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Büro im Büro

RSS-Reader, To-do-Liste, Zeichenblock und mehr

18.04.2009 Makagiga bringt quasi seinen eigenen Desktop für den Desktop mit. Der enthält ein Pinboard, einen RSS-Reader, ein Notizbuch, einen Kalender und Aufgabenplaner und verknüpft die Komponenten intelligent miteinander.

Laut der Projekt-FAQ des Projekts handelt es sich bei Makagiga [1] um "eine Art Kuchen mit Karamel, Honig, Mohn und Nüssen" – eine bunte Mischung also, die sich aber dennoch irgendwie gut ergänzt. Makagiga vereint seinen Mix unter einem gemeinsamen, in Java programmierten Dach. Zur Familie gehören unter anderem ein RSS-Reader, ein To-do-Manager, ein Kalender, ein einfaches Zeichenprogramm, ein Texteditor, ein Notizbuch und ein Bildbetrachter (Abbildung 1). Makagiga lässt sich zudem über Plugins und Widgets erweitern.

Abbildung 1: Makagiga versammelt eine bunte Mischung von Programmen unter seiner Haube und funktioniert damit als Desktop auf dem Desktop.

Zunächst gilt es aber, sich mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Interface anzufreunden und dabei die Möglichkeiten von Makagiga zu erschließen. Die Software eignet sich zum Beispiel zur Projektverwaltung, wobei Sie für jedes Projekt einfach einen eigenen Makagiga-Ordner anlegen. Über den To-do-Manager planen Sie Ihre Aufgaben und behalten deren Fortschritt im Auge. Wichtige Aufgaben oder Ideen nageln Sie ans virtuelle Pinboard, über RSS-Feeds halten Sie sich über neueste Entwicklungen auf Ihrem Spezialgebiet auf dem Laufenden. Schließen Sie Makagiga, landen alle erarbeiteten Ergebnisse automatisch im passenden Projektordner: Sie müssen also beim nächsten Mal nicht mehrere Programme starten, um an Ihre Arbeitsergebnisse zu gelangen.

Zwar bringen auch Desktops wie Gnome und KDE alle Komponenten mit, die Makagiga anbietet, die Verknüpfung der Inhalte über Bewertungen und Schlagworte gibt es allerdings nur bei KDE 4 – und auch da steckt sie noch in den Kinderschuhen. Der interne Aufbau von Makagiga ergibt durchaus einen Sinn, auch wenn er von gewohnten Desktop-Konventionen abweicht.

Makagiga installieren

Sie installieren Makagiga aus einheitliche RPM- und DEB-Paketen, die mindestens unter allen OpenSuse-11- und Ubuntu-8-Versionen funktionieren. Die Päckchen für die aktuelle Version 3.2.1 der Software finden Sie auf der Heft-DVD. Zuvor müssen Sie noch Suns Java in Version 6 installieren: Das passende Paket heißt unter Ubuntu 8 sun-java6-jre und unter OpenSuse 11 java-1_6_0-sun.

Unter Ubuntu 8 kopieren Sie das DEB-Paket einfach auf die Festplatte und klicken es doppelt an. Daraufhin startet der GDebi-Installer, der die Software wie gewohnt einrichtet. Sie finden sie nach der Installation im Startmenü unter Büro | Makagiga.

Unter OpenSuse 11 speichern Sie das RPM-Paket lokal und klicken es ebenfalls doppelt an, woraufhin YaST es einspielt. Makagiga nistet sich unter Programm | Dienstprogramme | Desktop ein.

Alternativ rufen Sie die Software über [Alt]+[F2] und die Eingabe von makagiga auf. Seine eigenen Daten sammelt das Tool im versteckten Ordner .makagiga im Home-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers.

So sieht's aus

Nach dem Start präsentiert sich Makagiga mit der Standardoberfläche, die auf der rechten Seite das leere Pinboard anzeigt (Abbildung 1). Im Bereich links sehen Sie später die von Ihnen angelegten Ordner und RSS-Feeds. Anfangs existiert lediglich ein Standardordner mit dem Namen Dateien und Ordner, und unter Feeds warten ein paar von Makagiga vorab abonnierte Datenströme. Es folgt darunter der Papierkorb, über den Sie aus Versehen gelöschte Inhalte wiederbeleben.

Tatsächlich erweist sich die Oberfläche als Desktop im Desktop: Über Anzeigen | Vollbildansicht oder [F11] strecken Sie das Hauptfenster über den gesamten Desktop und arbeiten nun "vollständig" darauf. Links unten gibt es unter einem Suchfeld, über das Sie sämtlich Inhalte vom Makagiga durchforsten, drei Buttons mit den Aufschriften Baumansicht, Übersicht und Designer. Der oberste zeigt im linken Bereich die gerade beschriebene Ansicht mit den Feeds und Verzeichnissen an. Der mittlere listet die anstehenden Aufgaben auf, die er aus der To-do-Liste generiert. Hinter dem Designer verstecken sich die Bedienfelder für die einzelnen Komponenten. Um etwa eine neue Zeichnung anzulegen, klicken Sie auf Designer: Links erscheint dann ein Menü, über das Sie die Zeichenfarbe und die Pinselgröße ändern (Abbildung 2).

Abbildung 2: Über den Button Designer links unten rufen Sie die Werkzeuge für die einzelnen Softwarekomponenten auf. Legen Sie eine Zeichnung an, ändern Sie hier etwa Pinsel und Farben.

Pinboard-Widgets

Das Pinboard erkennen Sie am hellblauen Hintergrund, es umspannt den größten Bereich in Makagiga. Den teilt es sich allerdings mit sämtlichen Makagiga-Anwendungen, wie dem Texteditor, dem Zeichenprogramm oder der To-do-Liste. Gewöhnlich verschwindet die Pinwand hinter diesen; um sie wieder freizuschaufeln, klicken Sie auf den Schalter Widgets anzeigen ganz oben rechts. Über Widgets hinzufügen unten rechts holen Sie neue Widgets auf das Pinboard, seien es Notes oder ein Calendar (die Übersetzung von Makagiga hat noch Schwächen).

Im selben Menü können Sie der Software auch den Befehl Hole mehr Widgets geben. Sie schaut sich dann auf der Makagiga-Webseite um und entdeckt im recht überschaubaren Angebot zum Beispiel das Widget Picture. Über einen Klick auf Install weisen Sie Makagiga an, das Widget einzuspielen. Nach der Installation müssen Sie Makagiga allerdings neu starten, damit das neue Widget auftaucht. Einen Neustart erfordern übrigens auch Änderungen in den Einstellungen.

Was machen Sie nun mit den Widgets? Beim Kalender haben Sie etwa die Möglichkeit, einen Tag anzuklicken und aus dem Kontextmenü Zeige Informationen für diesen Tag zu wählen. Die Software öffnet dann eine Wikipedia-Seite, die alles auflistet, was jemals am entsprechenden Datum passiert ist. Hier handelt es sich um eine etwas merkwürdige Makagiga-Idee: Sie erscheint zwar nett, wirft aber die Frage nach dem Sinn auf, zumal beim Klick auf Nachrichten lediglich die aktuelle Webseite der BBC erscheint – ohne historische Referenz. Der Punkt Einen neue Aufgabe für diesen Tag hinzufügen hilft hingegen, um für den Tag Aufgaben festzulegen und Termine zu planen. Die Notizen auf dem Pinboard heben Sie farblich hervor und füllen sie mit Text, dem Sie dann bestimmte Font-Eigenschaften zuweisen.

Oberhalb des Pinboards wartet noch eine Suchleiste, die standardmäßig googelt, aber auch andere Suchmaschinen nutzt und die dann ihre Ergebnisse in einem externen Browser präsentiert – in welchem, das bringen Sie der Software selbst bei. Dazu klicken Sie auf den Menüpunkt Bearbeiten | Einstellungen und dann im Register Allgemein auf Fortgeschritten. In die obere Zeile tragen Sie den Browser Ihres Vertrauens ein, etwa firefox (Abbildung 3). Externe Inhalt reicht Makagiga dann zukünftig an diesen Browser weiter.

Abbildung 3: Den Browser, den Makagiga nutzt, um externe Webseiten anzuzeigen, legen Sie in den Voreinstellungen selbst fest.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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