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I Love Lenny!

Debian GNU/Linux 5.0 installieren

Was bleibt …

Nach dem Einspielen des Grundsystems geben Sie ein Passwort für den Administrator Root ein und richten ein Benutzerkonto für die täglichen Arbeiten ein. Danach geht es an die Einrichtung der Paketquellen. Zusätzlich zum bereits verwendeten Installationsmedium bietet der Debian-Installer an, Onlinequellen einzurichten. Außerdem ist es im Gegensatz zur Vorgängerversion "Etch" nun wieder möglich, weitere CDs oder DVDs als lokale Quellen einzubinden. In jedem Fall richtet das System einen Spiegelserver für die Sicherheitsaktualisierungen sowie für den Volatile-Aktualisierungsservice ein.

Während der Installation können Sie ausschließlich die so genannten main-Repositories eintragen. Pakete in diesem "Hauptarchiv" folgen den Debian Free Software Guidelines und stehen unter einer vollständig freien Lizenz. Falls Sie darüber hinaus Software aus den Bereichen contrib (Pakete unter einer freien Lizenz, die aber unfreie Software benötigen) und non-free (Pakete, die nicht unter einer freien Lizenz stehen) oder von Drittanbietern verwenden möchten, rüsten Sie diese Quellen zu einem späteren Zeitpunkt nach (siehe nächster Abschnitt).

Möchten Sie an der (anonymen) Umfrage zur Beliebtheit der Software teilnehmen, bestätigen Sie dieses im folgenden Dialog. Die für den Popularity Contest gesammelten Daten helfen den Debian-Entwicklern bei der Entscheidung, wie zukünftige Installationsmedien zusammengestellt sein sollen.

Wählen Sie nun aus, welche Software auf die Platte wandert. In der Voreinstellung spielt Debian Gnome als grafische Oberfläche ein, sobald Sie die Gruppe Desktop-Umgebung aussuchen. Die Tabelle "Interessante Bootparameter" zeigt, wie Sie per Bootoption KDE oder XFCE zum Standard erklären. Andere Window-Manager oder Desktopumgebungen spielen Sie im Anschluss an die Installation ein.

Als letzter Schritt folgt die Einrichtung des Bootloaders Grub. Der Debian-Installer erkennt andere Betriebssysteme und bietet an, für diese Einträge im Bootmenü zu erstellen (Abbildung 4). Logiert im Master Boot Record (MBR) bereits ein anderer Bootloader, den Sie weiter verwenden wollen, schreiben Sie Debians Grub-Installation an den Anfang einer Partition (oder auf eine Bootdiskette). Andernfalls überlassen Sie es dem Linux-Bootloader, die unterschiedlichen Systeme zu booten. Danach ist das neue Linux-System bereit zum ersten Neustart, und der Installer wirft das Installationsmedium aus.

Abbildung 4: Der Bootloader Grub startet auf Wunsch sämtliche installierten Betriebssysteme und legt für diese bereits während der Installation Einträge im Bootmenü an.

Läuft etwas bei der Installation nicht rund, finden Sie eventuelle Fehlermeldungen direkt auf der vierten virtuellen Konsole ([Str]+[Alt]+[F4], zurück zum Installer geht es über [Str]+[Alt]+[F5]). Auch nach Abschluss der Installation sind diese Daten nicht verloren; Sie finden Sie in den Logfiles unter /var/log/installer.

Und wie geht's weiter?

Bei den meisten Distributionen lautet die Empfehlung, direkt nach der Installation ein Online-Update vorzunehmen und damit alle Pakete auf den neuesten Stand zu bringen sowie eventuell vorhandene Sicherheitsaktualisierungen einzuspielen. Hatte der Debian-Rechner bereits während der Installation einen funktionierenden Internetzugang, können Sie sich diesen Schritt sparen, denn der Installer kümmert sich selbst darum: Alle Pakete, die seit der Freigabe von "Lenny" in einer neuen Version veröffentlicht wurden, aktualisiert der Installer noch vor dem ersten Neustart des Rechners.

Zuständig dafür zeichnet der entsprechende Eintrag in der Datei /etc/apt/sources.list, die die Debian-Paketquellen verwaltet [6]. Listing 1 zeigt eine erweiterte Beispielkonfiguration mit zusätzlichen Repositories für Pakete aus contrib und non-free sowie einem Eintrag für das so genannte Multimedia-Repository.

# /etc/apt/sources.list
# Installationsmedium, Multi-Arch-DVD:
deb cdrom:[Debian GNU/Linux 5.0.0 _Lenny_ - Official Multi-architecture i386/amd64/source DVD #1 20090214-20:28]/ lenny main
# Security-Updates:
deb http://security.debian.org/ lenny/updates main contrib non-free
# Volatile:
deb http://volatile.debian.org/debian-volatile lenny/volatile main
# deutscher FTP-Server:
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ lenny main contrib non-free
# Multimedia (Audio-/Video-Codecs, Acroread, MPlayer etc.)
deb http://debian-multimedia.org/ lenny main

Haben Sie ein Dual-Boot-System mit einer Windows-Installation eingerichtet, ist der Bootmanager Grub zwar richtig konfiguriert, sodass Sie "Lenny" und Windows starten können. Der Zugriff von Debian aus auf Windows-Dateien funktioniert allerdings nicht out of the box. Dazu rüsten Sie über den Paketmanager nach: Spielen Sie ntfs-3g (Treiber für den Zugriff auf NTFS-Partitionen), ntfsprogs (verschiedene Dienstprogramme) und die weiteren vom Paketmanager vorgeschlagenen Pakete ein. Legen Sie danach als Systemadministrator ein neues Verzeichnis an, in das Sie die Windows-Partition einhängen können (Listing 2, Zeile 1). Anschließend finden Sie mithilfe des Kommandos fdisk den Namen der Gerätedatei der NTFS-Partition heraus (Zeilen 2 und 3) und hängen die Windows-Partition ein (Zeile 4).

#  mkdir /mnt/winxp
# fdisk -l | grep NTFS
/dev/hda1   *     1    608     4883728+   7  HPFS/NTFS
# ntfs-3g /dev/hda1 /mnt/winxp

Die Zugriffsrechte setzt ntfs-3g in der Voreinstellung automatisch so, dass alle Benutzer lesen, schreiben und ausführen dürfen. Möchten Sie das nicht, finden Sie in der ntfs-3g-Manpage Beispiele, wie Sie mit dem Parameter -o zusätzliche Optionen beim Mounten übergeben. Hängen Sie an den Befehl beispielsweise

<c>-o ro,uid=1000,gid=1000<c>

an, mountet Ntfs-3g die Partition anschließend für alle nur lesbar (ro = read-only), die Dateien gehören dem Benutzer und der Gruppe mit der ID 1000. (In der Voreinstellung ist das der bei der Installation angelegte Benutzer, wie der Befehl id auf der Kommandozeile verrät.) Um die Partition schon beim Booten einzuhängen, fügen Sie der Datei /etc/fstab[7] eine entsprechende Zeile hinzu (Listing 3).

# /etc/fstab
[…]
# Eintrag für die Windows-Daten:
/dev/hda1       /mnt/winxp      ntfs-3g ro,uid=1000,gid=1000    0 0
[…]
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LinuxUser 06/2012

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