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Fotosammler

Digikam 0.9.4, F-Spot 0.5.0.3 und Picasa 3 Beta im Test

13.03.2009
Wer viele Bilder verwaltet, braucht dafür das richtige Werkzeug: Wir stellen Ihnen die drei derzeit prominentesten Vertreter im Vergleichstest vor.

Digitale Fotokameras liegen voll in der Gunst der Käufer – nicht zuletzt wegen der immer besseren optischen Qualität der Geräte verbunden mit immer niedrigerem Preis und kompakteren Maßen. Überlegte der Freizeitfotograf zu analogen Zeiten noch zweimal, ob sich ein Bild lohnt, knipst er heute unbekümmert drauf los – mit der Folge, dass in kurzer Zeit eine wahre Bilderflut über ihn hereinbricht, die es zu verwalten gilt.

Neben möglichst viel Festplattenplatz benötigt er dafür ein leistungsfähiges und flexibles Bildverwaltungsprogramm. Aus der Vielzahl an Anwendungen für diesen Zweck kristallisierten sich in den letzten Jahren Digikam [1], F-Spot [2] und Picasa [3] heraus. Wir lassen die aktuellen Version der drei Applikationen zum Vergleich antreten – welche Kriterien beim Test welche Rolle spielen, lesen Sie im Kasten "So haben wir bewertet".

So haben wir bewertet

Im ersten Testdurchlauf zeigen die Kandidaten ihr Können auf ihrem Kerngebiet, dem Sammeln und Ordnen von Fotos. Wir prüfen die Suchmasken und Sortierregeln sowie den Umgang mit den Metadaten der Fotos. Bis zu 40 Punkte kann jeder Kandidat in dieser Kategorie einheimsen.

Welche Bildbearbeitungsmöglichkeiten die Prüflinge mitbringen, ermittelt der zweite Testlauf. Die Ergebnisse sind uns hier bis zu 30 Punkte wert.

Die Anbindung an die Außenwelt (E-Mail, Web-Alben, Onlineshops, etc.) sowie die Möglichkeiten der Weiterverarbeitung in externen Bildbearbeitungsprogrammen wie Gimp bewerten wir mit maximal 30 Punkten.

Somit könnte das ideale Bildverwaltungsprogramm 100 Punkte erzielen. Eine Zusammenfassung der Testergebnisse finden Sie in der Tabelle "Die Testergebnisse".

Die Kandidaten

Im Test treten das jeweilige Flaggschiff aus der Gtk+- und Qt-Welt sowie Googles proprietäres Picasa gegeneinander an. Für die KDE-Oberfläche geht das seit 2002 aktive Digikam-Projekt an den Start, gefolgt vom fast gleichaltrigen F-Spot für Gnome-basierte Desktops. Das Programm steht, wie auch OpenSuse, unter der Betreuung von Novell. Großer Beliebtheit erfreut sich auch die Bildverwaltung Picasa für Windows, die Google mit einem speziell angepassten Wine-Emulator ausliefert, um sie auch unter Linux zum Laufen zu bringen. Wie Sie die Applikationen installieren, zeigt der Kasten "Es ist eingerichtet".

Es ist eingerichtet

Verwenden Sie eine der großen Distributionen wie OpenSuse oder Ubuntu, stellt keiner der drei Testkandidaten Sie vor große Installationsprobleme: Die systemeigenen Repositories verfügen über die aktuellen Versionen der Programme, das proprietäre Picasa freilich ausgenommen. Auf Digikams Beta-Versionen 0.9.5beta für KDE 3.5.x und 0.1.10beta8 für KDE 4.1.x verzichteten wir bewusst, weil die nachzuladenden KDE-Bestandteile zu einem inkonsistenten System führen können.

Das aktuelle Release Digikam-0.9.4 Installieren Sie ebenso wie F-Spot-0.5.0.3 über den Paketmanager Ihrer Distribution. Allerdings bringt Ubuntu 8.04 ("Hardy Heron") derzeit lediglich Version 0.4.3.1 von F-Spot an, die aktuelle Ausgabe gibt es nur in "Intrepid Ibex" (8.10). Alternativ bieten die Projektseiten [1] und [2] entsprechende RPM- und DEB-Archive an.

Picasa 3 lag zum Testzeitpunkt nur als Beta-Version vor, bereitete aber weder bei Installation noch im Betrieb Probleme. Unter [3] finden Sie das Programm sowohl als DEB- also auch als RPM-Paket; letzteres eignet sich für alle RPM-basierten Distributionen.

Dateiverwaltung: Picasa

Schon beim Öffnen der Applikationen zeigen sich die unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Testkandidaten: Während Digikam und F-Spot nach Ordnern fragen, die sie durchsuchen dürfen, durchforstet Picasa zunächst den gesamten persönlichen Ordner. Es indiziert dabei zwangsläufig auch nicht relevante Bilddateien, etwa Screenshots aus diversen Hilfe-Dateien. Picasas Folder Manager (Sie finden ihn unter Tools) gestattet aber einzustellen, welche Ordner das Programm durchsucht. Die derzeit nur in englischer Sprache verfügbare Software findet in angenehm schnellem Tempo sämtliche JPEG-, TIF(F)-, BMP-, PSD-, GIF- und TGA-Dateien. Die Rohdatenformate (RAW) verschiedener Hersteller wie Canon, Nikon oder Pentax verarbeitet Picasa ebenfalls.

Im Hauptteil des Programmfensters zeigt Picasa die Fotos des jeweils aktiven Ordners oder Albums an (Abbildung 1). Die Größe der Vorschaubilder bestimmen Sie über den Schieberegler unten rechts. Dort finden Sie auch vier weitere Schaltflächen, die jedoch nur bei der Anwahl von Bildern erscheinen. Der Stern markiert ein Foto als Favorit, womit es rechts in der Albenliste unter Starred Photos erscheint. Leicht erkennbar dienen die folgenden Rotationspfeile zum Drehen der Aufnahmen, Das Kofferanhänger-Symbol erlaubt das Hinzufügen von Schlagwörtern, die Ihnen später beim Auffinden von Fotos helfen. Erstellen Sie Über Tools | Experimental | Show Tags as Album... Stichwörter als Alben, so zeigt das Programm alle entsprechend ausgewiesenen Bilder darin an.

Abbildung 1: Die Fotoverwaltungssoftware Picasa bietet eine Reihe von Sortier- und Suchfunktionen, mit deren Hilfe Sie den Überblick über Ihre Bildersammlung bewahren.

Die links angeordnete Navigationsleiste zeigt Ihre Alben und die indizierten Verzeichnisse an, letztere aber nur dann, wenn sich Bilder darin befinden. Das Programm erstellt so genannte virtuelle Alben, in denen es beispielsweise die zuletzt eingelesenen beziehungsweise veränderten Bilder zusammenfasst. Auch die Suchergebnisse zeigt die Software hier an. Alben und Foto-Ordner sortieren Sie nach Erstellungsdatum, Größe oder Dateinamen. Mit dem Schalter Collage bauen Sie per Drag & Drop Bildcollagen oder lassen diese über den Schalter Scramble Collage von Picasa selbst erstellen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auf Mausklick erstellt Picasa Bildcollagen Ihrer Fotos.

Ein äußerst nützliches Feature zum Suchen nach Metadaten wie Empfindlichkeit oder Brennweite bietet das Suchfeld: Geben Sie dort beispielsweise ISO:400 oder focal:55 ein, präsentiert Picasa nur Bilder mit der gewählten Einstellung. Mit color:red zeigt der Bilderverwalter Aufnahmen mit hohem Rotanteil an.

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