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© Neil McGovern

I Love Lenny!

Debian GNU/Linux 5.0 installieren

19.03.2009 Am Valentinstag 2009 war es endlich so weit – statt Blumen und Schokolade beschenkten die Debian-Entwickler die Linux-Gemeinde mit einer neuen Version der Community-Distribution.

README

Dieser Workshop beschreibt, wie Sie das neue Debian "Lenny" installieren und konfigurieren.

22 Monate hat es gedauert, bis die neue Version fertig war – aber was lange währt, wird ja bekanntlich gut. Debian GNU/Linux 5.0, Codename "Lenny", erblickte am 14. Februar 2009 das Licht der Welt. Die Community-Distribution läuft auf insgesamt zwölf Prozessor-Architekturen und hat über 25 000 Softwarepakete mit an Bord. Brandaktuelle Programmversionen sucht man bei Debian wie gewohnt vergeblich: Die Entwickler setzen lieber auf Altbewährtes und liefern in der Stable-Variante ausführlich getestete Anwendungen aus [1].

Hinter den Kulissen hat sich jedoch einiges getan, wie die Release Notes [2] zeigen. (In diesem Dokument finden Sie auch eine ausführliche Anleitung zum Upgrade der Vorgängerversion "Etch".) Positiv fällt vor allem der gründlich überarbeitete Debian-Installer auf; hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.

Wer Debian einfach nur ausprobieren möchte, hat jetzt dank der neuen Live-Version Gelegenheit dazu [3]. Außerdem stehen zum ersten Mal Blu-ray-Images der Distribution zur Verfügung, sodass Anwender alle Pakete einer Architektur auf nur eine einzige Silberscheibe pressen können. Verschiedene Images für CDs, DVDs und USB-Medien gibt es an den bekannten Stellen im Netz [4] zum Download.

Als Minimalanforderungen für die Installation von "Lenny" nennen die Entwickler 64 MByte RAM (256 MByte empfohlen) und 1 GByte Plattenplatz für ein System ohne Desktop; für die grafische Umgebung sollten Sie besser 512 MByte RAM und 5 GByte und mehr auf der Festplatte zur Verfügung haben.

Auf die Platte, fertig, los!

Soll Debian als einziges System auf der Festplatte logieren, können jegliche Vorarbeiten entfallen: Legen Sie das Installationsmedium ein und starten Sie den Rechner neu. Nach kurzer Zeit erscheint das Bootmenü des Debian-Installers; falls nicht, kontrollieren Sie die Bootreihenfolge im BIOS und setzen das CD/DVD-Laufwerk an erste Stelle.

Sollen sich "Lenny" und ein Windows-System eine Platte teilen, stellt das den Debian-Installer vor keine große Hürde. Ein Assistent hilft bei der Aufteilung der Festplatte(n) und verkleinert FAT- und NTFS-Partitionen während der Installation. Auch wenn dieses in allen Tests zuverlässig funktionierte, sollten Sie vorher auf jeden Fall ein Backup des Windows-Systems machen – sicher ist sicher. Außerdem empfiehlt es sich, vorher Laufwerk C:\ unter Windows zu defragmentieren. Haben Sie unter Windows mehrere Laufwerke eingerichtet, können Sie eine dieser Partitionen für Linux frei machen.

Enthält der Rechner mehrere Festplatten, dann gilt es herausfinden, in welcher Reihenfolge diese an welchen Kabeln hängen: Das BIOS verrät mehr über Primary Master/Slave und Secondary Master/Slave. Neue Mainboards mit SATA-Festplatten bezeichnen die Geräte auch als First/Second/Third SATA-Master oder First/Second/Third IDE-Master. Über das BIOS finden Sie auch mehr zu CD/DVD-Laufwerken heraus. Weitere Erklärungen zu den Gerätebezeichnungen unter Linux und Tipps zum Partitionieren finden Sie in Anhang C des Installer-Handbuchs [5].

Das Bootmenü

Der Debian-Installer begrüßt Benutzer der beiden Architekturen i386 und amd64 mit einem neuem grafischen Bootmenü. Für eine normale Installation wählen Sie Install (textbasiert) oder Graphical Install aus. Über Advanced options erreichen Sie ein Untermenü, das unter anderem Einträge für den Expertenmodus (grafisch und textbasiert) und den Rettungsmodus enthält. Weitere Informationen mit einer Übersicht über viele optionale Bootparameter erhalten Sie über Help; die Tabelle "Interessante Bootparameter" zeigt eine Auswahl interessanter Optionen.

Falls Sie Bootoptionen zu einer Installationsvariante hinzufügen möchten, navigieren Sie im Menü zum gewünschten Modus und drücken [Tab]. Am unteren Rand blendet das System das Bootkommando für den Menüeintrag ein, die weitere Optionen schreiben Sie einfach dahinter (Abbildung 1). Achtung: Die Tastatur verwendet zu diesem Zeitpunkt noch die amerikanische Belegung: [Y] und [Z] sind vertauscht, das Gleichheitszeichen finden Sie auf ['], das Minuszeichen über [ß] und den Doppelpunkt über [Umschalt]+[Ö].

Abbildung 1: Ein Druck auf die Tabulatortaste blendet das vollständige Bootkommando des gewählten Menüeintrags inklusive aller Parameter am unteren Bildschirmrand ein.

Interessante Bootparameter

Parameter

Bedeutung

desktop=kde Spielt KDE ein, wenn Sie in der Software-Auswahl Desktop-Umgebung auswählen.
desktop=xfce Spielt XFCE ein, wenn Sie in der Software-Auswahl Desktop-Umgebung auswählen.
netcfg/disable_dhcp=true Erlaubt das manuelle Einrichten der Netzwerkkarte und umgeht einen eventuell vorhandenen DHCP-Server.
debian-installer/theme=dark Verwendet das Theme dark für den grafischen Installer (für visuell beeinträchtigte Anwender geeignet).
debian-installer/fb=false Deaktiviert den Kernel-Framebuffer, falls dieser Probleme bereitet.
hw-detect/start_pcmcia=false Verhindert den Start von PCMCIA-Diensten, falls diese zu Problemen führen; das kann auf einigen Laptops der Fall sein.

Den Debian-Installer können Sie auch unter Windows aufrufen. Nach dem Einlegen der CD/DVD startet das Vorbereitungstool automatisch; andernfalls doppelklicken Sie die Datei setup.exe (Abbildung 2). Wählen Sie die bevorzugte Sprache aus, bestätigen Sie die Lizenzbedingungen und entscheiden Sie, ob Sie im normalen oder Expertenmodus installieren wollen. Letzterer erlaubt die volle Kontrolle über den Debian-Installer und stellt oft detailliertere Fragen; der Normalmodus reicht in aller Regel aber völlig aus.

Abbildung 2: Den Debian-Installer können Sie auch unter Windows zum Leben erwecken.

Nach einem Klick auf Weiter können Sie auswählen, ob Sie eine Neuinstallation anstreben oder ein bestehendes Debian-System reparieren wollen. Nach dem nächsten Neustart wählen Sie aus, ob Sie Windows starten oder mit der Debian-Installation fortfahren wollen. Nach Abschluss der Linux-Installation entfernt das Programm uninstall.exe die Debian-Installer-Komponenten wieder sauber aus dem Windows-System.

Der Debian-Installer spricht insgesamt 63 Sprachen; einige davon stehen aufgrund der notwendigen Zeichensätze nur für die grafische Variante zur Verfügung. Wählen Sie Ihre bevorzugte Sprache im ersten Schritt aus und stellen Sie das Land sowie die Tastaturbelegung ein.

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LinuxUser 03/2012

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