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© sxc.hu

Komfortable Musikbox

Chartverdächtig

Der Mediaplayer Banshee hat sich im vergangenen Jahr recht gut gemausert und bringt eine ganze Reihe hilfreicher neuer Funktionen mit.

"Die Stimme der Banshee ist ein Klagen oder Kreischen und kann manchen Interpretationen nach jeden, der sie hört, augenblicklich töten", weiß Wikipedia zur Todesfee aus dem irischen Volksglauben zu berichten. Die freie Multimediasoftware gleichen Namens geht zum Glück weniger rabiat mit dem Zuhörer um. Der in Mono programmierte Player feierte 2008 den Durchbruch und schmückt sich inzwischen mit einer stattlichen Zahl an Features. Wir haben Banshee [1], der stark mit dem Gnome-Projekt kooperiert, unter die Haube geschaut, um zu sehen, was geht und wo es noch schief klingt.

Die Installation der aktuellen Version gestaltet sich sowohl unter Opensuse 11.0/11.1 als auch unter Ubuntu 8.10 recht einfach. Unter Ubuntu genügt es, ein neues Repository zu ergänzen, das stets die neueste Banshee-Version bereit hält. Dazu öffnen Sie den Paketmanager Synaptic, wählen den Punkt Einstellungen | Paketquellen und klicken dann im Reiter Software von Drittanbietern auf Hinzufügen. In das Eingabefeld tippen Sie folgende Zeile:

deb http://ppa.launchpad.net/banshee-team/ppa/ubuntu intrepid main

Anschließend klicken Sie oben links auf Neu laden, um Ihre Softwareliste zu aktualisieren. Die neue Version von Banshee installieren Sie dann auf dem üblichen Weg.

Nutzen Sie Opensuse 11.0 oder 11.1, begeben Sie sich auf die Webseite des Projekts und klicken auf den passenden One-Click-Install-Button [2]. Der sorgt dafür, dass Opensuse die nötigen Repositories automatisch einbindet und die Pakete installiert. Daneben bietet das Projekt seinen Player auch für Fedora, Mandriva und Mac OS X sowie für weitere Systeme an.

Auftakt

Banshee teilt sein Interface in mehrere Bereiche, die alle mit verschiedenen Informationen zu Titeln und Interpreten aufwarten. Der Info-Dschungel überfordert Asketen sicherlich, dürfte aber den Wünschen des durchschnittlichen Musikhörers entsprechen. Die Seitenleiste ganz links bildet quasi das Hauptmenü der Software. Dort reihen sich die Einträge zur Musik- und Videobibliothek, zur Warteschlange sowie zu Podcasts, Internet-Radiosendern und Last.fm aneinander, um nur einige zu nennen (Abbildung 1). Klicken Sie auf Musikbibliothek, öffnen sich auf der rechten Seite der GUI zwei Spalten. Im größeren Bereich tummeln sich die Titel der lokalen Musikbibliothek, die Spalten in der Mitte listen Alle Künstler und Alle Alben auf.

Abbildung 1: Die zahlreichen Bereiche von Banshee enthalten neben den Songs selbst zugehörigen Informationen, die der Multimediaplayer aus dem Web holt.

Spielen Sie einen Song aus der Musikbibliothek ab (sie wählen ihn aus und klicken oben links auf das Play-Symbol), erscheinen unterhalb der Bibliothek noch weitere Spalten, die sich dem gerade gespielten Titel widmen. Sie geben Empfehlungen für ähnlich klingende Interpreten ab (Empfohlene Interpreten) und listen die beliebtesten Alben und Tracks des gespielten Künstlers auf. Ein Klick auf diese Einträge bringt Sie übrigens zu Last.fm. Um in einer großen Playlist den richtigen Titel zu finden, geben Sie ein passendes Stichwort in die Suchleiste über der Musikbibliothek ein. Der Filter wirkt sofort und zeigt nur die Einträge an, die dem Suchbegriff entsprechen.

Klangbibliothek

Wie aber machen Sie Banshee mit der eigenen Musikkollektion bekannt? Das hängt zunächst davon ab, wo Sie die Songs lagern – wahrscheinlich auf der lokalen Festplatte. Über den Eintrag Medien | Medien importieren machen Sie Banshee mit Ihren musikalischen Schätzen vertraut. Wählen Sie Lokale Ordner beziehungsweise Lokale Dateien, um Verzeichnisse und einzelne Dateien zu importieren. Was der Punkt Videos aus dem Foto-Ordner bewirken soll, erschloss sich uns nicht – um einen Übersetzungsfehler handelt es sich aber nicht.

Banshee kommt mittlerweile auch recht gut mit umfangreichen Musiksammlungen zurecht, was ursprünglich noch Probleme bereitete. Zudem synchronisiert er erfolgreich Songs mit Apples iPod, aber auch mit T-Mobiles G1-Handy, das auf Googles Android-Betriebssystem setzt. Banshee erkennt die Geräte und mountet sie automatisch. Sie gleichen die eigene Musiksammlung manuell per Knopfdruck ab oder lassen den Prozess automatisieren. Aber Vorsicht: Im zweiten Fall überschreibt Banshee die Musikbibliothek des G1 mit den eigenen Songs und löscht alle auf dem Handy vorhandenen Titel. Abbildung 2 zeigt die von Banshee für das G1-Handy bereitgestellte Oberfläche.

Abbildung 2: Banshee synchronisiert auch problemlos Dateien mit dem G1 von T-Mobile, das Googles Android-Betriebssystem nutzt.

Auch beim Abspielen von CDs und deren Archivierung auf der Festplatte hilft der Player. Legen Sie eine Musik-CD ein, erscheint links in der Seitenleiste ein CD-Icon mit dem Namen des Albums. Klicken Sie darauf, listet Banshee im rechten Bereich die Tracks auf. Oben rechts helfen zwei Knöpfchen bei den nächsten Schritten: Sie können die CD kopieren oder die CD importieren. Im ersten Fall brauchen Sie einen zusätzlichen CD/DVD-Brenner. Sie geben das Quell- und Ziellaufwerk der Transaktion an, das Brennen übernimmt dann Brasero (Abbildung 3). Im zweiten Fall rippen Sie die CD mit Banshee: Der Klick auf CD importieren wandelt die mit einem Kreuzchen versehenen Tracks standardmäßig in OGG-Dateien um (Abbildung 4) und füllt auch die Metadaten selbstständig aus, also die Namen der Songs und des Albums.

Abbildung 3: Um eine CD zu kopieren, benötigen Sie ein zweites Laufwerk mit Brenner. Brasero erledigt dann den Kopiervorgang.
Abbildung 4: Sie können eine CD kopieren oder sie in das OGG- oder MP3-Format konvertieren und auf der Festplatte lagern.

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