Superblöcke

Auch zerstörte Superblöcke können Sie retten. Diese verwalten die Metainformationen zu Ihrem Dateisystem, kennen die Größe des Dateisystems in Blöcken, die Größe der Blöcke, den Zeiger auf ersten freien Datenblock und so weiter. Beim Mounten der Festplatte lädt Linux den Superblock in den Arbeitsspeicher, verändert ihn und speichert ihn beim Aushängen wieder auf der Festplatte. Dabei kann es zu Fehlern kommen. Die Fehlermeldung von E2fsck lautet in diesem Fall Bad magic number in super-block ....

Häufig handelt es sich hier jedoch um einen Fehlalarm: Prüfen Sie, ob Sie tatsächlich Ext3 als Dateisystem nutzen (der Befehl mount zeigt type ext3 an) oder ob es Fehler in der Datei /etc/fstab gibt. Letzteres passiert etwa, wenn Sie ein zusätzliches System installiert oder Ihr Betriebssystem erneuert haben. Scheiden solche Probleme und Tippfehler aus, kümmern Sie sich um den Superblock.

Geben Sie – mit Root-Rechten – dumpe2fs -b /dev/sda6 ein. Das Kommando zeigt die Blöcke an, die nicht in Ordnung sind. Gibt es keine davon, ist der Superblock vermutlich nicht beschädigt. Um sämtliche Infos über den Superblock zu erhalten, lassen Sie einfach das -b weg.

Um einen zerstörten Superblock zu reparieren, greifen Sie auf eine Sicherheitskopie desselben zurück. Diese positioniert das Dateisystem an festen Startpositionen, die von der Blockgröße abhängen, die das Dateisystem verwendet (siehe Tabelle "Alternative Superblöcke"). Die Ihres Dateisystems verrät der Befehl tune2fs -l /dev/sda6 | grep "Block size". Über den Befehl

# e2fsck -b Startposition /dev/sda6

weisen Sie E2fsck an, den alternativen Superblock zu verwenden, um das Dateisystem zu reparieren.

Alternative Superblöcke

Blockgröße Startposition des alternativen Superblocks
1 KByte Block 8193
2 KByte Block 16384
4 KByte Block 32768

TIPP

Auch das neue Dateisystem Ext4 lässt sich mit Tune2fs und E2fsck warten. Der Unterschied besteht im wesentlichen darin, dass die Tests noch einmal deutlich schneller ablaufen.

Defragmentieren

Bei der so genannten externen Fragmentierung verteilt das Dateisystem die Blöcke, die zu einer gespeicherten Datei gehören, an verschiedenen physikalischen Orten auf der Festplatte. Um die Datei zu lesen, muss sich der Lesekopf also deutlich mehr bewegen, was den Leseprozess verlangsamen kann. Allerdings steuert Ext3 von sich aus einer Fragmentierung entgegen, indem es vor dem Schreiben möglichst nebeneinander liegende Blöcke alloziert, damit die Datei nicht zerfasert.

Auf dem häuslichen Rechner bereitet Fragmentierung üblicherweise ohnehin keine Probleme; auf Servern oder Rechnern mit großer Speicherkapazität, die permanent große Mengen an Daten schreiben und löschen, sieht das schon anders aus. Dort beeinflusst die Zerfaserung irgendwann die Performance.

Das unter Windows so beliebte Defragmentieren einer Festplatte funktioniert grundsätzlich auch unter Linux. Allerdings gibt es – abgesehen von ein paar veralteten Skripten – kaum Software, um diese Funktion zu verwenden.

Um ein Dateisystem auf Fragmentierung zu überprüfen, geben Sie wieder für ausgehängte Dateisysteme e2fsck -f /dev/sda6 ein. Am Ende der Überprüfung erscheint ein Satz wie 0.6% non-contiguous (Abbildung 3). Der Wert zeigt den Grad der Fragmentierung an – allerdings sehr ungenau. Das Tool bezieht nämlich auch leere Dateien, Symlinks und Gerätedateien in die Überprüfung mit ein, was das Ergebnis verzerrt.

Abbildung 3: Den Grad der Defragmentierung erfahren Sie unter anderem über e2fsck und die Option -f. Allerdings sagt die Angabe nur wenig über die tatsächliche Defragmentierung aus.

Bisher gibt es kein Low-Level-Tool, um Ext3-Dateisysteme zu defragmentieren. Als Workaround verpacken Sie Ihre Dateien in ein Tar-Archiv und verschieben dieses auf eine andere Partition. Dann löschen Sie die Dateien auf der alten Partition und entpacken danach das Archiv wieder dorthin. Ext2 hat mit e2defrag ein recht altes Tool an Bord, das Teil des Pakets E2fsprogs ist. Um es mit Ext3 zu verwenden, muss man das Dateisystem nach Ext2 konvertieren.

Für Ext4 haben sich die Kernel-Entwickler allerdings wieder Gedanken zur Defragmentierung gemacht. Das neue Dateisystem besitzt die Fähigkeit, sich selbst online zu defragmentieren, also in eingehängtem Zustand. Die Funktion kommt voraussichtlich in die Kernel-Version 2.6.29, das Tool e4defrag kümmert sich um fragmentierte Dateien und komplette Dateisysteme. Der Befehl e4defrag -r Verzeichnis defragmentiert ein Verzeichnis und rückt die darin enthaltenen Dateien zusammen. Über e4defrag /dev/sda6 und e4defrag Dateiname defragmentieren Sie ein komplettes Ext4-Dateisystem respektive eine einzelne Datei.

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