nova-eigenen Tools haben die Entwickler allerdings nicht ins Englische übersetzt: Spanisch-Kenntnisse erweisen sich hier also als Vorteil.

Abbildung 3: Am Login-Bildschirm können Sie die Sprache auf Englisch umstellen, wenn Ihnen Nova spanisch vorkommt.

Der Desktop

Nova Baire setzt auf das nicht mehr ganz aktuelle Gnome 2.22 mit dem Panel am unteren Bildschirmrand. Das freundliche und farbenfrohe Theme mit dem breiten Nova-Menübutton verschafft der Distribution aber ein sehr modernes Aussehen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Standarddesktop von Nova lässt Kuba in ganz neuem Glanz erstrahlen.

Als Videoplayer kommt VLC in Version 0.8.6g zum Einsatz, beim Audioplayer haben sich die Kubaner für den XMMS-Nachfolger Audacious entschieden. Beide Programme spielten in den Tests praktisch alle Multimedia-Dateien ab.

In Sachen Paketmanagement setzt Nova auf das vom Sabayon-Projekt entwickelte Entropy für Binärpakete, bleibt aber kompatibel zu Gentoos Portage-System. Der eigens für Nova entwickelte Paketmanager Summon (Abbildung 5) arbeitet als einfaches Frontend für Portage. Starten Sie den Paketmanager über den Befehl sudo summon, erhalten Sie allerdings nur eine Fehlermeldung: Die passenden Repositories sind noch nicht online, da das Nova-Projekt zurzeit nur über eine 8-MBit-Leitung verfügt.

Abbildung 5: Der Paketmanager Summon spielt auch Updates ein und dient als Repository-Verwaltung.

Neben der CD-Version mit Gnome stehen auf der DVD auch KDE 3.5.9 und XFCE 4.4 als Desktopumgebungen zur Verfügung. Mit Guano [4] bringt Nova zudem eine alternative Desktop-Umgebung für ältere Rechner mit, die Openbox als Fenstermanager mit dem XFCE-4-Panel und dem Dateimanager PCmanFM zusammen einsetzt. Die Guano-Komponenten befinden sich allerdings nur auf der DVD.

Auf dem Desktop finden Sie neben Verknüpfungen zum Home-Verzeichnis und den Speichermedien auch das 15-seitige PDF-Dokument Conozca Nova. Es erklärt Ihnen in Spanisch die wichtigsten Komponenten des Systems und die kurz- und langfristigen Ziele der Distribution. Demnach ist Version 2.0 von Nova für Ende 2009 geplant, und es soll neben der Standardvariante auch eine speziell auf Multimedia-Ansprüche zugeschnittene Version geben.

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Kommentare
Locals
Meo (unangemeldet), Freitag, 24. April 2009 07:28:19
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scheinbar hat Nova Probleme mit der Sprachverwaltung. Selbst nachdem man Nova im Livemodus auf englisch stellt bleibt es spanisch. Eine einstellmoeglichkeit sucht man leider im Livemodus vergebens.


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Re: Locals
Joerg Schiermeier, Sonntag, 28. März 2010 15:12:45
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Das ist nun mal eine Distribution, die für den Gebrauch in Kuba erstellt wurde. Und, oh Wunder, dort spricht man Spanisch.
Selbst wenn am in _Latein_amerika verwendet, wäre ein Umstellen auf eine andere Sprache nur dann sinnvoll, wenn diese Sprache Portugiesisch wäre. Alles andere ist Verschwendung von knappen Ressourcen.


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