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Streit um die Burg

Warlords-II-Klon Lordsawar

19.03.2009 Der Warlords-II-Klon Lordsawar bleibt grafisch eher bescheiden. Dafür hält das Strategiespiel eine Menge Spielspaß bereit.

Vermutlich kennen nicht mehr viele Gamer Warlords II: Das Strategiespiel von 1993 zog Fans stunden- und tagelang in seinen Bann, es gab einige Fortsetzungen, aber aus heutiger Sicht sieht es wenig spektakulär aus. Nun gibt es einen freien Klon von Warlords II mit dem Namen Lordsawar (LAW). Obwohl die Entwickler noch an ihm werkeln, beherrscht er bereits viele wichtige Funktionen des Originals.

Einige Wermutstropfen trüben den Spielspaß jedoch: LAW spricht bislang nur englisch. Für eine deutsche Sprachversion fehlen Übersetzer – wer sich den Job zutraut, findet online die Datei [1], die es zu übersetzen gilt. Zudem ist das Spiel noch etwas wacklig auf den Beinen und stürzt gelegentlich und unvorhersehbar ab. Um das Spiel wiederherzustellen, haben die Entwickler zwar einen Recovery-Modus eingebaut, aber wer auf Nummer sicher gehen will, speichert den Spielstand am besten nach jeder Runde. Nicht zuletzt patzen die Mehrspielermodi zur Zeit noch, die über das LAN und via E-Mail laufen sollen. Zusammen spielt man LAW am besten am selben Rechner oder Mitspieler greifen über VNC auf den Desktop zu, der das Spiel anbietet. Möglicherweise funktioniert der Mehrspielermodus aber auch in neueren Versionen von LAW (wir haben die stabile Version 0.1.4 getestet).

Installation unter Ubuntu 8.10 und OpenSuse 11.1

Die Webseite [2] verrät unter anderem den Zugang zum Subversion-Repository, das die neueste Version beherbergt. Wir haben den Quellcode der stabilen Version [3] besorgt und übersetzt. Dazu benötigen Sie unter Ubuntu 8.10 noch folgende Pakete, die Sie über den Paketmanager installieren: autoconf, build-essential, intltool, libsdl1.2-dev, libsdl-image1.2-dev, libsdl-mixer1.2-dev, libexpat1-dev, uuid-dev, libglibmm-2.4-dev, libgtkmm-2.4-dev, libglademm-2.4-dev, libgnet-de sowie libboost-dev.

Unter Opensuse 11.1 installieren Sie über YaST die Pakete intltool, autoconf, SDL-devel, SDL_image-devel, SDL_mixer-devel, libexpat-devel, libuuid-devel, glibmm2-devel, gtkmm2-devel, glademm-devel, gnet-devel und boost-devel. Zudem brauchen Sie die Entwicklerwerkzeuge: Dazu wählen Sie in YaSTs Paketmanager Schemata als Filter und setzen ein Kreuzchen bei Grundlegende Entwicklungsumgebung. Da Sie als OpenSuse-Anwender vermutlich KDE einsetzen, saugt die Distribution noch etwa 300 MByte an Gnome-Software auf die Festplatte – das sollten Sie berücksichtigen.

Dann laden Sie auf beiden Systemen jeweils das Archiv von der Webseite herunter, öffnen eine Kommandozeile und entpacken es mit tar xvzf lordsawar-0.1.4.tar.gz. Wechseln Sie nach lordsawar und kompilieren Sie das Spiel mit Hilfe des Dreischritts configure, make sowie make install, wobei Sie den letzten Befehl mit Root-Rechten eingeben. Der Prozess dauert etwas. Abschließend drücken Sie [Alt]+[F2] und tippen lordsawar, um das Spiel aufzurufen.

Nach dem Start erwarten Sie verschiedene Optionen: Da die Kampagnen (Start campaign) bisher nicht funktionieren, beginnen Sie einfach ein normales Spiel. In diesem Fall landen Sie im Menü aus Abbildung 1. Hier stellen Sie zunächst den Schwierigkeitsgrad ein, den Sie aus dem Dropdown-Menü Difficulty wählen. Zum Üben sollten Sie zunächst auf der mittleren Stufe beginnen. Nach ein paar Runden schaffen Sie auch die schwerste Stufe. In dieser ist die gesamte Spielfläche schwarz: Sie wissen nicht, wo der Gegner steckt und machen das umliegende Gebiet erst durch Erkundungen sichtbar. Über kurz oder lang sollten Sie jedoch gegen menschliche Gegner spielen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Nach dem Start des Spiels regeln Sie, welche Spieler zum Einsatz kommen und wie LAW die Landschaft gestaltet, welche das Spiel stets neu generiert.

Nach dem Schwierigkeitsgrad legen Sie fest, welche Mannschaften die menschlichen Spieler übernehmen. Diesen können Sie selbst gewählte Namen verpassen und LAW so personalisieren. Rechts im Fenster sehen Sie noch weitere Knöpfe und Regler, über die Sie die Spielfläche modifizieren, die LAW für jedes Spiel neu generiert. Hier legen Sie zum Beispiel fest, aus wie vielen Prozent Wasser sie besteht und wie viel Städte und Wälder es gibt. Passen die Einstellungen, klicken Sie auf Start Game, um mit dem Spiel zu beginnen.

Anfang und Ende

Das "War" im Namen des Spiels deutet bereits an, das Sie das Spielziel nicht unbedingt auf friedlichem Wege erreichen. Die Warlords kämpfen gegeneinander (Abbildung 2) und verbünden sich auch. Anfangs startet jeder Warlord in einer Stadt mit einem Ritter und Verbündeten. Das Spiel verläuft in Runden. Haben Sie Ihre Einheiten bewegt, Kämpfe ausgeführt und die Produktion angeleiert, klicken Sie auf das Symbol mit der weißen Fahne rechts unten und läuten so die nächste Runde ein. Nach und nach erforschen Sie die Gegend, produzieren in den Orten Einheiten und erobern andere Städte.

Bis zu ihrer Besetzung durch feindliche Truppen verhalten sich die grau gefärbten Städte neutral und beherbergen meist nur eine Einheit. Anfangs erobern Sie schnell viele Ortschaften; schwieriger wird es, wenn Gegner in der Stadt sitzen, da diese häufig Einheiten in Gruppen anhäufen. Warlords sterben, sobald sie keine Stadt mehr besitzen. Sie müssen also Ihre Truppen bündeln, die Stützpunkte der Gegner erobern und so einen Warlord nach dem anderen besiegen. Haben Sie am Ende genügend Städte erobert – deutlich mehr als die Gegner – geben diese meist auf und Sie gewinnen (Abbildung 3).

Abbildung 2

Abbildung 2: Ein Held greift zusammen mit zwei "Allies" (Verbündeten) erfolgreich eine Stadt an.

Abbildung 3

Abbildung 3: Schlechte Stimmung beim Gegner: Die verbliebenen Opponenten bieten Ihnen die Kapitulation an.

Ökonomie

Die Ökonomie ist die Achillesferse des Spiels: Am unteren Bildschirmrand kennzeichnen die drei Goldstücke die Einnahmen, das Säckchen rechts zeigt die Ausgaben und der gefüllte Beutel steht für das aktuelle Vermögen (Abbildung 4). Sie sollten dafür sorgen, dass die Ausgaben nicht unverhältnismäßig wachsen, denn Sie brauchen Geld. Zwar verdienen Sie an jeder eroberten Stadt, die produzierten Einheiten belasten die Kriegskasse jedoch. Krieg führen Sie auch, um die Kosten für die Einheiten zu reduzieren. Gehen Sie pleite, können Sie keine neuen Einheiten produzieren und warten untätig auf bessere Zeiten. Ein Druck auf [G] zeigt, wie es um die Finanzen der Spieler steht, wobei die Computergegner erfahrungsgemäß recht schnell in den Bankrott geraten.

Abbildung 4

Abbildung 4: Im unteren Bildschirmbereich sehen Sie, wie es um Ihre Finanzen steht: Behalten Sie das Geld stets gut im Auge, oder Ihre Maschinerie kommt zum Stillstand.

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LinuxUser 05/2014

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