AM3, Opteron und SSE5

Der Phenom II läuft zwar in Motherboards mit dem als Übergangslösung gedachten AM2+-Sockel, ist aber offiziell für den neuen AM3-Sockel gedacht, der (wie beim Intel-Pendant) auf DDR3 setzt. Im Gegensatz zu Intels i7-Generation gilt DDR3 hier allerdings nicht als Pflicht, AM3 unterstützt auch DDR2. Motherboards mit AM3-Sockel und passende Phenom II dafür kommen allerdings erst in diesen Tagen auf den Markt, weswegen wir noch in einem AM2+-Motherboard testeten.

Auch AM3-kompatible Phenom II sind abwärtskompatibel mit AM2+-Motherboards, dies muss der Motherboard-Hersteller allerdings explizit mit einem entsprechenden BIOS unterstützen. Umgekehrt passen AM2+-Phenoms aber nicht in AM3-Motherboards: Für einen zukunftssicheren Kauf empfiehlt es sich also, nach einem AM3-Phenom-II Ausschau zu halten.

Die Server- und Workstation-Version des Phenom II, der 45-Nanometer-Opteron der "Shanghai"-Klasse, liegt schon seit November 2008 im Handel. Genau wie der Phenom II funktioniert er in bisherigen Socket-F-Motherboards und in den kommenden Socket F+-Boards, die Hypertransport in Version 3 unterstützen.

Mikroarchitektonische Änderungen bietet der Phenom II nicht. Die Einführung von SSE4a im ersten Phenom, die im Endeffekt nur aus zwei neuen eigenen Befehle zusätzlich zu vier ausgewählten des Intel-SSE4-Befehlssatzes besteht, war schon etwas mager. AMD schläft jedoch nicht und plant in der (allerdings erst für 2011 angekündigten) "Bulldozer"-Chipgeneration mit SSE5 den größten Wurf seit AMD64: 170 neue Befehle ermöglichen zahlreiche sinnvoller und nützliche Erweiterungen [2] insbesondere für High-Performance-Computing, Encryption und Multimedia.

Statt wie Intel mit jeder Generation ein paar neue Befehle hinzuzufügen (frühe Core 2 und Core 1-Xeons: SSE3, späte Core 2: SSE4.1, Core i7: SSE4.2) plant AMD also ein großes Befehlssatz-Update. Wie kompatibel zu Intels Erweiterungen es ausfällt, ist allerdings noch nicht bekannt. Bei mangelnder Verträglichkeit von SSE 5 mit der Intel-Welt läuft AMD Gefahr, dass wie bei 3Dnow kaum eine Software die Befehlssatzerweiterung unterstützt: Viele kommerzielle Anbieter arbeiten am liebsten mit Compilern aus dem Hause Intel.

Preis

Zum Zeitpunkt der Drucklegung ist der von uns getestete AM2+-Phenom-II X4 940 Black Edition der einzige 3-GHz-Phenom, für AM3 gibt es aktuell maximal einen Dreikern-Phenom-II X3 720 Black Edition mit 2,8 GHz und 95 Watt TDP für 145 US-Dollar. Dies sollte sich allerdings in den nächsten Wochen ändern, denn AM3 löst sukzessive AM2+ ab. Unser Phenom II X4 940 kostet 225 US-Dollar; für den AM2+-Sockel hat AMD auch noch einen Phenom II X4 920 mit 2,8 GHz für 195 US-Dollar im Programm. Bei den genannten Preise handelt es sich um OEM-Listenpreise für 10 000er-Stückzahlen, der Straßenpreis wird deutlich höher liegen.

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