Chip-Aufbau

Der aus 731 Millionen Transistoren bestehende Core i7 ist Intels erster echter Quadcore-Chip. Zuvor integrierte der Hersteller zwei Dualcores in einem Gehäuse, während AMD sich brüstete, mit dem Phenom den ersten "echten" x64-Quadcore zu haben. In Sachen Stromverbrauch und Leistung bringt die Ein-Chip-Lösung keinen Vorteil, zieht aber durch die Integration von vier Kernen auf dem 263 Quadratmillimeter großen Chip einige Änderungen nach sich: Eine dreistufige Cache-Architektur löst die bisherigen 6 MByte gemeinsamen Level-2-Cache pro Doppelkern ab. Der i7 hat folglich 256 KByte L2-Cache für jeden Kern, sowie einen 8 MByte großen integrierten L3-Cache, auf den alle vier Kerne zugreifen dürfen.

Intel spezifiziert die uns vorliegende Top-Version des i7 mit 130 Watt TDP. Hier unterscheidet sich der i7 nicht vom Topmodells der Vorgängergeneration, dem genauso schnell getakteten "Yorkfield"-Penryn. Intel hat sowohl bereits bekannte als auch neue Techniken zum Stromsparen integriert – so kann der i7 nun auch ganze Kerne komplett abschalten.

Turbo Boost

Der Core i7 führt eine neue Technik namens "Turbo Boost" ein, auch "Dynamic Speed Technology" genannt. Hierbei misst das System die CPU-Auslastung und übertaktet sich selbst entsprechend in 133-MHz-Schritten, sogenannten "Speed Bins". Läuft also ein nicht parallelisiertes Programm nur auf einem Kern und lässt die anderen drei Kerne Däumchen drehen, hebt Turbo Boost die Taktrate entsprechend an. Das funktioniert auch noch bei zwei ausgelasteten Kernen, und selbst bei Volllast aller vier Cores kann man gelegentlich noch eine Steigerung von einem Speed-Bin beobachten.

Die Entscheidung zum Übertakten macht die CPU immer vom Maximalverbrauch und der Temperatur des gesamten Chips abhängig, sodass sie die TDP nicht überschreitet. Das BIOS einiger Motherboards schaltet Turbo Boost standardmäßig ab, das uns vorliegende Intel-Board dagegen aktiviert es im Ursprungszustand. Obwohl Intel für einen stabilen Turbo-Boost-Betrieb garantiert, deaktivierten wir das Feature für unsere Tests: Wir wollten die Intel- und AMD-CPUs mit der spezifizierten Taktrate und unter Einsatz aller Energiesparmaßnahmen vergleichen.

Wir machen dennoch einen Testlauf mit aktiviertem Turbo-Modus und maßen denn auch klare Zugewinne (siehe Tabelle "Mehrleistung im 64-Bit- und Intel-Turbo-Modus"). Je nach Test gab es Geschwindigkeitssteigerungen von 1 bis 11 Prozent, der Schnitt lag bei rund 6 Prozent. Der Stromverbrauch steigt allerdings ebenfalls deutlich an: Je nach Auslastung brauchte der Rechner 10 bis 20 Watt mehr, wenn alle Kerne Überstunden machten. Außerdem gilt es hier den selben Effekt zu berücksichtigen wie bei AMD: Hersteller schicken zum Testen oft handverlesene Exemplare; bei frei im Handel erhältlichen Chips bringt der Turbo eventuell weniger. Zudem scheint das Feature etwas flatterhaft zu sein: So maßen wir bei einem "kalten" Boot deutlich bessere Werte als bei einem schon einige Stunden laufenden System.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Sechs-Kern-Prozessoren von AMD und Intel
    Nach Dual- und Quadcore gibt es nun Hexacore für den Desktop. Sechs Kerne wollen nun ausgelastet werden, was sich als gar nicht so leicht erweist.
  • Quad für alle
    Sowohl Intel als auch AMD drängen mit günstigeren Quad-Cores in den Massenmarkt: Intel macht die Core-i7-Generation erschwinglich, AMD kontert mit dem Athlon II X4 für unter 100 US-Dollar.
  • Bug im Linux-Powermanagement bremst AMDs Sechskern aus
    Vor kurzem traf von AMD der neue Phenom II X6 ein. Beim Testen bemerkten wir, dass AMDs neuer Platzhirsch auf aktuellen Kerneln nicht die volle Leistung brachte, rund ein Viertel weniger als unter älteren.
  • Phenomenal
    AMD tritt mit seinen Quad-Core-Prozessoren gegen die starke Konkurrenz von Intel an. Wir testen einen Phenom X4 gegen die mobile CPU Turion X2 und einen Core-2-Duo-Prozessor von Intel.
  • Lynnfield: Core i7 in günstig
    Die neue Lynnfield-Serie soll der Nachfolger der Core 2 Quads werden -- und Core i7-Leistung erschwinglich machen. Wir lassen den Pinguin auf Intels neueste Chips los.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2017: VIRTUALISIERUNG

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Bash awk Verständnis-Frage
Josef Federl, 22.07.2017 17:46, 2 Antworten
#!/bin/bash # Skriptdateiname = test.sh spaltennummer=10 wert=zehner awk '{ $'$spaltennummer'...
Bash - verschachtelte Variablenersetzung, das geht doch eleganter als meine Lösung?
Josef Federl, 18.07.2017 20:24, 2 Antworten
#!/bin/bash #Ziel des Skriptes wird sein die ID zu extrahieren hier nur als Consolentest: root@...
Speicherplatzfreigabe mit "sudo apt-get clean" scheitert
Siegfried Böttcher, 16.07.2017 21:16, 3 Antworten
Speicherplatzfreigabe mit "sudo apt-get clean" scheitert, weil aus mir unerfindlichen Gründen im...
Möchte Zattoo vom PC am Fernsehgerät sehen können
Ilona Nikoui, 15.07.2017 18:25, 3 Antworten
Hallo, ich habe mein Fernsehgerät, ein LG 26LE3300 mit dem PC verbunden per HDMI Kabel, wie empfo...
TUXEDO und Hardwareauswahl , fragwürdig / Kritik
Josef Federl, 11.07.2017 12:44, 7 Antworten
Auf tuxedocomputers.com steht: "....Aber wir können auch Linux und das so, dass "einfach" alles...