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Echt lecker

Tipps und Tricks zu Yum

19.03.2009
Der Yellowdog Updater Modified stammt ursprünglich von Yellow Dog Linux, hat sich aber erst als Standard-Paketmanager von Fedora einen Namen gemacht. Lesen Sie hier, was Yum alles bietet.

Yum arbeitet bei Fedora und Yellow Dog Linux als Schnittstelle zum darunterliegenden RPM-System und lässt sich mit Zypper oder Apt vergleichen. Grafisch bedienen Sie den Paketmanager über eines der zahlreichen grafischen Frontends wie Pirut (Abbildung 1 und 2), Gyum, Yum-Extender (Abbildung 3) oder Kyum, doch wenn Sie die wichtigsten Yum-Befehle kennen, brauchen Sie kaum noch ein GUI.

Abbildung 1: Fedora nutzt seit einigen Versionen das grafische Frontend Pirut als Standard-Paketmanager.
Abbildung 2: Ein kurze Information vor der eigentlichen Installation, dann spielt Pirut die Software ein.
Abbildung 3: Wem Pirut zu schlicht ist, nutzt am besten Yum-Extender.

Grundlagen

Yum ist wirklich einfach zu bedienen. Die Installation eines Paketes erfolgt mit yum install Paketname, wobei Sie beliebig viele Pakete auf einmal angeben können. Sie installieren zum Beispiel das Spiel Pingus durch die Eingabe von yum install pingus.

Yum lädt im Hintergrund zuerst die Headerdateien mit den Paket-Metadaten der neuen Pakete herunter, um alle Abhängigkeiten nach den neuen Gegebenheiten zu untersuchen. Nachdem die Abhängigkeiten aufgelöst sind, gibt Yum zusätzlich zu den installierenden Paketen eine Liste aller benötigten Pakete (Installing for dependencies) aus (Listing 1). Das Tool fragt danach noch einmal, ob Sie die Installation vornehmen möchten. Beantworten Sie die Frage mit [Y], beginnt der Installationsprozess und meldet mit Complete! die ordnungsgemäße Installation der aufgelisteten Pakete.

Listing 1
# yum install pingus
Dependencies Resolved
=============================================================================
 Package                 Arch       Version          Repository        Size
=============================================================================
Installing:
 pingus                  i386       0.7.0-0.4.20060721.fc6  fedora      18 M
Installing for dependencies:
 ClanLib                 i386       0.8.0-4.fc7      fedora            1.2 M
 SDL                     i386       1.2.12-1.fc7     updates           219 k
 SDL_gfx                 i386       2.0.13-8.fc7     fedora             52 k
…
Transaction Summary
=============================================================================
Install     11 Package(s)
Update       0 Package(s)
Remove       0 Package(s)
Total download size: 31 M
Is this ok [y/N]:
…
Complete!

Fallen Ihnen die ständigen Ja/Nein-Nachfragen zu lästig, veranlassen Sie mit der Option -y das automatische Beantworten aller Fragen mit "Ja", zum Beispiel mit yum -y install pingus. Bei Deinstallationen sollten Sie hier Vorsicht walten lassen, da das automatische Entfernen abhängiger Pakete zu unangenehmen Nebeneffekten führen kann.

In der Grundeinstellung installiert Yum aus den eingerichteten Paketquellen (DVD, Internet-Repositories). Sie können aber auch einzelne RPM-Dateien mit yum anstelle von rpm einspielen. Yum beachtet dabei die Abhängigkeiten und ergänzt eventuelle fehlende Pakete über die Repositories automatisch. Der Befehl lautet in diesem Fall yum localinstall Paketname.

Auch beim Entfernen von Paketen nimmt Ihnen Yum sehr viel Arbeit ab, indem es nicht mehr benötigte Komponenten mitlöscht. Im Beispiel der Pingus-Installation spielt Yum zum Beispiel auch sdl und ClanLib mit ein. Möchten Sie diese Pakete wieder entfernen, müssen Sie sie dem RPM-Befehl explizit nennen, zum Beispiel rpm -e pingus SDL Clanlib ... . Das kostet oft viel Zeit, da man die Abhängigkeiten der zu entfernenden Pakete meist erst durch die Fehlerausgabe von RPM erfährt. Der Aufruf von yum remove ClanLib listet hingegen die zu deinstallierenden Pakete inklusive der Abhängigkeiten auf. Yum fragt noch einmal kurz nach, ob man wirklich alle aufgeführten Pakete deinstallieren möchte und fährt bei einer positiven Antwort mit der Arbeit fort.

Das Aktualisieren eines Pakets oder aller Pakete erfolgt über Befehl yum update Paketname beziehungsweise yum update. Bevorzugen Sie eine grafische Oberfläche, dann starten Sie den Package Updater pup aus der Konsole oder aus dem Menü heraus. Pup gehört zum Paket pirut, das Sie über yum install pirut einrichten.

Der Yum-Update-Daemon frischt das System bei Bedarf auch komplett automatisch auf. Dazu muss in der Konfigurationsdatei /etc/yum/yum-updatesd.conf allerdings der Eintrag do_update auf yes eingestellt sein (Listing 2). Ob der updatesd-Dienst automatisch beim Booten startet oder nicht, ermitteln Sie über chkconfig:

# chkconfig --list | grep -i yum

Die Ausgabe zeigt, für welche Runlevel der Dienst aktiviert ist. Den aktuellen Runlevel gibt der Befehl runlevel zurück. Der automatische Start beim Booten erfolgt durch das Aktivieren des Dienstes mit chkconfig yum-updatesd on. Möchten Sie den Daemon einmalig aktivieren, rufen Sie service yum-updatesd start auf.

Am häufigsten benötigen Sie vermutlich den Suchbefehl yum search Stichwort. Er sucht mit dem angegebenen Stichwort in den Paketnamen und Infos sämtlicher verfügbarer Pakete. Möchten Sie nur nach dem Paketnamen suchen, kommen Sie mit yum list | grep Stichwort schneller ans Ziel.

Listing 2
[main]
# how often to check for new updates (in seconds)
run_interval = 3600
# how often to allow checking on request (in seconds)
updaterefresh = 600
# how to send notifications (valid: dbus, email, syslog)
emit_via = dbus
# automatically install updates
do_update = yes
# automatically download updates
do_download = no
# automatically download deps of updates
do_download_deps = no

Die Yum-Shell

Wollen Sie über Yum mehrere Aktionen nacheinander vornehmen, erledigen Sie das am besten über die Yum-Shell. Sie erlaubt, mehrere Aktionen nacheinander auszuführen, ohne dass man auf die Rückgabe der vorhergehenden Aktion warten muss. Ein typisches Szenario wäre etwa das Löschen des Caches, die Installation von Paketen und die Deinstallation anderer Pakete.

Sie starten die Shell mit yum shell. Der Eingabeprompt akzeptiert die üblichen Kommandos wie install, remove oder update. Die Eingabe von run startet anschließen den zuvor eingegebenen Batch-Ablauf. Sie verlassen die Shell nach getaner Arbeit mit quit. Einen weiteren Anwendungsfall der Yum-Shell stellt der Einsatz innerhalb einer Pipe dar, um zum Beispiel direkt aus einem Shell-Script heraus zu installieren: # echo -e "install pingus\n run\n quit" | yum -y shell

Zu diesem Zweck kommt häufig auch ein Here-Dokument zum Einsatz, wie es Listing 3 zeigt.

Listing 3
# yum -y shell <<EOF
clean all
install …
remove …
run
quit
EOF

Manchmal möchte man mehrere RPM-Pakete herunterladen, um sie später zu installieren oder auf mehreren gleichartig konfigurierten Systemen einzuspielen. Dazu eignet sich das Programm yumdownloader aus dem Paket yum-utils. Um das Spiel Pingus nur herunterzuladen, genügt der Befehl yumdownloader pingus. Yumdownloader legt das angegebene Paket im aktuellen Verzeichnis ab, aus dem Sie es dann über

# yum localinstall pingus-0.7.2-3.fc10.i386.rpm

installieren, um auch die Abhängigkeiten einzubeziehen. Möchten Sie die Abhängigkeiten bereits beim Download auflösen, rufen Sie yuminstaller mit der Option --resolve auf.

Das Tool eignet sich auch vorzüglich dazu, Quellpakete herunterzuladen und manuell zu übersetzen. Dazu dient die Option --source . Die Eingabe

# yumdownloader --source pingus

legt zum Beispiel das RPM-File pingus-0.7.2-3.fc10.i386.rpm in das aktuelle Verzeichnis. Das einrichten erfolgt mit # rpm -ihv pingus-0.7.2-3.fc10.i386.rpm

Das Source-Archiv liegt danach unter /usr/src/redhat/SOURCES/, wo Sie es entpacken und selbst kompilieren.

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