Intel Core i7

Zu den größten Neuerungen von Intels "Nehalem"-Prozessorgeneration zählt ein in den Chip integrierter Speichercontroller, wie ihn AMD schon seit Einführung der K8-Generation des Athlon-FX und Opteron im Jahre 2003 hat. Den inzwischen 13 Jahre alten Frontside-Bus ersetzt Intel infolgedessen ebenfalls: Quickpath, auch als QPI oder ausgeschrieben Quickpath Interconnect bezeichnet, ist Intels Version von AMDs Hypertransport-Interface. Das jahrelang als CSI durch die Gerüchteküche und Intel-Präsentationsfolien geisternde Busprotokoll transferiert je nach Anzahl der QPI-Lanes und Prozessortakt in jede Richtung 12 bis 16 GByte pro Sekunde.

Beim uns vorliegenden "Bloomfield"-Topmodell Core i7 965XE mit 3,2 GHz Taktrate und 16 QPI-Links bedeutet das einen Durchsatz von 12,8 GByte/s. Auf den ersten Blick keine große Verbesserung: Auch beim Vorgänger, dem "Yorkfield"-Quadcore Core 2 Quad der 45-Nanometer-"Penryn"-Generation, war der Frontsidebus mit 1,6 GHz bereits 12,5 GByte/s schnell. Doch da nun dank des integrierten Speichercontrollers der größte Teil des Datenverkehrs wegfällt, steht die Bandbreite voll für Grafik, I/O und Inter-Chip-Kommunikation zur Verfügung. Außerdem konnte der alte Frontsidebus nur entweder lesen oder schreiben, nicht beides gleichzeitig.

Software-Verbesserungen

Intel spendiert mit SSE4.2 dem i7 eine Befehlssatzerweiterung um 7 Befehle. Bis die Compiler und Programme diese unterstützen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Einen Vorgeschmack bietet schon jetzt der sehr leistungsfähige freie H.264-Encoder x264, der bereits Assembler-optimierte SSE4.2-Routinen nutzt. Auch Hyperthreading, Intels Version des einst für den Alpha-Chip erfundenen simultanen Multithreading, feiert mit dem i7 ein Comeback auf dem Desktop. Statt vier realer Kerne sieht das Betriebssystem nun also acht virtuelle. Die Technik, die brachliegende Chip-Ressourcen zur Abarbeitung anderer Threads nutzt, führte Intel mit dem 3-GHz-Pentium-4 ein, in allen Desktop- und Server-Chips seit Vorstellung der Core-Generation war sie nicht enthalten. Intel behauptete auf Nachfrage damals, die Chips arbeiteten so effizient, dass Hyperthreading nichts brächte.

Intel behebt mit dem i7 ein Manko der Vorgängergeneration: Sie konnte im 64-Bit-Modus nicht die Macro-Op-Fusion nutzen, eine Technik, die mehrere x86-Befehle zu einer internen Operation zusammenfasst, um so den Code effizienter abzuarbeiten. Auch der so genannte Loop-Stream-Detector, der kurze Schleifen erkennt und diese ohne erneutes Einlesen des Codes und Rückgriff auf die Sprungvorhersage abarbeitet, wurde im i7 verbessert. Er fasst nun bis zu 28 Befehle und setzt weiter hinten in der Befehlspipeline an, sodass sich Intel nun auch das erneute Decodieren der x86-Befehle in RISC-ops spart.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Sechs-Kern-Prozessoren von AMD und Intel
    Nach Dual- und Quadcore gibt es nun Hexacore für den Desktop. Sechs Kerne wollen nun ausgelastet werden, was sich als gar nicht so leicht erweist.
  • Quad für alle
    Sowohl Intel als auch AMD drängen mit günstigeren Quad-Cores in den Massenmarkt: Intel macht die Core-i7-Generation erschwinglich, AMD kontert mit dem Athlon II X4 für unter 100 US-Dollar.
  • Bug im Linux-Powermanagement bremst AMDs Sechskern aus
    Vor kurzem traf von AMD der neue Phenom II X6 ein. Beim Testen bemerkten wir, dass AMDs neuer Platzhirsch auf aktuellen Kerneln nicht die volle Leistung brachte, rund ein Viertel weniger als unter älteren.
  • Phenomenal
    AMD tritt mit seinen Quad-Core-Prozessoren gegen die starke Konkurrenz von Intel an. Wir testen einen Phenom X4 gegen die mobile CPU Turion X2 und einen Core-2-Duo-Prozessor von Intel.
  • Sechs Kerne sollt ihr sein
    Intel bringt mit dem Core i7 980X den ersten Sechskern-Prozessor für Desktops - stromsparend in 32 Nanometer, aber wählerisch bei der Software.
Kommentare

Infos zur Publikation

Lu07/2016: GIMP FÜR PROFIS

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Aktuelle Fragen

Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...
thema ändern
a b, 29.05.2016 16:34, 0 Antworten
Hallo Linuxer zuerst alle eine schönen Sonntag, bevor ich meine Frage stelle. Ich habe Ubuntu 1...
Ideenwettbewerb
G.-P. Möller, 28.05.2016 10:57, 0 Antworten
Liebe User, im Rahmen eines großen Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Technologie- und Innova...
Welche Drucker sind Linux-mint kompatibel?
Johannes Nacke, 20.05.2016 07:32, 6 Antworten
Hallo Ihr Lieben, ich bitte um mitteilung welche Drucker Kompatibel sind mit Linux-Mint. LG Joh...